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Rapper in der Werbung

"Steig ein, wir rollin'"

Werbung ist überall, sei es im Fernsehen, Radio oder in der Zeitung. Viele Angebote sind ähnlich und so können auch Werbespots teilweise kaum mehr voneinander unterschieden werden. Neue Ideen der Unternehmen? – Meist Fehlanzeige. Um bei den Kunden doch irgendwie im Gedächtnis zu bleiben, werden immer wieder bekannte Gesichter für Werbezwecke genutzt.

Haftbefehl, Eko Fresh, Cro, Majoe, Sido oder die Beginner - sie alle sind bekannte deutsche Rapper, und neuerdings auch alle in der Werbung zu finden. Entweder wurde ihre Rapmusik für einen Werbespot genutzt, oder aber, die Künstler wurden direkt als Testimonial für ein Produkt eingesetzt. Rapper sind aktuell attraktive Werbestars, ihre Musik längst nicht mehr verpönt, sondern absolut angesagt.

Image und Glaubwürdigkeit

Majoe in der McFit-Werbung. Quelle: YouTube
Doch passen Rapper in die Werbung? Für manche Unternehmen sind Rapper tatsächlich die perfekten Testimonials. Wer könnte beispielsweise besser für die Fitnessstudiokette McFit werben als der deutsche Rapper Majoe? Dieser ist bekannt für seinen durchtrainierten Körper und seinen Song "Von Salat schrumpft der Bizeps" mit Rapper Kollegah. Auch die Musiknutzung von Haftbefehls "Lass die Affen aus'm Zoo" passt so gut zur aktuellen Tipico-Werbung, dass diese von vielen Experten als mutig und glaubwürdig gelobt wird. Rapper in der Werbung funktionieren, obwohl sie ein heikles Thema sind. Aus der Sicht der Musiker sollte die Werbung sorgfältig ausgesucht werden und somit bestenfalls zum eigenen Image passen. Werden die Künstler nur für Werbezwecke missbraucht, kann es für den Rapper schnell unangenehm oder peinlich werden. Die Enttäuschung der Fans ist groß, wenn der Lieblingskünstler für ein Produkt wirbt, das sich nicht mit der Musik vereinbaren lässt, oder die Fans der Meinung sind, dass der Künstler käuflich ist. Der Stuttgarter Rapper Cro musste aus diesen Gründen für seine McDonald's Werbung viel Kritik einstecken.

Lässigkeit und Coolness

Ausschnitt aus dem DB-Werbespot. Quelle: YouTube
Die meisten Unternehmen profitieren von einem Rapper als Werbemotiv. So wird ein junges Publikum angesprochen und den Konsumenten vermittelt, dass das Unternehmen hip und "up to date" ist. Durch die besondere Art von Lässigkeit, Coolness und einer gewissen "Laissez-faire"- Attitüde, die Rapper vermitteln, werden auch die Produkte ähnlich cool wahrgenommen. Problematisch sind bei dieser Thematik eben nur die eigenen Fans, die ihre Lieblingsrapper nicht als Hintergrundmusiker für Unternehmen wie etwa die Telekom oder Rewe sehen. Aber auch das eigene Image spielt eine große Rolle, denn die meisten Rapper möchten ihre Glaubwürdigkeit nicht durch einen Werbespot verspielen. Doch solange die Werbung authentisch und passend ist, sind Rapper in der Werbung eine schöne Abwechslung zu den anderen Spots. Dazu ein wenig Selbstironie - wie bei Eko Fresh, der für die Regionalbahn Bayern einen ganzen Song aufgenommen hat und den Zuschauer mit "Steig ein, wir rollin'" zum Mitfahren auffordert - und schon können Rapper in der Werbung genau die richtigen Werbeträger sein.

Ann-Kathrin Gugel

VERÖFFENTLICHT AM

15. September 2017

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