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Influencer-Marketing 21. September 2017

Vom Katzenvideo zum Marketingtool

Deutschlands bekannteste Social-Media-Stars heißen Sami Slimani, Dagi Bee und Bibi. Für Konzerne machen sie Werbung in den sozialen Netzwerken - und das sehr erfolgreich. Denn Influencer-Marketing ist auf dem Weg vom Trend zum festen Marketingtool. Dabei setzen Unternehmen nicht nur auf Stars der Szene, sondern auch immer häufiger auf unbekannte Gesichter - und sogar Tiere.

Influencer-Marketing ist in aller Munde und gehört mittlerweile zum festen Bestandteil einer erfolgreichen Marketingsstrategie größerer Unternehmen. Der Umgang und die Transparenz beim Einsatz von Influencern wird daher heiß diskutiert. Erst kürzlich entschied das Oberlandesgericht Celle in einem Urteil, dass von Unternehmen bezahlte Instagram-Posts durch Influencer deutlich durch Einblendung, mündlichen Hinweis oder Placement-Markierung und dergleichen mehr gekennzeichnet werden müssen.

Das Geschäft mit den "Micro-Influencern"

Micro-Influencer, also Blogger oder Instagrammer mit weniger als 100.000 Followern, werden immer häufiger fürs Influencer-Marketing eingesetzt.
Bislang stammten solche Posts hauptsächlich von bekannten Bloggern oder Vloggern, die bereits mehrere tausend Follower vorweisen können. Mittlerweile sind viele Unternehmen aber der Ansicht, dass es nicht immer die ganz Großen sein müssen, um erfolgreich zu sein. Denn sogenannte "Micro-Influencer" - also Blogger, die über eine kleine Leserschaft verfügen oder in den sozialen Netzwerken eine gewisse Anhängerschaft haben - verfügen zwar nicht über eine riesige Reichweite, dafür aber über eine hohe Glaubwürdigkeit. Ein Berliner Start-up-Unternehmen "Blogfoster" hat sich daher eben dieses Credo zum Geschäftsmodell gemacht und eine Software entwickelt, die "Micro-Influencern" die Möglichkeit bietet, ihren Blog oder ihre Auftritte in den sozialen Netzwerken zu registrieren. Über ein Tool kann die Software dann berechnen, wie viel Wert der Auftritt des Einzelnen besitzt. Das Analysetool hilft dann direkt dabei, einen Mittelwert zu berechnen, der sich zum Beispiel aus Leserschaft, Ort oder Traffic zusammensetzt. Unternehmen können dann mit "Micro-Influencern" in Kontakt treten.

Nach den Influencern die Petfluencer

Auf der Webseite www.furcard.com bekommt man eine Übersicht über die wichtigsten "Petfluencer". Foto: Screenshot furcard.com
Nachdem im Netz nicht nur Menschen berühmt werden können, sondern auch Tiere ist die Influencer-Szene jetzt erweitert worden: Derzeit im Marketing "in" sind sogenannte "Petfluencer", also Tiere. Werbung mit Tieren ist zwar an sich kein neues Phänomen, "Petfluencer" kombinieren aber eben zwei Vorteile: Süße Hunde, Katzen, Erdmännchen, etc. erzielen in der Werbung die höchste Aufmerksamkeit und Sympathie beim Zuschauer. So erhielt zum Beispiel 2016 ein Katzen-Werbespot des Dicounters Netto innerhalb von sechs Tagen 9,4 Millionen Klicks auf Facebook und 4,5 Millionen auf Youtube - dank einiger niedlich aussehenden Katzen, die im Spot im Supermarkt einkaufen gehen.

"Grumpy Cat" weltweit ein Renner

Um Unternehmen und "Petfluencer" zusammenzubringen, bietet die Seite furcard.com eine Übersicht über die Stars unter den "Petfluencern". Fast alle kommen aus den USA, einige aus Japan und Großbritannien. Die Auswahl deutscher "Petfluencer" ist dürftig, neben Beagle Rocky oder Mops Konrad, deren Fans handverlesen sind, gibt es vor allem Mr. Pokee, einen Wiesbadener Weißbauchigel mit 313 000 Followern bei Instagram. Er bietet sogar eine Kollektion mit Igel-T-Shirts und vielem mehr. Der erfolgreichste "Petfluencer" bislang ist allerdings immer noch "Grumpy Cat", die es auch als Wachsfigur bei Madame Tussauds gibt. Die mürrische Katze ist bereits seit 2013 im Geschäft - und das sehr erfolgreich: über 2,3 Millionen Fans bei Instagram, bei Facebook sogar 8,5 Millionen Follower. Ihrer Besitzerin hat Grumpy Cat bereits mehrere Millionen Dollar eingebracht.

Susi Mannschreck

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