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Medienverhalten der Jugendlichen

Whatsapp und Snapchat auf dem Vormarsch

Whatsapp ist das alltägliche Kommunikationsmittel der deutschen Jugend. 95 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren in Deutschland tauschen sich regelmäßig über die App aus. Das ergab die JIM-Studie 2016 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Die Studienreihe JIM soll das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland abbilden. 1200 Jugendliche wurden im Frühsommer 2016 telefonisch befragt.

Das Cover der Studie

Das Cover der Studie

Im Vergleich zum Vorjahr konnte Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern (2015: 31 Prozent) seine Position im Medienalltag der Jugendlichen weiter ausbauen. Auch bei Instagram (2016: 51 Prozent, 2015: 44 Prozent) und Whatsapp (2016: 95 Prozent, 2015: 89 Prozent) ist der Anteil regelmäßiger Nutzer unter den Jugendlichen gestiegen, während bei Facebook (2016: 43 Prozent, 2015: 51 Prozent) ein Rückgang zu verzeichnen ist. Bei der konkreten Frage nach den generell für sie persönlich wichtigsten Apps - bis zu drei Nennungen waren möglich - zeigt sich ein ähnliches Bild: Neben Whatsapp nennen 37 Prozent Instagram. Snapchat, Youtube und Facebook zählen für gut jeden Vierten zu den unverzichtbaren Anwendungen auf dem Smartphone. Dabei hängt die Nutzung der Apps auch vom Alter ab. Instagram verzeichnet die meisten regelmäßigen Nutzer bei den 14- bis 15-Jährigen, Snapchat wird erst ab 14 Jahren interessant für die Jugendlichen. Facebook hat bei den Jüngeren kaum noch Bedeutung, ist bei den 18- bis 19-Jährigen als Kommunikationsmedium aber immer noch stark im Medienalltag verankert. Einzig Whatsapp spricht Mädchen und Jungen sowie alle Altersgruppen in gleichem Maße an und nimmt hier ebenfalls die Spitzenposition ein.

92 Minuten für Hausaufgaben

Die JIM-Studie lässt nicht nur Rückschlüsse auf die Mediennutzung junger Menschen zu, sondern nimmt auch das Umfeld unter die Lupe. Nach Angaben der Schüler gibt es an 41 Prozent der deutschen Schulen WLAN, allerdings ist dies in den meisten Fällen nicht für die Schüler gedacht. 29 Prozent dürfen das WLAN an der Schule generell nicht nutzen, fünf Prozent der Schüler ist es erlaubt, das Schul-WLAN in den Pausen zu nutzen. Auch zu Recherchezwecken im Unterricht dürfen sich die Schüler nur selten mit dem WLAN-Zugang verbinden. Nur sieben Prozent der Schüler gaben an, bei spezifischen Aufgabenstellungen auf das mobile Netz zugreifen zu dürfen. Insgesamt verbringen Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland durchschnittlich 92 Minuten an einem Wochentag mit ihren Hausaufgaben. Mädchen investieren mit 106 Minuten deutlich mehr Zeit, während die Jungen mit durchschnittlich 78 Minuten den Schnitt drücken. Knapp die Hälfte dieser Zeit (40 Minuten) arbeiten die zwölf- bis 19-jährigen Schülerinnen und Schüler jeden Tag zuhause am Computer oder im Internet für die Schule.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) und der Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) stellte der Medienpädagogische Forschungsverband die Studie vor. Die Gesamtergebnisse der JIM-Studie 2016 wurden am 25. November 2016 in der Popakademie Mannheim der Öffentlichkeit präsentiert.

Maximilian Wolf

VERÖFFENTLICHT AM

30. November 2016

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