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Hochschule der Medien

Die Alumni der HdM, Teil 45

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Carsten Schwab machte 2006 sein Diplom im Studiengang Mediapublishing und Verlagswirtschaft an der Hochschule der Medien (HdM). Heute ist der 37-Jährige Herstellungsleiter im schweizer Diogenes Verlag und gestaltet dort den technologischen Wandel in der Verlagsbranche mit.

HdM-Alumnus Carsten Schwab (Foto: Julia Sidorenkova)

HdM-Alumnus Carsten Schwab (Foto: Julia Sidorenkova)

Nach seinem Studium arbeitete Carsten Schwab als Hersteller beim S. Fischer Verlag in Frankfurt. Als Projektleiter war er dort maßgeblich an der Einführung eines XML-Workflows beteiligt und für die Digitalisierung wichtiger Werke der Backlist verantwortlich. Neben seiner Tätigkeit als Hersteller war er mehrere Jahre als Dozent für Herstellung und elektronisches Publizieren am mediacampus frankfurt tätig und hielt im Auftrag des Goethe Instituts und der Frankfurter Buchmesse Seminare in Europa, Afrika und Asien. Schwab wurde 2010 im Wettbewerb "Die schönsten deutschen Bücher 2009" für seine typographische Arbeit von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet und 2016 für den Young Excellence Award des Börsenblatts des deutschen Buchhandels nominiert.

"Mich fasziniert das Spannungsfeld zwischen traditioneller Herstellung und den neuen Herausforderungen der aufziehenden digitalen Ära", so Schwab über seinen Beruf. Als Herstellungsleiter bei Diogenes sorgt er dafür, dass dort Bücher entstehen, die sich trotz des hohen Kosten- und Termindrucks durch ihre überdurchschnittlich hohe Qualität auszeichnen. Zugleich ist es ihm ein besonderes Anliegen, den technologischen Wandel, der die Verlagsbranche bewegt, aktiv mitzugestalten, das heißt: Nicht nur Bücher zu machen, sondern Inhalte über alle Kanäle - die digitalen eingeschlossen - aufzubereiten und zugänglich zu machen.

Alumnisprechstunde mit ...

Name: Carsten Schwab
Alter: 37 Jahre
Studiengang an der HdM: Mediapublishing und Verlagswirtschaft
Jahr des Studienabschlusses: 2006
Thema der Abschlussarbeit: Einsatz von XML-Technologien in Publikumsverlagen

Stationen nach der HdM:
- S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main (Hersteller)
- mediacampus frankfurt | schulen des deutschen buchhandels GmbH (nebenberuflicher Dozent für Verlagsherstellung)
- Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg (Herstellungsleitung)
- Diogenes Verlag, Zürich (Herstellungsleitung)

Berufsbezeichnung: Herstellungsleiter (mit Prokura)

HdM: Wie war Ihr letzter Tag als HdM-Student?
Carsten Schwab: Großartig. Meine Diplomarbeit hatte ich bereits im achten Semester parallel zu den letzten Vorlesungen geschrieben. Somit war mein Studium in dem Moment beendet, in dem ich nach der letzten Klausur den Stift fallen ließ - ein tolles Gefühl. Anschließend ging es dann gleich zum Public Viewing. Es war Fußball-WM in Deutschland.

HdM: Wie war der erste Tag nach dem Abschluss?
Carsten Schwab: Daran kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Es war aber bestimmt ein schöner Tag.

HdM: Wo haben Sie in der HdM am liebsten studiert?
Carsten Schwab: Zählt das Bauhäusle noch zur HdM ...?

HdM: Wie sieht ihr heutiger Arbeitsplatz aus?
Carsten Schwab: Der Diogenes Verlag ist mitten in Zürich gelegen, keine fünf Minuten vom Schauspielhaus und vom Kunsthaus entfernt. Die Wände unseres Lagers sind voll von Unterschriften unserer Autoren und am Eingang steht immer ein Korb mit Äpfeln bereit. Kann man sich einen schöneren Arbeitsplatz vorstellen?

HdM: Wie fing ein typischer HdM-Tag bei Ihnen an?
Carsten Schwab: Erstmal eine Dreiviertelstunde mit U- und S-Bahn quer durch die Stadt fahren. So kam ich immer zum Lesen - Literatur schon, wenn auch nicht immer Fachliteratur. Dann schnell in die S-Bar einen Kaffee holen, und es konnte losgehen.

HdM: Was machen Sie heute als erstes, wenn Sie anfangen zu arbeiten?
Carsten Schwab:
Ich begrüße meine Kollegen und Mitarbeiter, fahre den Rechner hoch, erschrecke ob der vielen neuen E-Mails - und hole mir erstmal einen Kaffee. Dann priorisiere ich meine Aufgaben und lege los.

HdM: Wer war Ihr Lieblingsprof an der HdM und warum?
Carsten Schwab: Einen Lieblingsprof hatte ich nicht. Ich hatte aber auch noch nie eine Lieblingsfarbe oder ein Lieblingstier. Obwohl ich grün mag und Tintenfische faszinierend finde. Elefanten aber auch.

HdM: Welche Vorlesung ist Ihnen am meisten hängen geblieben und warum?
Carsten Schwab: Da gab es natürlich schon einige Highlights. Werkstoffe bei Prof. Dr. Rainer Nestler, Typographie bei Prof. Hans-Heinrich Ruta, Elektronisches Publizieren bei Tobias Ott. Diese Themen beschäftigen mich auch heute noch jeden Tag.

HdM: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal Student wären?
Carsten Schwab: Ich bin mit dem Verlauf meines Studiums eigentlich ganz zufrieden. Vielleicht würde ich mir noch mehr Zeit nehmen, um spannende Themen zu vertiefen. Das Studium ist so breit angelegt, da werden manche Bereiche nur sehr oberflächlich gestreift. Ich störe mich zum Beispiel an dem momentanen Slogan des Studiengangs, "Verlagsallrounder mit Zukunftskompetenz". Das suggeriert, man solle möglichst alles einmal hören und könne anschließend überall in der Verlagsbranche arbeiten, egal ob im Bereich Rechte und Lizenzen, im Marketing oder in der Produktion. Das ist aber ein Trugschluss. Man sollte sich frühzeitig darüber klar werden, wofür man wirklich brennt und sich dann entsprechend spezialisieren. Ohne Leidenschaft wird man im Berufsleben nicht erfolgreich sein - oder zumindest keine Freude haben.

HdM: An was arbeiten Sie gerade?
Carsten Schwab: An der digitalen Umsetzung der Theaterstücke Friedrich Dürrenmatts, an einem wunderbaren Bildband von Christoph Niemann, zu dem es eine limitierte Vorzugsausgabe geben wird, an unseren neuen Notizbüchern "Diogenes notes" mit heraustrennbaren Seiten und an vielen aufregenden, neuen Romanen - es wird also nie langweilig.

VERÖFFENTLICHT AM

14. Dezember 2016

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