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Popskandale: Schockieren um jeden Preis

Auch in diesem Sommer präsentiert der deutsch-französische TV-Kanal ARTE einen besonderen Themenschwerpunkt, diesmal mit dem Titel "Summer of Scandals". In einer Reihe von Dokumentationen stellt der Sender von Mitte Juli bis Mitte August 2016 die größten Skandale der Pop- und Modewelt mit den provokantesten Persönlichkeiten der Popkulturgeschichte vor.

Zur Detailansicht Ein Plakat des ARTE Summer of Scandals mit Iggy Pop in einer Stuttgarter U-Bahn-Station. © ARTE

Ein Plakat des ARTE Summer of Scandals mit Iggy Pop in einer Stuttgarter U-Bahn-Station. © ARTE

Höhepunkt des "Summer of Scandals" war die Ausstrahlung der zweiteiligen Hauptdokumentation "Pop Scandals" am 30. Juli 2016. Die hochwertige und unterhaltsame Dokumentation präsentierte die größten Popskandale der Geschichte: Musiker wie Elvis Presley, The Rolling Stones, Janis Choplin, Iggy Pop oder Madonna brachen mit ihren Bühnenshows und Fernsehauftritten die Konventionen ihrer Zeit, lehnten sich gegen traditionelle Werte auf und wurden somit zu Vorbildern einer rebellierenden Jugend, zum Beispiel im Kontext der sexuellen Revolution. "Sex, Drugs and Rock'n'Roll" wurde zum Leitspruch der Popstars, die, vor allem in den sehr christlich geprägten USA, als eine Erscheinung des Satans bezeichnet wurden. Die Zerstörung von Instrumenten oder die Tötung von Tieren auf der Bühne, provokative Texte oder sexuelle Freizügigkeit - nichts blieb unversucht, um Tabus zu brechen und einen Skandal auszulösen.

Der mediale Skandal-Overkill

Unter anderem wurde der Skandal um Janet Jacksons Busenblitzer beim amerikanischen Superbowl zu einem der größten Medienspektakel der Geschichte. Die Dokumentation verdeutlicht, wie das Fernsehen als wichtigstes Massenmedium zur Bühne des Skandals wurde und wie das Geschäftsmodell der Papparazzi und Boulevardblätter auf Skandalen aufbaut. Heutzutage hat sich durch das Internet und die sozialen Medien jedoch einiges verändert: Es besteht eine Informations- und Reizüberflutung, sodass Künstler wie Lady Gaga oder Miley Cyrus immer schärfere Grenzen überschreiten müssen, um aufzufallen. Wir befinden uns in einem "medialen Overkill", in dem Skandale zum Alltag geworden sind.

"Summer of Scandals" als crossmediales Ereignis

Wie in den Sommern zuvor, zieht sich der Themenschwerpunkt durch das gesamte Programm von ARTE: Verschiedene Sendungen greifen das Thema Skandale auf und passende Spielfilme werden gezeigt, wie Monty Pythons "Das Leben des Brian", der für seine Verspottung des Christentums bekannt ist, oder "The Wild Bunch", der scharfe Kritiken für seine besonders brutalen Szenen bekam. Des Weiteren sind in der Reihe "ARTE Concert" Live-Auftritte von Skandal-Bands wie The Libertines zu sehen, deren Frontsänger Pete Doherty für zahlreiche Schlagzeilen sorgte, oder Peaches, die auf der Bühne gerne provozieren. Die Webplattform "ARTE Creative" stellt Skandalkünstler wie Paul McCarthy und Anish Kapoor vor und auf der ARTE Facebook-Seite können die User ihre eigene Skandalblatt-Titelseite mit Fotos von ihren Freunden erstellen und teilen.

Präsentiert wird der Schwerpunkt dieses Jahr von Sänger Iggy Pop. Die ARTE-Webseite bietet einen Überblick über alle Sendetermine sowie eine Playlist mit Sendungen, darunter auch die Dokumentation "Pop Scandals", die in der Mediathek abrufbar sind. Manche von ihnen sind zu Beginn mit einem Hinweis versehen, dass "die Sendung Passagen enthält, die empfindsame und junge Zuschauer schockieren können". Das lässt den Zuschauer umso mehr schmunzeln, da in der Dokumentation "Pop Scandals" auch auf die Entstehung des "Parental Advisory"-Stickers eingegangen wird. So hat ARTE wieder ein gelungenes, unterhaltsames Programm für den Sommer geschaffen, das interessante Fakten zur Popkulturgeschichte preisgibt.

Alexandra Seidel

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