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Radio-Geschichte

Datenrausch statt Wellensalat

In den 1950er Jahren wurden in Deutschland die ersten Radioprogramme auf Ultrakurzwelle (UKW) gesendet. Da UKW einen rauschfreien Empfang ermöglicht, setzte sich die Technik schnell durch und verdrängte den bis dato genutzten Übertragungsweg der Mittelwelle (MW). Nun ist mit Digital Audio Broadcasting (DAB) eine Sendetechnik vorhanden, die wiederum zur Abschaltung des UKW und somit zu einem erneuten Wandel des Radionetzes in Deutschland führen könnte.

Das Logo der Initiative Digitalradio Deutschland, ein Gemeinschaftsprojekt von ARD, Deutschlandradio, DRD Digitalradio Deutschland GmbH und Media Broadcast.

Das Logo der Initiative Digitalradio Deutschland, ein Gemeinschaftsprojekt von ARD, Deutschlandradio, DRD Digitalradio Deutschland GmbH und Media Broadcast.

DAB soll zukünftig das UKW-Radio ablösen. Foto: Janina Wollensak und Alexandra Seidel

DAB soll zukünftig das UKW-Radio ablösen. Foto: Janina Wollensak und Alexandra Seidel

Vor den 1950er Jahren war die Mittelwelle der Hauptübertragungsweg für Radiosender in Deutschland und Europa. Mit ihrer Reichweite war es möglich, Sendungen aus Deutschland europaweit zu empfangen und auch europäische Sendungen in Deutschland zu hören. Allerdings waren die Frequenzen im Mittelwellenbereich dadurch stark belegt: Es blieb wenig Platz für die Vielzahl an Sendern. Zudem kam es bei der Übertragung zu häufigem Rauschen, da die Amplitudenmodulation (AM), die bei der Mittelwellen-Sendetechnik zum Einsatz kommt, besonders störanfällig ist.

UKW-Technik setzt sich durch

Mit der Entwicklung von leistungsstärkeren Sendeanlagen konnten ab den 1940er Jahren auch Kurzwellen und Ultrakurzwellen für die Übertragung von Radiosendungen genutzt werden. Weltweit wurde die UKW-Technik zum ersten Mal jedoch von deutschen Regionalsendern verwendet, als diesen im Jahr 1950, nach dem Zweiten Weltkrieg, ein Platz im überbelegten Mittelwellenfrequenzbereich verwehrt wurde. Die UKW-Übertragung mit Frequenzmodulation (FM) hat den Vorteil, weniger störanfällig zu sein, doch ihre kurze Reichweite macht die Verbreitung des Radioprogramms aufwendiger, was die Techniker damals vor eine Herausforderung stellte. Zudem mussten die Radiohörer neue Empfangsgeräte kaufen. Der technische Fortschritt fiel jedoch zugunsten von UKW aus und das Mittelwellenradio rückte in den Hintergrund. Ende des Jahres 2015 wurde der letzte Mittelwellensender Deutschlands aus Kostengründen abgeschaltet: Die Gelder sollen in die neue Sendetechnik des Digital Audio Broadcasting (DAB) investiert werden.

DAB soll UKW ablösen

Die Entwicklung des Digital Audio Broadcasting Systems wurde bereits in den 1980er Jahren im Rahmen des europäischen Projekts EUREKA-147 beschlossen und als Nachfolger des analogen UKW-Hörfunks bestimmt. Beim DAB werden Signale ebenfalls terrestrisch übermittelt, allerdings nicht durch Frequenzmodulation, sondern durch digitale Codierung. Die Sender bekommen somit eine größere Reichweite als beim UKW-System und es können mehr Sender empfangen werden. Das erklärte Ziel der Europäischen Kommission war es, bis zum Jahr 2012 das UKW-System abgeschaltet zu haben. Jedoch konnte sich DAB aufgrund des Qualitätsmangels der Signale nicht durchsetzen. Erst mit dessen Weiterentwicklung DAB+ kann beim digitalen Übertragungsweg seit dem Jahr 2011 eine vergleichbare Qualität zu UKW gewährleistet werden. Auch wenn das System noch nicht stark verbreitet ist, deuten die ansteigende Produktion von kompatiblen Empfangsgeräten und unterstützende PR-Berichte von Hörfunksendern wie auf SWR3 darauf hin, dass DAB+ sich als zukünftiges Sendesystem durchsetzen wird.

Alexandra Seidel

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