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Forschungsprojekt "SANDRA" 26. April 2017

Bessere Work-Life-Balance durch intelligentes betriebliches Erreichbarkeitsmanagement

Smartphones und Laptops führen dazu, dass Arbeitnehmer über Handy oder E-Mail immer und überall arbeiten können und stets erreichbar sind. Auch aufgrund zunehmender Fehltage durch psychische Erkrankungen befürchten Arbeitnehmervertreter und Politiker negative Folgen für Berufstätige, weil die Grenzen von Privat- und Berufsleben immer mehr verschwimmen.


Deshalb suchen Unternehmen vermehrt nach (technischen) Lösungen für ein gesundheitsschonendes Erreichbarkeitsmanagement. Die bestehenden Vorgehensweisen sind meist noch wenig differenziert und teils drastisch, wie etwa ein Abschalten des E-Mail-Servers nach Feierabend. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen zudem sehr unterschiedliche Bedürfnisse für Führungskräfte oder Mitarbeiter ohne Führungsaufgaben.

Im Projekt "SANDRA" (Gestaltung der Arbeitswelt der Zukunft durch Erreichbarkeitsmanagement) wollen Forscher des Fraunhofer IAO, der Universität Kassel, der TU Darmstadt, der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) sowie die Anwenderunternehmen AGILeVIA und AK Reprotechnik arbeitnehmerfreundliche Lösungen für das Problem der technisch bedingten ständigen Erreichbarkeit finden. Der Startschuss für SANDRA fiel am 1. April 2017. Für das Vorhaben, das über drei Jahre läuft, stehen rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Entwicklung eines Erreichbarkeits-Assistenten

Die Projektpartner erarbeiten organisatorische Ansätze und ein Schulungskonzept für Unternehmen, wie diese ihre Beschäftigten im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln unterstützen können. Zudem wird im Projekt interdisziplinär ein Erreichbarkeits-Assistent entwickelt, der in Unternehmen erprobt wird. Diese technische Lösung soll intelligent und im Einklang mit den Interessen der Beteiligten Anrufe und E-Mails an Smartphones ablehnen, beziehungsweise verzögern, um unterbrechungsfreie Ruhezeiten für Beschäftigte zu schaffen. Die Wirksamkeit bei der Stressminderung wird mit einem im Leistungssport bereits erfolgreich eingesetzten Verfahren geprüft (spikee), das von der HdM entwickelt wurde. Neben der Einbeziehung aller wichtigen Interessengruppen stehen vor allem die arbeits- und datenschutzrechtlichen Erfordernisse im Fokus. Diese fließen von Beginn an in die Ausgestaltung der Arbeit und die Entwicklung von Werkzeugen und Methoden ein. Die HdM ist im Projekt für die Entwicklung und Implementierung des intelligenten Erreichbarkeitsmanagers verantwortlich.

Während der Projektlaufzeit werden weitere geeignete Unternehmen aus anderen Branchen identifiziert, mit denen die Übertragbarkeit der entwickelten Organisationsmaßnahmen und des Schulungskonzepts validiert und verfeinert werden.

Förderer

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird im Rahmen des Programms "Zukunft der Arbeit" (Förderkennzeichen 02L15A270) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

Kontakt

Name:
Prof. Dr. Johannes Maucher  Elektronische Visitenkarte
Funktion:
Professor
Studiengang:
Medieninformatik (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Druck und Medien
Raum:
321, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2178
Telefax:
0711 8923-2188
E-Mail:
maucher@hdm-stuttgart.de

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