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Filmkritik 19. Mai 2017

Get Out

Jeder kennt es: Man beschließt, sich den neuesten Horrorfilm oder Thriller im Kino anzusehen und wird dann maßlos enttäuscht. Die Grundidee gleicht anderen Filmen aus diesem Genre, das Ende ist schon zu Beginn des Filmes absehbar. Doch der US-amerikanische Mystery-Horror-Thriller "Get Out" ist anders und vor allem eines: kritischer.

Filmplakat "Get Out" (Bild: © Universal Pictures)
Filmplakat "Get Out" (Bild: © Universal Pictures)

Es könnte für Chris Washington (Daniel Kaluuya) und Rose Armitage (Allison Williams) nicht besser laufen: Seit fünf Monaten sind die beiden ein Paar, nun soll der der nächste Schritt folgen. Rose lädt Chris zum ersten gemeinsamen Besuch bei ihrer Familie ein. Doch Chris packen erste Zweifel. Was, wenn Roses Eltern ihn aufgrund seiner afroamerikanischen Abstammung nicht akzeptieren? Immerhin erklärt ihm Rose, er sei ihr erster dunkelhäutiger Freund. Zunächst erweisen sich Chris' Bedenken scheinbar als völlig unbegründet: Dean (Bradley Whitford) und Missy (Catherine Keener) empfangen die beiden herzlich und scheinen sich an der Hautfarbe des Partners ihrer Tochter nicht zu stören. Eines kommt Chris allerdings merkwürdig vor. Die Hausangestellten sind alle dunkelhäutig, verhalten sich skurril und wirken untertänig. Im Laufe des Aufenthaltes bei Roses Eltern geschehen immer merkwürdigere Dinge. Und eines Abends macht Chris eine Entdeckung, die ihm grausame Gewissheit bringt.

Versteckte Gesellschaftskritik

Verstrickt in die eigentliche Handlung, ist eine subtile Gesellschaftskritik über Rassismus in der gebildeten, weißen Oberschicht der USA. Die interessante Genre-Mischung aus Mystery, Psychothriller, Horror und Satire machen den Film zu etwas Außergewöhnlichem. Beim Schauen des Films wird der Zuschauer, durch die auf den Rassenkonflikt abzielenden Doppeldeutigkeiten, oft zum Nachdenken angeregt und durch viele Plot-Twists bis zum letzten Moment immer wieder überrascht.

Überraschungshit des Jahres

Der Independent-Horrorfilm "Get Out" wird von den Kritikern sowie von den Zuschauern gleichermaßen gefeiert. Er katapultierte sich nicht nur auf den ersten Platz der US-Kinocharts, sondern sticht mit aktuell 99 Prozent positiven Wertungen auf der Filmkritik-Website "Rotten Tomatoes" sogar die großen Oscarfilme "La La Land" und "Moonlight" aus. Auch beweist der Film, dass gute Filme nicht immer teuer sein müssen: Bei einem Budget von gerade mal viereinhalb Millionen US-Dollar, spielte "Get Out" weltweit bisher mehr als 200 Millionen US-Dollar ein.

"Get out" ist seit dem 4. Mai 2017 in den Kinos zu sehen.

 

Anna-Maria Relle

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