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Hochschule der Medien

Technologisches Praktikum

Die HdM als Banknotendruckerei

Im Sommersemester 2016 beschäftigten sich zwei technologische Praktika (TP) des Studiengangs Druck- und Medientechnologie mit Sicherheitsmerkmalen beim Druck von Wertpapier: Im TP Siebdruck stellten Studenten "Rah" her; im TP Spezialdruckverfahren wurden "Debakel" produziert. Die Projektteams bekamen dabei von Brancheninsidern Einblicke in die Welt des Zahlungsmitteldrucks.

Die HdM als Banknotendruckerei
(Fotos: Sebastian Paul)

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Der "Rah" Schein wurde im TP Siebdruck hergestellt
Die Idee, eigenes Geld herzustellen, hatte Marc Hunsänger, der Druck- und Medientechnologie im fünften Semester studiert. Unter der Leitung von Professoren und Mitarbeitern des Studiengangs, machten sich die Studenten daran, Wertpapier mit integrierten Sicherheitsmerkmalen zu drucken. Von der Gestaltung über Druckversuche bis hin zur finalen Druckproduktion - alle Arbeitsschritte wurden von den Projektteams geplant und durchgeführt. Fachliche Einblicke lieferten Experten aus der Branche: Referenten aus Institutionen und Unternehmen des Sicherheitsdrucks, wie etwa der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, dem Bundeskriminalamt oder dem Pharmaetikettenhersteller Rondo, vermittelten den Teilnehmern eindrucksvoll die Arbeitsfelder von Druckingenieuren im Wertpapier- und Sicherheitsbereich. Das besondere daran: Alle Experten sind Absolventen des Studiengangs Druck- und Medientechnologie an der HdM.

In die Produktion der Banknoten flossen eine Menge technischer Raffinessen. Die Geldscheine mit dem Namen "Rah" wurden im Siebdruck hergestellt. Dabei wurden bereits existierende optische und haptische Sicherheitsmerkmale des Wertpapierdrucks übernommen, aber auch eigene von den Studenten entwickelt. So ist der "Rah" mit UV-Farbe bedruckt worden, die nur im Schwarzlicht sichtbar wird. Weiterhin sind feine Linien und Raster auf den Karton gedruckt worden - am Rand des Geldscheins sind diese Linien Morsezeichen. Die Zahl 185 auf dem "Rah"-Schein ist mit Iriodinfarbe gedruckt, die unterschiedliche Metallpigmente enthält. Diese erzeugen, je nach Lichteinfall, einen bestimmten Farbton. Das Verfahren des Iriodindrucks ist ausschließlich dem Wertpapierdruck und bestimmten Herstellern vorbehalten. Weiterhin befindet sich auf dem "Rah" eine Heißfolienprägung mit Hologramm-Effekt.

Die "Debakel" entstanden im TP Spezialdruckverfahren, Fotos: Sebastian Paul
Bei den "Debakel" wurde der Irisdruck angewandt, der ebenfalls ein Sicherheitselement beim Wertpapierdruck darstellt. Die Besonderheit des Irisdrucks bildet die Farbmischung, die erst während des Druckvorgangs in der Offsetmaschine umgesetzt wird. Der Irisdruckeffekt macht jeden Papierbogen individuell, so dass auch jeder Geldschein einen eigenen Farbverlauf besitzt. Weiterhin konnten so feinste, im Irisdruck realisierte, Guillochen auf das Papier kommen. Zudem kam ein Sechsfarben-Sonderdruck zum Einsatz, zusätzlich zu diversen Effektlacken, die in einem zweiten Schritt aufkaschiert wurden - auch bei den "Debakel" wurde beispielsweise eine Farbe verwendet, die unter UV-Licht fluoresziert. In einem weiteren Arbeitsschritt wurden die Bogen formgestanzt um ein zusätzliches haptisches Erkennungsmerkmal zu erzeugen - so fehlt den "Debakel" nicht nur oben Rechts eine Ecke, sie haben auch eine kleine Aussparung im unteren Bereich des Scheins.

Präsentiert wurden die Geldscheine auf der MediaNight zum Ende des Sommersemesters 2016, bei der sie als Zahlungsmittel am Stand des Studiengangs Druck und Medientechnologie zum Einsatz kamen. Für die Studenten der Projektteams waren beide technischen Praktika nicht nur ein Einblick in die Wertpapierdruckbranche, sondern auch in ein eventuelles zukünftiges Arbeitsgebiet.

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

25. Juli 2016

KONTAKT

Prof. Armin Weichmann

Druck- und Medientechnologie / Digital Publishing

Telefon: 0711 8923-2197

E-Mail: weichmann@hdm-stuttgart.de

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