DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Trendbarometer Kreativwirtschaft Baden-Württemberg

"Gemeinsam erreichen Kreative mehr"

Seit 2012 ermittelt das Institut für Kreativwirtschaft (IKW) an der Hochschule der Medien (HdM) in einem Trendbarometer die Entwicklungen innerhalb der Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg. In der aktuellen Studie wird der Fokus auf die kooperativen Arbeits‐ und Beschäftigungsformen in den Kreativbranchen gelegt und das Thema Kooperationen aus den vorangegangenen Ausgaben vertieft.

Zur Detailansicht
Im April 2016 erschien das neue "Trendbarometer Kreativwirtschaft".
Die Kultur‐ und Kreativwirtschaft zählt trotz ihres noch jungen Daseins als ein Wachstumsfeld in Europa. Für die Landesregierung Baden‐Württemberg ist sie von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes. Allein in Baden-Württemberg gibt es 30.882 Unternehmen in der Filmbranche, der Musikwirtschaft oder dem Werbemarkt. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Erlös von rund 23,6 Milliarden Euro.

Die Studie "Trendbarometer Kreativwirtschaft" ist bereits die vierte empirische Untersuchung zu Strategien und Handlungsfeldern der Kreativen. Sie wurde im Auftrag des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden‐Württemberg an der HdM durchgeführt. Die Gesamtstudie ist im April 2016 erschienen. Befragt wurden Kreative aus allen Teilbereichen der baden-württembergischen Kreativszene.

Kooperative Arbeitssituationen

Im Fokus der Studie stehen Fragen, welchen konkreten Nutzen Kooperationen unter Kreativschaffenden haben und wie sie erfolgreich umgesetzt und gestaltet werden können. Dabei wird auch geklärt, wo und wie häufig die räumliche und virtuelle Zusammenarbeit stattfindet, inwieweit Kreativzentren bereits etabliert sind und welchen Einfluss informationstechnische Plattformen bei der Kooperationsarbeit haben.

Zur Detailansicht
Woher kommen die Kooperationspartner?
Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Kreativunternehmen überwiegend mit Kooperationspartnern aus Deutschland zusammenarbeiten, knapp jeder Dritte aber bereits eng mit internationalen Partnern. Eine besondere Form der Kooperationen bieten die so genannten "Coworking Spaces", eine gemeinsam genutzte Arbeitsstätte, die auch gemeinsame Arbeitssituationen und Arbeitsprozesse einschließt. Internationale Kontakte und Kooperationen gewinnen an Bedeutung. Bei der Kontaktpflege ist die Verwendung von Informations‐ und Kommunikationstechnologien ein wertvolles Instrument. Laut "Trendbarometer 2015" werden zur Unterstützung erfolgreicher Kooperationen sowohl reale als auch virtuelle Orte der Kooperationen genutzt.

Mehr als ein attraktives Raumangebot

Zur Detailansicht
Welche Erwartungen haben Kreativschaffende an die Arbeit in Kreativzentren?
Die Studie zeigt auch, dass vor allem Kreativzentren den Nutzern die Möglichkeit bieten, mit Menschen und Unternehmen verschiedenster Art in unmittelbarer Umgebung zu kooperieren. Besonders der Austausch von Wissen, die gegenseitige Inspiration und der Aufbau von Netzwerken sind den Befragten in gleichem Maße wichtig wie günstige Raummieten. Die Kreativzentren müssen daher neben mietbaren Räumen mit professionellen Infrastrukturen für vielfältige Arbeitssituationen vor allem Situationen der Begegnung bieten. Zudem wird das Image als Kreativstandort als Identifikationsmerkmal erwartet, mit dem man auch die eigene Sichtbarkeit am Markt verbessern möchte. 60 Prozent der Befragten erwarten, dass sie ein Partnernetzwerk aufbauen können.

Kooperationen brauchen professionelle Infrastrukturen

Zur Detailansicht
Welche Standortfaktoren spielen für Kreativschaffende eine Rolle? Quellen: www.institut-kreativwirtschaft.de
Ein entscheidender Faktor für den Standort eines Kreativzentrums ist dessen infrastrukturelle Anbindung. Dabei sind sowohl die Erreichbarkeit von Einrichtungen des öffentlichen Personennahverkehrs wie auch die digitale Anbindung durch ein leistungsfähiges Breitbandnetz von zentraler Bedeutung. Prof. Dr Martin Engstler vom Institut für Kreativwirtschaft nennt das "Coworking0711" in Stuttgart als Beispiel: "Kreative wollen keine isoliere Arbeitssituationen, sondern brachen Raum für spontane Begegnungen und Diskussionen."

 Bedarf an Angeboten

"Gemeinsam erreichen Kreative mehr. Zur Entfaltung der geforderten Kreativität in der Kreativarbeit ist ein hohes Maß an Flexibilität in stets wechselnden Kooperationssituationen gefordert. Die immer mehr entstehenden Kreativzentren und Coworking-Spaces bieten Kreativschaffenden einen Ort der gelebten Kreativarbeit, des persönlichen Austauschs mit Kunden sowie Partnern und vor allem der Inspiration", so Engstler. Modelle solcher Kreativzentren fänden bereits auch in klassischen Industrien Eingang, die neuen Arbeits- und Kooperationsformen zur Förderung von Kreativität und Innovation seien nicht auf die Kreativbranchen begrenzt, fasst Engstler die Ergebnisse des Trendbarometers zusammen.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Martin Engstler, Lutz Mörgenthaler und Prof. Holger Nohr durchgeführt. Seit Januar 2016 bilden das Institut für Kreativwirtschaft und das Institut für qualitative Medien- und Innovationsforschung gemeinsam den Forschungsleuchtturm "Creative Industries and Media Society" im Institut für Angewandte Forschung an der HdM.

Joelle Mittnacht

VERÖFFENTLICHT AM

29. Juli 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Martin Engstler

Telefon: 0711 8923-3172

E-Mail: engstler@hdm-stuttgart.de

ARCHIV

Forschung
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren