DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Jahresrückblick 2016

Die Welt trauert, redet postfaktisch und beweist Gravitationswellen

Als ein verrücktes Jahr wird 2016 in die Geschichtsbücher eingehen. Besonders in der ersten Hälfte verlor die Welt viele Prominente. Nicht weniger überraschend waren die politischen Entscheidungen, die in der zweiten Hälfte folgen sollten. Gerade in Deutschland war 2016 auch ein Jahr der Angst. Eine Angst vor dem Terror und dessen indirekten Folgen, die auch die großen Sportereignisse überschattete.

Im Jahresrückblick fassen wir Ereignisse und Momente aus dem Jahr 2016 zusammen.

Im Jahresrückblick fassen wir Ereignisse und Momente aus dem Jahr 2016 zusammen.

Mit einem Trauerflor bestückt ist 2016 das Jahr vieler verstorbener Stars und Prominenten. Neben des Todes der Musik-Legende David Bowie, des ehemaligen Außenministers Guido Westerwelle oder der Schauspieler Götz George und Alan Rickman, betrauerte die Medienlandschaft auch den Tod vermeintlich unbekannter Menschen.

Bereits am 3. Januar starb Sante de Santis im Alter von 50 Jahren. Der Italiener lebte seit 1989 in Stuttgart und betrieb hier das Restaurant "San Pietro". Bekannt wurde er als Kochbuchautor und Fernsehkoch in der Vox-Show "Kochduell". Nur einen Tag später starb Mara Maranow, die mehr als 20 Jahre in der ZDF-Krimireihe "Ein starkes Team" eine Hauptrolle spielte. Auch sie wurde nur 54 Jahre alt. Am selben Tag verstarb TV-Moderator Achim Mentzel im Alter von 69 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Jahr noch 362 Tage, aber schon drei deutsche TV-Prominente verloren.

Verlust von Löwenzähnen, Sexperten und Wurstessern

Neben dem früheren TV-Moderator und Bestsellerautor Roger Willemsen machte vor allem der Tod des legendären Löwenzahn-Moderators Peter Lustig Schlagzeilen. Der gelernte Rundfunkmechaniker und Elektrotechniker wurde 1937 in Breslau geboren. Als Techniker bei AFN war er unter anderem verantwortlich für die Aufnahme des berühmten Kennedy-Zitates: "Ich bin ein Berliner." Später wechselte er zum ZDF und wurde vom Sender 1979 vor die Kamera geholt. Ein Jahr später wurde seine Sendung "Pusteblume" in "Löwenzahn" umbenannt, die er 26 Jahre lang prägte. 2005 verabschiedete sich Peter Lustig aus dem Fernsehen und lebte bis zu seinem Tod in Husum.

Schauspielerin Hendrikje Fitz verlor ein Jahr nach der Diagnose ihren Kampf gegen den Krebs. Der Star aus der MDR-Serie "In aller Freundschaft" wurde gerade einmal 54 Jahre alt. Tatort-Ermittler Karl-Heinz von Hassel, Arne Elsholtz, die deutsche Synchronstimme von Tom Hanks, oder die selbsternannte "Sexpertin" Erika Berger - sie alle prägten die deutsche Fernsehlandschaft und werden dieser in den kommenden Jahren fehlen. Fehlen wird ohne Zweifel auch Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck, der nach eigenen Angaben seine erste Currywurst erst im Alter von 80 Jahren aß - selbstverständlich schmeckte sie ihm nicht. Der gebürtige Duisburger zog Anfang der 1980er Jahre nach Schorndorf und verbrachte seine letzten Jahre im Schwarzwald, wo er mit 87 Jahren am 7. Juli 2016 starb. Siebeck verstand sich als "kulinarisches Gewissen Deutschlands" und behielt bis ins hohe Alter als Gastronomiekritiker und Kolumnist seinen Biss.

Von metallenen Medaillen, schlimmen Doping und runden Bällen

Fast nur die Hälfte des stolzen Alters von Wolfram Siebeck erreichte die ZDF-Sportmoderatorin Jana Thiel. Nach einer schweren und kurzen Krankheit starb sie am 11. Juli im Alter von nur 44 Jahren. Bis zum Mai 2016 präsentierte sie den Sport in der ZDF-Nachrichtensendung "heute" und war vor allem bei Wintersportfans bekannt. Die Olympischen Sommerspiele, die sie 2004 in Athen noch selbst moderierte, erlebte sie nicht mehr. Es waren Sommerspiele, bei denen der Sport nicht immer im Vordergrund stand. Nach Diskussionen über die Arbeitsbedingungen vor den Spielen, folgten Probleme mit den Wettkampfstätten, Beschwerden über das Olympische Dorf, eine halsbrecherische Radstrecke und ein über Nacht grün gefärbtes Springbecken während den spielen und eine Riesendiskussion um Doping nach deren Ende.

Die 442 deutschen Athleten ließen sich davon allerdings nur bedingt beeindruckten und holten 42 Medaillen. Nachdem Jogis Jungs bei der Fußball-Europameisterschaft im Halbfinale ausschieden, konnte die Olympia Auswahl von Horst Hrubesch die Silbermedaille und die deutschen Fußballfrauen um Silvia Neid Gold gewinnen. Trotz des Halbfinal-Aus der Bayern im Champions League Halbfinale gegen Atletico Madrid, konnte Deutschland seinem Ruf als Fußballnation gerecht werden.

Die sportlichen Höhepunkte gab es jedoch in drei anderen Sportarten. Bereits Anfang des Jahres begeisterten die deutschen Handball-Herren bei der Europameisterschaft in Polen. Fast-zwei-Meter-Mann Andreas Wolff hielt den Kasten mit spektakulären Paraden sauber und legte den Grundstein für den zweiten Europameister-Titel.

 


Weiterlesen auf Seite: 2


VERÖFFENTLICHT AM

29. Dezember 2016

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren