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Produktfälschungen

Online-Handel im Kampf gegen Markenpiraterie

Die Online-Händler eBay und Amazon gehen beide verstärkt gegen Anbieter von Produktfälschungen vor, um Marken zu schützen: Amazon mit Klagen und Ebay mit einem Prüfservice. Der Grund: 9,1 Milliarden Euro und 84.400 verlorene Arbeitsplätze, die Markenpiraterie allein in Deutschland verursacht.

Der Onlinehandel kämpft gegen Markenpiraterie. Bild: Pixabay

Der Onlinehandel kämpft gegen Markenpiraterie. Bild: Pixabay

In der EU liegt der Schaden bei insgesamt 14,3 Milliarden Euro, folglich hat auch Deutschland mit diesem Thema zu kämpfen. Nach und nach versuchen Online-Händler dagegen vorzugehen.

Ebays neuer Dienst mit Echtheitszertifikat

"Authenticate" - auf Deutsch: Authentifizieren oder die Echtheit von etwas bezeugen. Der neue Service "Authenticate" des Online-Händlers Ebay will genau das bieten, was die Übersetzung bereits vermuten lässt: Eine Überprüfung der Echtheit von gekauften Markenartikeln. Das neue System läuft im Test und ist recht einfach: Entweder der Käufer oder Verkäufer eines Artikels beauftragt "Authenticate", der Artikel wird auf Echtheit geprüft, anschließend wird eine Echtheitszertifikat ausgestellt (oder eben nicht) und der Auftraggeber zahlt. Falls ein gekauftes Produkt als Fälschung identifiziert wird, so muss der Kaufpreis doppelt erstattet werden.

Auch Amazon hat mit Produktfälschungen zu kämpfen

Ebay ist mit dem Vorgehen gegen das Problem der Markenpiraterie jedoch keinesfalls ein Vorreiter. Bereits vor dem großen Weihnachtsgeschäft 2016 begann die Online-Handelsplattform Amazon Anbieter von gefälschten Produkten zu verklagen. Grund hierfür ist Amazons Furcht vor einer großen Rufschädigung.

Schon im Juni 2016 fing Amazon an, gefälschte Markenprodukte aus dem Amazon-Marketplace zu entfernen. Langfristiges Ziel hinter diesem Vorgehen: Ein Amazon-Marketplace völlig frei von gefälschten Produkten. Die Klagen finden bisher nur im amerikanischen Raum statt, doch auch in Deutschland kämpft Amazon mit Betrügern, die Markenpiraterie betreiben.

Zwölf von zwölf getesteten Akkus gefälscht

Auch wenn sich Ebays "Authenticate" erst in der Testphase befindet und Amazons Klagen nur in den USA stattfinden, wird deutlich, dass Markenpiraterie ein ernstzunehmendes Problem für Online-Händler darstellt: Denn nicht nur Kunden verlieren durch Produktfälschungen ihr Vertrauen zu den jeweiligen Online-Händlern, sondern auch Verkäufer und Hersteller "echter" Marken, die die jeweiligen Verkaufskanäle wählen.

Fälschungen überschwemmen den Online-Handel, das ist gegenwärtig die Realität. Die Computerzeitschrift "c't" testete in diesem Zuge beispielsweise Akkus für Smartphones mit einem erschütternden Ergebnis: Von zwölf im Internet bestellten Akkus lagen zwölf Fälschungen vor.

Insgesamt macht das Handelsvolumen von gefälschten Markenartikeln - laut einer Untersuchung der OECD im Jahr 2013 - rund 500 Milliarden Dollar und bis zu 2,5 Prozent der globalen Importe aus.

 

Quellen: Stern, t3nFNP

Isabelle Knapp

VERÖFFENTLICHT AM

23. Januar 2017

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