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Nachruf 15. März 2017

Prof. Dr. Lutz Lichtenau verstorben

Die Hochschule der Medien (HdM) trauert um Prof. Dr. Lutz Lichtenau. Er lehrte von 1979 bis 2007 im Studiengang Audiovisuelle Medien. Am 7. März 2017 verstarb er nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Die Hochschule der Medien bewahrt ihm ein ehrendes Andenken. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Prof. Dr. Lutz Lichtenau (Foto: Pressefoto Ulmer)
Prof. Dr. Lutz Lichtenau (Foto: Pressefoto Ulmer)

Lutz Lichtenau, geboren am 23. Dezember 1940 in Königsberg und aufgewachsen in Schwäbisch Gmünd, studierte nach einer Lehre bei den Neckarwerken Elektrotechnik an der Universität Stuttgart, wo er auch promovierte. Danach arbeitete er unter anderem für IBM und Siemens. Vielfältige Dozententätigkeiten, etwa an der Ingenieurschule Aalen oder an der Universität Stuttgart, führten ihn im Oktober 1979 an die HdM, damals noch Fachhochschule für Druck, wo er 1980 als Professor für das Lehrgebiet AV-Elektronik / Video- und Tonstudiotechnik berufen wurde.

Im Rahmen seiner Hochschullaufbahn hatte Prof. Dr. Lutz Lichtenau verschiedene Ämter inne: Er engagierte sich im Senat der Hochschule, war Fachbereichsleiter Medientechnik und Leiter eines Transferinstituts. Im März 2007, ein Jahr nach seinem 30-jährigen Dienstjubiläum, trat er in den Ruhestand. Seine ehemaligen Studenten schätzten Professor Lichtenaus Humor, seine Schlagfertigkeit, seinen Einfallsreichtum und seinen Optimismus. Sie erinnern sich noch heute gerne an seine Mathematikvorlesungen zurück, in denen es ihm regelmäßig gelungen sei, auch diejenigen morgens um 8 Uhr in die Vorlesung zu locken, die wenig Begeisterung für den Umgang mit Formeln und Zahlen mitbrachten. Zum Geburtstag oder anderen Anlässen hatte er stets ein Gedicht parat, das er selbstverständlich aus dem Stand vortrug.

Kerstin Lauer

Kommentare zum Beitrag

Detlef Happel (am 30.03.2017 um 20:47 Uhr ): Herr Prof. Lichtenau war ein toller Lehrer, der mir alles abgefordert hat. Ein echtes Vorbild, ein Prof. vor dem ich großen Respekt hatte.
RIP lieber Herr Lichtenau!


René Heß (am 23.03.2017 um 17:06 Uhr ): Ich erinnere mich nur all zu gut und immer wieder gern an die Bienchen-und-Blümchen-Ableitungsregel; an den Michael Schumacher, den man ganz klein machen muss, um ihn in die Kamera zu bekommen; an die Banane, mit der man den Logarithmus-Affen vom Baum lockt; an die Sinnhaftigkeit eines schicken Anzugs, um sich selbst auf Feiern beim Landtag einzuladen; und an so, sie viel mehr, was seine Studierenden sicher nie vergessen werden.


Susanne Menzel (am 22.03.2017 um 13:06 Uhr ): "Und wer durch die Matheprüfung fällt, sollte sich fragen, ob er fürs Leben überhaupt geeignet ist" (Prof. Dr. Lutz Lichtenau in der letzten Vorlesung vor der Matheprüfung im zweiten Semester).
Daran denke ich oft noch heute mit einem Schmunzeln zurück.


