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Work and Travel Story 21. März 2017

Wir waren dann mal weg ...

"Es war die Zeit meines Lebens, einfach unglaublich!" Das haben Sarina Ernst und Marleen Kledig immer wieder von Freunden gehört, die ein Semester im Ausland waren. Die beiden wollten diese Erfahrung auch selbst machen und nun, nach ihrer "Work and Travel“-Reise, können sie sagen: Ja, es ist eine unglaubliche Erfahrung - aber auch nicht immer so toll, wie jeder behauptet.

Outdoor-Aktivitäten wie eine Höhlentour in den Waitomo Caves sind in Neuseeland ein Muss
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Whalewatching ist sehr beliebt in Neuseeland
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In Neuseeland wurden die "Herr der Ringe"-Trilogie sowie die "Hobbit"-Trilogie gedreht
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Den Abel Tasman Nationalpark kann man zu Fuß, mit dem Kanu oder Surfbrett sowie auf dem Schiff erkunden, Fotos: Marleen Kledig
Den Abel Tasman Nationalpark kann man zu Fuß, mit dem Kanu oder Surfbrett sowie auf dem Schiff erkunden, Fotos: Marleen Kledig

Montag, 14. November, Auckland, Neuseeland: Sarina Ernst und ich, Studentinnen des Masterstudiengangs Unternehmenskommunikation an der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM), traten aus dem Flughafen und konnten es kaum erwarten, unser "Work and Travel"-Abenteuer zu beginnen. Um in Neuseeland zu arbeiten, mussten wir erst einmal ein Bankkonto eröffnen und eine neuseeländische Steuernummer beantragen. Das war am nächsten Tag bei der Kiwibank schnell erledigt. Jetzt fehlte nur noch ein Fahrzeug, damit wir Neuseeland erkunden konnten. Wir hatten keine Ahnung von Autos und fürchteten, übers Ohr gehauen zu werden. Aber wozu gibt es Youtube-Tutorials? Auf dem Automarkt konnten wir anfangs, trotz unseres neugewonnenen Halbwissens, keines finden, das unseren Ansprüchen genügte. Vielleicht verlangten wir aber auch einfach zu viel. Wir verzichteten auf Luxus, wie ein gutes Reifenprofil oder ein eingebautes Camperbett und wurden so doch noch fündig. Endlich konnten wir uns auf große Fahrt begeben. Mit einem Nissan Liberty, Baujahr 2003, den wir liebevoll Ottercar tauften.

Die Welt auf zwei Inseln

In Neuseeland ist die ganze Welt auf zwei Inseln vereint. Von Regenwäldern über Fjorde bis hin zu Wüstenlandschaften ist alles vorhanden. Ein Paradies auf Erden! Wir haben traumhafte Berge erklommen, sind Sanddünen heruntergerutscht und an pechschwarzen Stränden geschwommen. Wir haben eine Orkafamilie mit dem Boot begleitet, mit einem Kanu den Abel Tasman Nationalpark erkundet und aus 12000 Fuß Höhe einen Skydive gemacht. Ein besonderer Reiz lag für uns auch darin, uns im Land der "Herr der Ringe"-Trilogie auf die Spuren Frodos zu begeben, und das Auenland, Mordor und Rohan zu erkunden. So sehr uns die Natur faszinierte, so sehr brachte uns unser Auto an den Rand der Verzweiflung. Erst Probleme mit der Batterie, dann Stillstand wegen defekter Zündkerzen und zum Schluss ein Wasserleck, das den Motor zerstörte. Doch gemeinsam entwickelten wir uns zu unfreiwilligen Kfz-Experten: Wir lernten, wie man ein Auto überbrückt, Zündkerzen wechselt und einen ausgeschlagenen Reifen erkennt. Nur gegen das Wasserleck waren wir machtlos. So wurde es für uns zunehmend schwieriger, unsere Reise zu planen, da wir nie wussten, wie weit uns unser Auto noch tragen würde. Glücklicherweise kamen uns immer wieder nette Neuseeländer ("Kiwis") und Backpacker zu Hilfe, sodass wir unsere Reise bis zum Schluss genießen konnten.

Ein Paradies für Outdoor-Fans

So schön die Natur auch ist, uns fehlte ein Kontrast in Neuseeland. Die meisten Städte haben außer einer Bücherei und freiem Wlan nicht viel zu bieten. Das war ein bisschen schade, da wir uns gegen Ende der Reise an der Natur satt gesehen hatten. Der zwanzigste Strand begeistert einfach nicht mehr so sehr wie der erste und nachdem man dreißig Berge erklommen hat, fragt man sich, ob man den einunddreißigsten noch sehen muss. Aber zum Glück hat Neuseeland jede Menge Outdoor-Aktivitäten zu bieten. Skydive, Bungee-Jumping, Whalewatching, Helikopterflug und vieles mehr standen auf dem Programm. Einzigartige Erlebnisse und jede Menge Spaß - aber natürlich nicht umsonst. Zwar ist Neuseeland dank des Angebotes an Campingplätzen ein Paradies für Backpacker. Doch für viele Aktivitäten muss man tief in die Tasche greifen - gerade für jüngere Backpacker ist vieles dann nicht drin. Umso wichtiger wurde es für uns, zu arbeiten.

Fleißige Bienchen

Einen Job zu finden, war allerdings schwieriger als gedacht. Wir konnten aufgrund unseres relativ kurzen Aufenthalts von nur drei Monaten nur für einen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen an einem Ort arbeiten. Meist suchten die Farmer jedoch Arbeiter für mindestens drei Wochen. So waren wir kurz vor Weihnachten wirklich verzweifelt und nahmen einen Job in der Nachtschicht an, als Beerenpflückerinnen. Was wir nicht wussten: Eine Männerdomäne. Die afrikanischen Saisonarbeiter haben sich vermutlich gefragt, was zwei Backpackerinnen wie wir auf dem Feld zu suchen hatten. Und ehrlich gesagt, fragten wir uns das auch. Doch die Arbeit auf den großen Pflückmaschinen, mit denen wir nachts das Feld beackerten, war gar nicht so schlecht. Es war zwar kalt, eintönig und das andauernde Stehen auf Dauer ziemlich anstrengend, doch dank der zehn bis fünfzehn Stunden-Schichten konnten wir innerhalb weniger Tage gutes Geld verdienen.

Auf die kleinen Dinge kommt es an

Um ein wenig Geld zu sparen, arbeiteten wir zweimal auch als sogenannte "Pet Sitter". Dabei kümmerten wir uns um die Haustiere von Familien während ihres Urlaubes. So konnten wir einige Tage kostenlos wohnen, etwas Privatsphäre genießen und die Annehmlichkeiten der Zivilisation auskosten. Dieses "Arbeiten" war eine Abwechslung, wenn wir mal wieder genug von unserem Vagabunden-Leben hatten. Denn auf Dauer kann auch das eintönig werden. Außerdem lernten wir so neben Backpackern auch nette "Kiwis" kennen, die uns bis zum Schluss mit ihrer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft überrascht haben.

Am Ende unserer Reise sind wir glücklich über all unsere wunderbaren Erinnerungen und Erlebnisse, aber doch auch froh, wieder zuhause zu sein. Eine warme Dusche und eine saubere Toilette in der Nähe zu wissen, ist schon verdammt viel wert. Und uns bleibt die wundervolle Erfahrung, dass wir auch einmal weg gewesen sind.

Marleen Kledig

Work and Travel in Neuseeland
(Fotos: Marleen Kledig)

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