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Hochschule der Medien

Ringvorlesung

Experten diskutieren über "Fake News"

In einer vom Förderverein der Hochschule der Medien (HdM) veranstalteten Ringvorlesung am 24. Mai 2017 ging es um das Thema "Fake News". Experten der HdM diskutierten mit Felix Steinbrenner von der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart und Hervais-Clemence Simo Fhom vom Fraunhofer Institut für sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt über den trendigen Begriff, der jedoch ein jahrhundertealtes Problem beschreibt.

Zur Detailansicht Felix Steinbrenner, Hervais-Clemence Simo Fhom, Prof. Dr. Klaus Kamps, Prof. Dr. Katarina Bader und Prof. Dr. Tobias Keber (von links) sprachen über "Fake News".

Felix Steinbrenner, Hervais-Clemence Simo Fhom, Prof. Dr. Klaus Kamps, Prof. Dr. Katarina Bader und Prof. Dr. Tobias Keber (von links) sprachen über "Fake News".

Die Studenten konnten mit den Experten ins Gespräch kommen und ihre Fragen stellen. Fotos: Maximilian Wolf

Die Studenten konnten mit den Experten ins Gespräch kommen und ihre Fragen stellen. Fotos: Maximilian Wolf

Spätestens seit dem US-Wahlkampf 2016 ist der Begriff "Fake News" in aller Munde. Zusammen mit "Hate Speech",  "Fake Profilen" und "Alternativen Fakten" bestimmen diese vermeintlich neuen Formen der Meinungsmanipulation die Berichterstattung zu politischen Großereignissen. Gerade deswegen sollte in der Öffentlichkeit mehr differenziert werden, warnte Dr. Tobias Keber, Professor für Medienrecht an der HdM. "Wir befinden uns hier in einem grundrechtsensiblen Bereich. Es ist sehr schwer, Fake News per Gesetz zu verbieten, außerdem halte ich von Bußgeldern wenig. Vielmehr sollten wir einen Ansatz der Selbstregulierung wählen und an der Vermittlung von Digitalkompetenz arbeiten."

"Fake News" von politischen und wirtschaftlichen Interessen geleitet

Von verschiedenen wichtigen Akteuren im Kontext des Begriffes sprach Hervais-Clemence Simo Fhom vom Fraunhofer Institut für sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt. Seiner Meinung nach sind "Fake News" ein Instrument der Manipulation, das sowohl von wirtschaftlichen als auch politischen Interessen geleitet sein kann.

Dadurch lasse sich in der Gesellschaft eine hohe Faktenunsicherheit feststellen, sagte Felix Steinbrenner, Leiter der Stabsstelle "Demokratie stärken!" von der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart. "In Deutschland gibt es von extremen Rechten immer wieder Bemühungen, unsere Grundfesten zu erschüttern", sagte Steinbrenner, der ebenfalls auf "Bildungsbemühungen" setzen möchte.

Begriff der "Tatarenmeldung" existiert schon mehr als 150 Jahre

Dass "Fake News" durchaus kein neues Phänomen sind, erklärte Dr. Katarina Bader, Professorin für Online-Journalismus an der HdM. Im Zuge des Krimkriegs zwischen 1853 und 1856 verbreitete ein Korrespondent der "London Times bewusst" eine Falschmeldung. Der Bezeichnung der "Tatarenmeldung" für eine bewusst gestellte, beziehungsweise erfundene Meldung hat seitdem Bestand.

Jedes Semester organisiert der Verein der Freunde und Förderer der HdM im Rahmen der Ringvorlesungen ein Schwerpunktthema zu den aktuellen Zeit- und Medienereignissen. Die Veranstaltung ist für alle Studenten offen und bietet eine Möglichkeit, mit Experten außerhalb der HdM ins Gespräch zu kommen. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Klaus Kamps, Professor für Kommunikationswissenschaft an der HdM.

Maximilian Wolf

VERÖFFENTLICHT AM

30. Mai 2017

KONTAKT

Prof. Dr. Tobias Keber

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2718

E-Mail: keber@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Katarina Bader

Crossmedia-Redaktion/Public Relations

Telefon: 0711 8923-2689

E-Mail: baderk@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Klaus Kamps

Crossmedia-Redaktion/Public Relations

Telefon: 0711 8923-2694

E-Mail: kamps@hdm-stuttgart.de

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