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"Publishers Day" 02. Juni 2017

"Das Prinzip Zeitung wird auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen"

Vertreter der südwestdeutschen Zeitungsbranche trafen sich am 1. Juni 2017 zum "Publishers Day" an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. Die sechste Auflage der Veranstaltung der Studiengänge Mediapublishing und Crossmedia Publishing & Management fand in Kooperation mit dem Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) statt und widmete sich dem Thema "Qualitätsjournalismus versus Fake News".

Zur Detailansicht Prof. Dr. Alexander W. Roos (links) mit Dr. Wolfgang Kreißig (Foto: Gloria Dreiseidel)
Prof. Dr. Alexander W. Roos (links) mit Dr. Wolfgang Kreißig (Foto: Gloria Dreiseidel)

Sind Mediennutzer überhaupt noch in der Lage, qualitativ hochwertigen Journalismus von Falschmeldungen zu unterscheiden? Oder haben längst Social-Bots die Verbreitung von Informationen übernommen und prägen unsere Wahrnehmung? Was kann und muss die Politik tun? Welche Folgen ergeben sich aus den aktuellen Gesetzesinitiativen? Diesen Diskussionsrahmen zog HdM-Professor Christof Seeger in seinem Eröffnungsvortrag, dem annähernd 100 Gäste folgten. Zur Einstimmung präsentierten Studenten des Masterstudiengangs Crossmedia Publishing & Management noch die Ergebnisse ihrer aktuellen Umfrage bei Zeitungsmachern zum Thema "Fake News".

Medienkompetenz als neue Schlüsselqualifikation

Im ersten von vier Impulsreferaten stellte Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der baden-württembergischen Landesanstalt für Kommunikation (LfK), die These auf, dass Fake News die Grundfesten der Demokratie angreifen. Er hob die Verantwortung und Verantwortlichkeit der Gesellschaft - und damit jedes Einzelnen - hervor, speziell in den sozialen Netzwerken. Basis für verantwortliches Handeln sei Medienkompetenz, die neue Schlüsselqualifikation für das ganze Leben, und diese zu vermitteln eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ministerialrat Philipp Franke, Medienreferent im Staatsministerium Baden-Württemberg, fragte, wie Mitglieder einer Gesellschaft in "postfaktischen Zeiten" überhaupt zur Wahrheit gelangen können und wie die Lüge durch Qualitätsjournalismus zu entlarven sei. Seine Schlussfolgerung: die Medienkompetenz müsse gesteigert werden, unter anderem durch Projekte wie "Zeitung in der Schule".

Fake News - Mittel zum Zweck

Valdo Lehari Jr., Zeitungsverleger und Vorsitzender des VSZV, näherte sich dem Thema definitorisch: Im Gegensatz zu früheren Falschmeldungen würden Fake News nicht nur absichtlich, sondern auch zielgerichtet gestreut, als "Mittel zum (politischen) Zweck". Inzwischen fühlten sich Teile der Gesellschaft nicht mehr von der Presse repräsentiert, da es in der Politik - und in der Berichterstattung darüber - immer mehr um Show und Entertainment gehe. "Jeder Journalist", so Lehari, "ist Angestellter der Demokratie". Er stehe an vorderster Front, wenn es darum geht, der Wahrheit Gehör zu verschaffen.

HdM-Professor Dr. Michael Veddern ging auf das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) ein und stellte dessen Risiken für den freien Journalismus heraus. Die im Gesetzentwurf formulierten Pflichten und Sanktionen beträfen nicht nur etwa zehn große soziale Netzwerke, sondern könnten auch negative Auswirkungen auf Pressefreiheit und -inhalte haben ("chilling effects"), etwa durch ein "overblocking" oder die Unterbindung von "Verdachtsberichterstattung" bei der Aufdeckung von Skandalen.

Die Antwort: Qualitätsoffensive im Journalismus

In der Podiumsdiskussion unter Leitung von Dr. Christoph Reisinger, Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten, kamen zahlreiche weitere Aspekte des Themas zur Sprache: Von den Umsetzungschancen des NetzDG über Journalismus in Echtzeit und die Rückkehr ans "digitale Lagerfeuer" bis zur Notwendigkeit einer Qualitätsoffensive im Journalismus reichten die Fragen und Antworten. Dabei ging es sowohl um die notwendige Analyse eigener Versäumnisse der Zeitungen als auch um mehr Gelassenheit im Umgang mit Fake News - und gelegentlich blitzte auch etwas von der alten Journalisten-Romantik auf, die manch einer gern ins digitale Zeitalter transferieren würde.

Die beiden Veranstalter zogen am Ende ein rundum positives Fazit: "Ich war beeindruckt, dass auch so viele Studenten konzentriert den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen gefolgt sind", erklärte VSZV-Geschäftsführer Stefan Boureaul. Prof. Christof Seeger freute sich über das lobende Feedback der Medienvertreter und stellte fest: "Das Prinzip Zeitung wird auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen."

Ulrich Huse

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Studiengang Mediapublishing

Kontakt

Name:
Prof. Christof Seeger  Elektronische Visitenkarte
Funktion:
Studiendekan Crossmedia Publishing & Management (Master, Studienstart ab WS15/16), Print and Publishing (Master)
Studiengang:
Mediapublishing (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Druck und Medien
Raum:
217, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
331, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2143
Telefax:
0711 8923-2184
E-Mail:
seeger@hdm-stuttgart.de

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