DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Hype um neues Game

Die mobilen Pokémon leben unter uns!

Menschen gehen scheinbar ziellos durch die Straßen, manchmal halten sie ihr Smartphone hoch und wischen mit dem Finger über das Display, sie warten kurz, um dann freudig zu strahlen. Ein neuer Trend hat uns alle erfasst - wir sind im Pokémon-Fieber.

Von vielen Experten schon abgeschrieben, hat es Nintendo wieder einmal geschafft, in aller Munde zu sein und unsere Welt ein klein wenig zu verändern. Entwickelt von Niantic Labs und veröffentlicht vom japanischen Traditionsunternehmen Nintendo, ist das Game Pokémon Go seit 13. Juli 2016 offiziell in Deutschland für Android und iOS verfügbar. Wie t3n.de berichtet, hat das Spiel derzeit mehr aktive Nutzer als der Kurznachrichtendienst Twitter oder die Dating-App Tinder. Seit dem 6. Juli 2016, als das Spiel in den USA "mobil" ging, stieg die Nintendo-Aktie über 100 Prozent. Das Game ist kostenlos, setzt aber auf sogenannte In-App-Käufe, die freiwillig sind. Allerdings kostet uns Pokémon Go private Daten und verschlingt unseren Handy-Akku.

Um was geht es hier eigentlich?

Zur Detailansicht
Dank Augmented Reality-Technologie vermischen sich im Spiel die virtuelle und die physische Welt. (Screenshot: Gilles C. Förstner alias GCF268)
Pokémon sind virtuelle Fantasiewesen, die die Software durch unser Smartphone-Display in unsere Umgebung projiziert. Pokémon Go verbindet also die virtuelle Welt des Spiels mit unserer physischen Umgebung. Die GPS-Funktion des Spiels ermittelt zudem zu jeder Zeit wo wir sind. Auf einer virtuellen Karte à la Google Maps, bewegen wir uns also durch die virtuelle, als auch physische Welt und machen uns auf die Suche nach Pokémon, um diese mittels Pokébällen zu fangen. Dabei sind in urbanen Gebieten besonders viele Taubsis (taubenartige Pokémon) und Rattfratz (rattenartige Pokémon) zu finden, während in Wäldern und an Gewässern wiederum Exemplare zu finden sind, dessen reale Pendants man dort erwarten würde - so zumindest in der Theorie. Hat man nun eines der kleinen Monster gefunden, schaltet das Spiel automatisch die Kamera des Smartphones an und projiziert das virtuelle Wesen in die physische Umgebung. Ziel ist es nun, mit einem gekonnten und gut getimeten Fingerwisch über den Bildschirm, das wilde Pokémon mit einem Pokéball einzufangen. Viel umherwandern lohnt sich also und wird vom Spiel mit selteneren und stärkeren Pokémon belohnt. Ist es erst einmal gefangen, kann das kleine Monster trainiert und gegen andere Pokémon in sogenannten Arenen im Kampf antreten. Die Arenen sind dabei via GPS an bestimmte Orte in unserer physischen Umgebung gebunden. Möchte man also in einer Arena kämpfen, muss man sich tatsächlich bemühen und dort hingehen - übrigens ist die HdM eine Arena und eine ziemlich starke noch dazu. Wer darin also bestehen möchte, sollte zuvor fleißig trainieren.

Kurzfristiger Hype oder nächstes großes Ding?

Zur Detailansicht
Die Hochschule der Medien ist in Pokémon Go eine umkämpfte Arena mit schnell wechselnden Arenameistern. (Screenshot: Gilles C. Förstner alias GCF268
Ist Pokémon Go mit seinen explodierenden Nutzerzahlen etwas, womit wir uns noch viele Jahre beschäftigen werden und sehen wir den Beginn eines nächsten Facebooks oder Snapchats? Fabian Heidelberg, Mobile Medien-Student an der HdM im dritten Semester meint: "Der Hype wird auf jeden Fall anhalten, aber nur wenn jetzt schnell neue Funktionen implementiert werden, wie die Tausch-Funktion oder dass man generell mehr mit den anderen Trainern in seiner Umgebung interagieren kann." Ganz begeistert ist auch Ceceilie Bluthardt, die im ersten Semester Mediapublishing an der HdM studiert. "Es macht einfach super viel Spaß und erinnert mich an meine Kindheit, in der ich mich schon mit den Pokémon-Spielen auf dem Gameboy beschäftigt habe. Außerdem komme ich durch Pokémon Go öfter an die frische Luft und verknüpfe das Spielen mit dem Ausführen meiner Hunde."

Neue Werbemittel, Unfälle und Überfälle auf Pokémon-Gamer

Zur Detailansicht
"Pokémon Go is a no-go when driving". Foto by Cyclonebiskit (Own work) (CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)), via Wikimedia Commons
Auch gastronomische Betriebe und Läden sind auf den Hype aufgesprungen und locken Pokémon mittels eines Items virtuell an ihre GPS-Koordinaten. Durch das spezielle Item, das sich Lockmodul nennt, müssen Spieler nicht mehr die Pokémon suchen, diese kommen dann 30 Minuten lang automatisch zu den GPS-Koordinaten an denen das Lockmodul eingesetzt wurde. Pokémon-Trainer in der Umgebung können dies auf ihrem Smartphone sehen, streben dorthin und steigern den Umsatz des Geschäfts.

Die Augen offen zu halten ist aber nicht nur wichtig um sich kein seltenes Pokémon durch die Lappen gehen zu lassen. Es mehren sich auch die Meldungen über Unfälle und Überfälle durch und auf unaufmerksame Gamer. Auch ein Warnhinweis, der erscheint wenn man die App auf seinem Smartphone startet, weist darauf hin, dass man seine physische Umgebung nicht aus den Augen lassen und Aufmerksam bleiben soll. Auch das Suchtpotenzial des Spiels und die Unmengen an Daten, die die App abgreift, können den Spielspaß dämpfen und sollten jedem Pokémon-Trainer bewusst sein.

 

 

Quellen:

Startseitenbild: Screenshot des Login-Screens der Pokémon Go App

finanzen.net

t3n.de

handysektor.de

pokemon.com

 

Gilles Förstner

VERÖFFENTLICHT AM

15. Juli 2016

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren