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Logo-Relaunch

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Der Discounter Aldi Süd hat sich nach über zehn Jahren für einen Relaunch seines Logos entschieden. Ab dem 20. März kommt das überarbeitet Logo in China erstmals zum Einsatz. Nach und nach wird es dann ab Juni 2017 in allen weiteren Aldi-Süd-Ländern eingeführt. Professorin Gabriele Kille, Studiendekanin des Studiengangs Werbung und Marktkommunikation an der HdM, hat für uns das neue Logo kommentiert.

Die letzte Erneuerung des Logos fand 2006 statt und basiert, wie auch das neue Logo, auf einem Design von 1982, Foto: © Aldi
Nachdem der Discounter gemeinsam mit Aldi Nord im vergangenen Jahr in die TV-Werbung eingestiegen war, soll nun auch das neue Logo zum Modernisierungsprozess des Unternehmens beitragen. Zusammen mit der Illion Markensocietaet entschied sich Aldi Süd für eine Neugestaltung des zuletzt 2006 geänderten Logos. Dem alten Logo bleibt der Discounter allerdings in vieler Hinsicht treu, denn die traditionellen Farben Rot, Blau, Cyan, Gelb und Orange, die im Logo seit 1984 zu finden sind, bleiben erhalten. Das hellblaue "A" ist ebenfalls nach wie vor Teil des Logos und tritt im modernisierten Design als eigenständiges Element ohne Umrandung auf. Gabriele Kille ist der Meinung, dass das Zeichen die Werte von Aldi als einen hochwertigen Discounter eher weniger transportiere. "Beim Relaunch des Logos hätte man ruhig etwas mutiger sein können", so Kille.

Das neue Logo entsetzte viele Juventus-Fans, Foto: Screenshot via Instagram
Innovation statt Tradition

Der Fußballclub Juventus Turin setzt im Vergleich zu Aldi auf komplett neue Akzente beim Logo-Relaunch. Man kennt das traditionelle Klubwappen des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin in seiner ovalen Form mit schwarz-weißen Längsstreifen. Zum Bedauern vieler ist von seinem ursprünglichen Aussehen bei der Überarbeitung kaum noch etwas übriggeblieben. Lediglich der Schriftzug "Juventus" bleibt erhalten. Ab Juli 2017 repräsentieren zwei weiße Striche, einer davon erkennbar in Form eines J, auf schwarzem Hintergrund den Verein. In der Süddeutschen Zeitung ist die Rede von einem ebenso schnittigen wie herzlosem Logo, das einer Marco-Reus-Friseur gleiche. Auch in den sozialen Netzwerken erntet das neue Juventus-Logo viel Spott. "Der Verein pflegt eine intensive Beziehung zu seinen Fans, da steckt große Emotionalität, Leidenschaft und ein Zugehörigkeitsgefühl dahinter", so Kille. Dies gehe durch das neue Logo verloren. Kille hält die Zäsur für zu groß. Man hätte den "Retrostyle" des traditionellen Logos auch einfach weiterentwickeln können. So sei es allerdings eher ein Schritt in die falsche Richtung.

Laut dem Unternehmen handelt es sich um das umfassendste Redesign in der Geschichte von Mastercard, Foto: © Mastercard
Mastercard macht's richtig

Das im Juli 2016 neu eingeführte Logo des Kreditkarten-Konzerns Mastercard hingegen wird von Experten in hohen Tönen gelobt. Zusammen mit Pentagram Design in New York entwickelte das Unternehmen ein Logo, das den bekannten, sich überlappenden Kreisen treu blieb. Der Mastercard-Schriftzug befindet sich nun unterhalb der beiden Kreise, zudem ist die sich überlagernde Fläche nicht mehr gestrichelt. Rund 20 Jahre nach seiner Einführung brauchte das Design dringend eine zeitgemäße Erneuerung. Auch Professorin Gabriele Kille hält das neue Logo von Mastercard für sehr gelungen. Es symbolisiere erfolgreich die Anpassung an den digitalen Zahlungsverkehr. Das Flat-Design sei außerdem gut auf Oberflächen wie Kreditkarten zu adaptieren. "Bei dieser modernen, zeitgemäßen und vor allem konsequenten Weiterentwicklung des Logos geht die Identifikation mit der Marke nicht verloren", so Kille.

Anna-Maria Relle

VERÖFFENTLICHT AM

23. März 2017

KONTAKT

Prof. Gabriele Kille

Werbung und Marktkommunikation (Bachelor, 7 Semester)

Werbung und Marktkommunikation

Telefon: 0711 8923-2225

E-Mail: kille@hdm-stuttgart.de

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Dominik Dach

am 27.03.2017 um 09:38 Uhr

Das neue Juventus-Logo finde ich persönlich sehr gut und modern, ebenfalls das Mastercard-Logo mit "back" zu simplen Designs. Jedoch das neue von Aldi, finde ich in die falsche Richtung gegangen. Schönere Linien, Kanten, Shape-Effekte werden zu oft mit modernem Design verwechselt. Schlicht wirkt am Ende verständlicher.

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