Martina Schumacher (am 18.03.2017 um 10:27 Uhr ): Während meiner Schulzeit hatte ich so manchen Mathelehrer zur Verzweiflung gebracht, daher sah ich meiner Mathematik-Vorlesung bei Prof. Dr. Lichtenau zunächst mit Skepsis entgegen. Und dann das! In einfachen Worten, immer anschaulich und mit einer Prise Humor schaffte er, dass ich nicht eine seiner Veranstaltungen verpassen wollte. Ein Mathe-Genie wurde ich dadurch freilich nicht, doch werde ich ihm auf ewig dankbar sein für seine Zusammenfassungen am Schluss, die er mit folgenden Worten einleitete: "Und jetzt nochmal für alle Schein-Mathematiker unter Ihnen..."
Er war ein toller Mensch, unser Professor Lichtenau, und er wird mir immer in guter Erinnerung bleiben. Seinen Lieben mein herzliches Beileid.


Jan Fees (am 17.03.2017 um 18:43 Uhr ): Was für eine traurige Nachricht - Professor Lichtenau war ein Highlight meines Studiums. Immer gut gelaunt, immer schlagfertig, immer lustig und immer mit voller Begeisterung für die Mathematik!


Kurt Müll (am 17.03.2017 um 12:25 Uhr ): Zu Prof.Dr. Lichtenau,
der 4 Wochen vor mir seinen Dienst an der FH Druck antrat,
gibt es viele Anektoten.
Im Andenken an ihn hier ein Eintrag aus meinem Tagebuch
im Herbst 1980:

Der Bosch Werksverkauf

Bei der Fa. Bosch Fernsehanlagen GmbH, Darmstadt
stehen die Verhandlungen über die Leihgabe eines Bildmischers
und einer der zwei gewünschten Studiokameras an.

Wir fahren, den Diesel betankt für Hin- und Rückfahrt, los.

Zum Mittagessen wird es eine Einladung in das Kundencasino
geben, wozu also Geld mitnehmen, Herr Professor ?

Ja, wäre da nicht der BOSCH Werksverkauf auf dem Gelände.
Da müssen ganz dringend und unbedingt
neue Wischerblätter für den 180er Daimler besorgt werden.

Kein Problem, da helfe ich doch gerne aus ;-)


Helena Ebel (am 16.03.2017 um 21:07 Uhr ): Auch ich habe Herrn Lichtenau als sehr humorvoll im Erinnerung:
Ich war etwas zu spät in die Mathe-Vorlesung gekommen, und hatte daher nur noch ein Platz in der ersten Reihe bekommen. Damals habe ich sogar noch mit einem Tintenfüller geschrieben. Da er ein wenig kleckste, hatte ich auch noch ein Tempo mit Tintenflecken vor mir liegen. Als mir dieses runterfiel, rief Herr Lichtenau sofort: "Bleiben Sie gemach!"
Er hob das Tempo auf, betrachtete die blauen Flecken, legte es mir auf den Tisch und fragte mit ernster Miene: "Sind Sie vom Hochadel?"


Elke Radtke (am 16.03.2017 um 12:55 Uhr ): Für mich eindeutig der beste Mathelehrer, den ich je hatte... toll erklärt und tolle Witze immer auf Lager gehabt... Er hat einfach alle gefesselt.
Einmal im Mathe-Vorlesungsraum (komplett ohne Fenster, wir nannten ihn auch liebevoll "Bunker")... sagte er sinngemäß "seht ihr die ganzen Nägel da an der Wand... ich hatte Bilder aufgehängt, doch durfte sie leider nicht hängen lassen... hier ist es immer so kahl, vielleicht könnt ihr da eure Jacken aufhängen, dann ist es wenigstens ein bisschen bunter..."
Vielen Dank Herr Lichtenau.


Angela Brauner (am 15.03.2017 um 11:13 Uhr ): Ich habe die Nachricht mit großer Betroffenheit gelesen und
erinnere mich gerne an die - stets von Humor und
positiven Überraschungen geprägte Zusammenarbeit mit Prof. Dr.
Lutz Lichtenau, der sich besonders der Problem-Mathe-Studenten
annahm und ihnen zu unerwarteten Leistungen verhalf.


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