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Multichannel-Netzwerke 22. Mai 2017

Wie Fernsehen das Internet erobert

GZSZ, Frühstücksfernsehen oder Tatort: Jugendliche sind damit immer schwieriger zu erreichen. Sie sind auf Youtube, Instagram oder Snapchat unterwegs und folgen "BibisBeautyPalace" oder "LeFloid". Wie reagieren Fernsehanstalten auf das veränderte Nutzerverhalten? Die beiden ehemaligen HdM-Studenten Florian Hager von ARD und ZDF und Sebastian Weil von der Pro7/Sat1-Gruppe gehen neue Wege für das Fernsehen.

Sebastian Weil von der Pro7/Sat1-Gruppe
Sebastian Weil von der Pro7/Sat1-Gruppe
Sebastian Weil stellte das Pro7/Sat1-Startuo "Studio 71" vor, das im Bereich Multichannel führend ist, Fotos: Marleen Kledig
Sebastian Weil stellte das Pro7/Sat1-Startuo "Studio 71" vor, das im Bereich Multichannel führend ist, Fotos: Marleen Kledig

"Wichtig ist es, dort hinzugehen, wo sich die Zielgruppe aufhält", sagt Florian Hager, der für das neue Content-Netzwerk von ARD und ZDF "Funk" verantwortlich ist. Es sei keine Lösung, ständig neue Plattformen zu schaffen, die die Zielgruppe nicht nutzt, sondern die Menschen dort abzuholen, wo sie sind. Mit "Funk" versuchen die öffentlich-rechtlichen Sender die 14- bis 29-Jährigen einzufangen, die das lineare Fernsehen nicht mehr nutzen, sondern sich ihre Sendungen und Inhalte frei aus dem Netz ziehen. Deshalb ist "Funk" seit Oktober 2016 auf Youtube, Facebook, Instagram und Snapchat unterwegs und bietet dort - entsprechend des öffentlich-rechtlichen Auftrags - Formate, die unterhalten, informieren, aber auch bilden. "Der Großteil von 'Funk' sind eigenproduzierte Inhalte, aber wir arbeiten auch mit Influencern zusammen", erklärt Hager. Dabei wird viel Wert auf gute Zusammenarbeit und die Förderung von jungen, häufig noch nicht so bekannten, Influencern gelegt.

"Guten Morgen, Internet"

Einen weit stärkeren Fokus auf die Zusammenarbeit mit Influencern hat Sebastian Weil. Seit 2013 ist er mit dem Multichannel-Netzwerk "Studio71" für die Pro7/Sat1-Gruppe in den sozialen Medien aktiv. Das unternehmenseigene Start-up nimmt Influencer wie "Kelly" oder "LeFloid" unter Vertrag und vermarktet diese. Neben dem Akquirieren, Promoten und Vermarkten von Influencern produziert "Studio71" aber auch eigene Inhalte - häufig gemeinsam mit den Internetstars. "Guten Morgen, Internet" ist ein solches Format. Von Montag bis Freitag wird um 6:30 Uhr auf Youtube ein rund 15-minütiges Video hochgeladen, in dem die beiden Youtuber "Kelly" und "Sturmwaffel" über ein spezielles Thema sprechen. Dabei lässt "Studio 71" den Youtubern freie Hand. "Inhaltlich halten wir uns weitestgehend raus, sonst geht die Authentizität verloren", sagt Sebastian Weil.

"Vorreiter im Bereich Multichannel-Netzwerke" 

Auch Cross-Promotion-Aktionen wie "World Wide Wok" im Zuge der "TV Total Wok WM" gehören in das Repertoire des Multichannel-Netzwerks. Dabei trat ein Influencer-Team um "LeFloid" bei der "TV Total Wok WM" 2015 an und musste sich ganz offline beweisen. Dadurch gab es für Pro7 einen Quotenanstieg von 14 auf 19 Prozent. Aber auch die Influencer profitierten: Sie gewannen im Anschluss an die Sendung mehr Reichweite, weil sie eine neue Zielgruppe erreichten. "Im Grunde bringe ich Marken zusammen und schaue, dass dabei alle voneinander profitieren", so Sebastian Weil, Geschäftsführer von "Studio71". Und damit ist er äußerst erfolgreich. "Studio 71 ist weltweit ein Vorreiter im Bereich Multichannel-Netzwerke", sagt Florian Hager, der ebenso wie Sebastian Weil sein Diplom an der HdM im Studiengang Audiovisuelle Medien gemacht hat. Mittlerweile hat das Start-up auch Hollywood-Stars wie Dwayne "The Rock" Johnson unter Vertrag, mit denen es Promo-Touren plant - Voraussetzung: Die Leute sind bereits in den sozialen Medien aktiv und haben "Bock auf das Ganze", so Weil.

"Fernsehen ist nicht tot"

Jugendliche und junge Erwachsene sind hauptsächlich online unterwegs und holen sich die Inhalte, die sie wollen. Multichannel- und Content-Netzwerke sind deshalb auf dem Vormarsch und äußerst erfolgreich. Heißt das, es wird Fernsehen, wie wir es kennen, in einigen Jahren gar nicht mehr geben? "Lineares Fernsehen ist nicht tot", sagt Florian Hager und auch Sebastian Weil stimmt zu: "Live-Events wie 'Germany's Next Topmodel' oder 'Wok WM' oder auch Sportereignisse wird es immer geben und so die lineare Fernsehnutzung auch weiterhin eine große Rolle spielen." Fernsehen wird nicht einfach verschwinden, vielmehr wird sich verändern, welche Programme ausgestrahlt werden und wie sich diese auch mit Personen und Formaten der sozialen Medien verbinden lassen.

Marleen Kledig

Kontakt

Name:
Prof. Susanne Mayer  Elektronische Visitenkarte
Funktion:
Professorin
Studiengang:
Audiovisuelle Medien (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
332, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2229
E-Mail:
mayer@hdm-stuttgart.de

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