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Institut für Moderation 04. Juli 2017

Mit den Tagesthemen in den Sonnenuntergang reiten

Seit Oktober 2016 ist Ingo Zamperoni Anchorman der Tagesthemen der ARD und moderiert die Nachrichten im Wechsel mit Caren Miosga. Auf Einladung des Instituts für Moderation (imo) besuchte Zamperoni die Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart. Dort stand er den Nachwuchsmoderatorinnen Anna Pöhler und Sarah Schmidt in einem Werkstattgespräch Rede und Antwort.

Viele Interessierte und Studenten der HdM besuchten am 29. Juni 2017 das Audimax um von Ingo Zamperoni Einblicke in den Alltag eines Moderators zu bekommen und mehr über seinen Beruf zu lernen. Prof. Stephan Ferdinand und Prof. Dr. Wieland Backes, zwei der Leiter des imo, begrüßten den aus Hamburg angereisten Gast.

Ausflug in die Vergangenheit

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Sarah Schmidt und Anna Pöhler mit Ingo Zamperoni
Für ein wenig Nostalgie zu Beginn des Gesprächs sorgte direkt der erste Einspieler, den die beiden Moderatorinnen vorbereitet hatten. Die erste Sendung Zamperonis für den NDR lässt ihn in Erinnerungen schwelgen. "Es war eine sehr aufregende Zeit, die ersten Schalten als Reporter zu haben." An seine Anfänge erinnert er sich gerne zurück, auch da sie wegweisend für ihn waren. Während seinem Volontariat beim NDR konnte er zahlreiche Eindrücke gewinnen und sieht Praktika und Volontariate auch immer noch als den Königsweg für Journalisten und Reporter an. "Wichtig ist, dass man nicht aufgibt und sich auch für nichts zu schade ist, wenn man Journalist werden möchte," rät der Experte. Immer dranbleiben, machen und experimentieren sei die Devise.

Alltag eines Moderators

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Die Moderatorinnen im Gespräch mit Zamperoni
Ingo Zamperonis Arbeitstag als Moderator beginnt um 11 Uhr. Bis 13 Uhr folgen eine Redaktionssitzung, eine Themenkonferenz sowie eine Bilderkonferenz, um die Sendung am Abend genau zu planen. Zamperoni ist dabei einer der Redakteure, bespricht gemeinsam mit seinem Team Ideen, Themen, die Moderation und Hintergrundbilder. Nach der Mittagspause nimmt er sich die Zeit um auf die zahlreiche Zuschauerpost zu antworten. Die meisten Nachrichten sind grammatikalische Hinweise, erzählt er mit einem breiten Lächeln im Gesicht. "Wenn der Chef vom Dienst spontan dann noch ein Kommentar für die Sendung möchte, kann es nachmittags richtig stressig werden," sagt Zamperoni. Der Rest des Tages vergeht wie im Flug: Maske, Probe und die Sendung um 22.15 Uhr. Diese beendet er, noch immer ohne Schlusssatz. Irgendwann finde er einen Satz, der passt. Vorschläge sind auch jetzt noch herzlich willkommen, aber "‘und so zerbröselt der Keks nun mal‘ (Bruce Allmächtig) ist noch immer mein Lieblingssatz."

Traumjob Auslandskorrespondenz

Bereits nach den ersten Erfahrungen im Radio oder als Volontär beim NDR, hatte Zamperoni das Ziel als Auslandskorrespondent zu arbeiten. "Journalist ist einer der schönsten Berufe der Welt," ist er sich sicher. Ein Journalist kommt an Orte, die viele sonst nicht sehen. Er kann Menschen kennenlernen, mit denen man sich sonst vielleicht nicht unterhalten würde. "Als Journalist hat man viel Abwechslung, und genau das ist der Reiz des Berufes. Aktualität schlägt jede Planung." Aus diesen Gründen ist Zamperoni auch Journalist geworden, um über Menschen und Ereignisse zu berichten. Dies macht er nun fast täglich in den Tagesthemen, obwohl die Moderation nicht sein Traumjob war. Als Reporter oder Auslandskorrespondent fühlte er sich wohl, lebte drei Jahre in Washington D.C. und berichtete über das amerikanische Leben. "Die Tagesthemen kannte ich aus der Zeit, als ich für Tom Buhrow in Vertretung gearbeitet hatte. Dass ich dorthin zurückkehren würde, hatte ich nicht geplant. Aber manchmal öffnet sich eine Tür im Leben, die man so nicht auf dem Schirm hatte. Diese einmalige Chance konnte ich mir nicht entgehen lassen," erklärt der Moderator seinen Karriereweg. Er sagte zu, obwohl Ingo Zamperoni immer dachte, dass man "mit den Tagesthemen in den Sonnenuntergang reitet".

Ann-Kathrin Gugel

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