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Werbekampagnen

Schmale Gratwanderung in der Werbewelt

Mit einer Social-Media-Kampagne für die Marke Nivea hat der Kosmetikkonzern Beiersdorf einen "Shitstorm" ausgelöst. Die Deo-Werbung sei rassistisch, hieß es in den sozialen Netzwerken. Auch Pepsi musste neulich wegen eines Werbefilms viel Kritik einstecken. Die beiden Werbekampagnen wurden mittlerweile aufgrund des öffentlichen Drucks eingestellt.

Beiersdorf warb für einen Anti-Transpirant mit dem Namen "Invisible", Foto: Screenshot via YouTube.com
"White is Purity" ("Weiß ist Reinheit"), hieß es kürzlich in einer Kampagne für ein Deodorant der Marke Nivea. Der dazugehörige Facebook-Eintrag zeigt eine junge Frau von hinten in weißer Bluse. "Keep it clean, keep it bright. Don't let anything ruin it, #invisible", heißt es weiter auf dem Bild. Eigentlich wollte Beiersdorf die Botschaft vermitteln, dass man kein Deo benutzen sollte, das die Kleidung verfärbt. Viele User waren allerdings von der Werbesequenz empört und werteten sie als rassistisch. Schließlich zog Beiersdorf die Kampagne aus dem Verkehr.

Kendall Jenner als Symbolträgerin?

Ähnlich erging es der Getränkemarke Pepsi. In einem knapp zweieinhalbminütigen Werbefilm posiert das Model Kendall Jenner für einen Fotografen, als sie einen Tumult auf der Straße bemerkt. Bei dem Tumult handelt es sich um eine Art Demonstration, an der das Model schließlich selbst teilnimmt und einem Polizisten lässig eine Dose Pepsi überreicht. Im Film wird der Streit zwar geschlichtet, doch die Realität sähe laut vielen Internetnutzern ganz anders aus.

Im Spot soll Kendall Jenner eine Friedensbotschafterin darstellen, Foto: Screenshot via YouTube.com
Von der von Pepsi symbolisierten Harmonie, ist bei den richtigen Demonstrationen der "Black Lives Matter"-Bewegung eher wenig zu sehen. Nicht selten kam es dabei zu brutalen Ausschreitungen inklusive Pfefferspray-Angriffen seitens der Polizei gegen Demonstranten. Auch in diesem Fall knickte der Konzern ein und verbannte den Film aus dem Netz.

Skandal-Werbung bei True Fruits

Der deutsche Smoothie-Hersteller True Fruits ist für seine unterhaltsamen Werbesprüche und Beschreibungen auf den Smoothie-Etiketten bekannt. Im Spätsommer 2016 musste das Unternehmen wegen einer Plakatkampagne allerdings herbe Kritik einstecken.

Der Smoothie-Hersteller True Fruits ist für seine zweideutigen Werbesprüche bekannt, Foto: Screenshot via YouTube.com
Den Machern wurde unterstellt, die Werbesprüche für Produkte mit Chia-Samen, seien zu anzüglich. Beim Werberat gingen aufgrund von Sätzen wie "Bei Samenstau schütteln" oder "Oralverzehr: Schneller kommst Du nicht zum Samengenuss", zahlreiche Beschwerden ein. Die Städte Stuttgart und München verbannten sogar einige Plakate von den Werbeflächen.

Quellen:
Meedia, Deutschlandradio, FAZ, Horizont

 

 

Anna-Maria Relle

VERÖFFENTLICHT AM

29. April 2017

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