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Hochschule der Medien

Gender-Studie zur "Audiovisuellen Diversität"

Frauen spielen in Film und Fernsehen eher eine Nebenrolle

Wie werden Frauen in audiovisuellen Medien in Deutschland dargestellt? Wie häufig werden sie gezeigt und welche Rolle nehmen sie ein? Eine neue Studie der MaLisa-Stiftung zeigt unter anderem, dass Frauen unterrepräsentiert sind – vor allem, wenn sie die Altersgrenze von 30 Jahren überschritten haben.

Die Studie "Audiovisuelle Diversität" ist die umfangreichste zum Thema Geschlechterdarstellungen in audiovisuellen Formaten seit den 1990er Jahren, Foto: https://malisastiftung.org/downloads

Die Studie "Audiovisuelle Diversität" ist die umfangreichste zum Thema Geschlechterdarstellungen in audiovisuellen Formaten seit den 1990er Jahren, Foto: https://malisastiftung.org/downloads

Die Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen" hat analysiert wie häufig und in welchen Rollen Frauen und Männer in Filmproduktionen, Unterhaltungsformaten sowie journalistischen und dokumentarischen Beiträgen erscheinen. Initiiert wurde die Studie von Schauspielerin Maria Furtwängler und ihrer MaLisa-Stiftung.

Mit dem Alter nimmt der Frauenanteil ab

Dabei kam heraus, dass Frauen über alle Fernseh-Programme hinweg nur halb so oft vorkommen wie Männer. Ein Drittel der Fernsehvollprogramme haben sogar gar keine Protagonistin. Die Ausnahme bilden Telenovelas und Daily Soaps. Hier liegt der Anteil von Frauen und Männern bei 51 zu 49 Prozent. Bis zu einem Alter von 30 Jahren kommen Frauen und Männer noch ungefähr gleich oft vor. Doch ab Mitte 30 ist der Männer-Anteil doppelt so hoch wie der Frauen-Anteil und ab 50 aufwärts sind es sogar dreimal so viel Männer wie Frauen. Besonders hoch ist der Unterschied in der non-fiktionalen Unterhaltung: hier kommen ab 50 Jahren acht Männer auf eine Frau.

Auch bei journalistischen und dokumentarischen Formaten liegt der Frauenanteil deutlich unter dem der Männer. So sind Moderatoren und Journalisten häufiger männlich, insbesondere bei non-fiktionaler Unterhaltung (80 Prozent Männer-Anteil). Auch im Kinderfernsehen erklären mehr Männer als Frauen die Welt. So ist beispielsweise nur jede dritte Hauptakteurin bei publizistischen Kinderformaten weiblich. Darüber hinaus ist im Kinderfernsehen nur eine von vier Hauptfiguren weiblich. Und bei Fantasie- oder Tierwesen kommen neun männliche auf eine weibliche Figur.

Mediale Begleitung durch ehemalige HdM-Studentinnen

Für die Pressekonferenz am 12. Juli 2017, bei der die Ergebnisse der Studie vorgestellt wurden, haben Sina Griebel und Lena Lammers, zwei ehemalige Studentinnen des Studiengangs Crossmedia-Redaktion/Public Relations der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM), eine Mediakampagne entwickelt. "Dafür haben wir im Vorhinein Grafiken erstellt, einen Trailer produziert und speziell auf die Studie abgestimmte Social Media-Formate entwickelt. Diese Formate führen wir seitdem fort", erklärt Griebel, die ihren Abschluss im Sommersemester 2017 gemacht hat und mittlerweile als freie Journalistin tätig ist. Bei der Kampagne wurde stark auf Meinungsformate und Interaktivität gesetzt, "um die Community von MaLisa dazu aufzufordern, uns auch ihre Meinung mitzuteilen", so Lammers, die nach ihrem Abschluss im Wintersemester 2016/17 als freie Journalistin und Social-Media-Managerin arbeitet.

Durchgeführt wurde die Studie von Prof. Dr. Elizabeth Prommer vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock. Sie und ihr Team analysierten über 3.500 Stunden Fernsehprogramm aus dem Jahr 2016 sowie über 800 deutschsprachige Kinofilme aus den vergangenen sechs Jahren. Gefördert wurde die Studie von den vier deutschen TV-Gruppen ARD, ZDF, Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat1.

Quellen:
https://malisastiftung.org/studie-audiovisuelle-diversitaet/

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

28. August 2017

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