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Filmkritik 27. Oktober 2017

Auf der Suche nach dem Schneemann-Mörder

Nach Stephen Kings "Es" sorgt die nächste Romanverfilmung für Furore in den deutschen Kinocharts: Für den Film "Schneemann", der auf dem Buch von Jo Nesbø basiert, reichte es in der ersten Woche allerdings nur für Platz zwei. Das liegt auch daran, dass - trotz oder gerade wegen der Starbesetzung - die packende Geschichte des Bestsellers untergeht.

Das Kinoplakat des Film, Foto: Universal
Das Kinoplakat des Film, Foto: Universal

In mehrere, sauber abgetrennte Teile zerlegt der Schneemann-Mörder seine Opfer. Vorzugsweise sind es junge Mütter, die Kinder zurücklassen. Der Täter hinterlässt dagegen einen Schneemann aus zwei wohlgeformten Kugeln. Schwarze Steine, zu einem Strich gelegt, lassen keine Emotionen im Gesicht der Skulptur zu. Doch was möchte der Täter damit sagen?

Für Harry Hole (Michael Fassbinder - "Shame") ist der Schneemann-Mörder eine willkommene Abwechslung zu seiner Lebenswirklichkeit. Diese besteht aus kalten Nächten auf schneebedeckten Osloer Parkbänken, einer Flasche Wodka und seiner verzweifelten Liebe zu seiner Ex-Freundin Rakel (Charlotte Gainsbourg - "Independence Day - Wiederkehr") und ihrem Sohn.

Am beeindruckensten sind die Landschaftsbilder

Gemeinsam mit seiner jungen Kollegin Katrine (Rebecca Ferguson - "Mission: Impossible - Rogue Nation") geht die Ermittler-Koryphäe Harry Hole auf die Jagd nach dem rätselhaften Schneemann-Mörder. In Rückblenden wird eine Geschichte erzählt, der es oft an Zusammenhängen und der nötigen Tiefe aus der 500-seitigen Romanvorlage fehlt. Während Rebecca Ferguson und Michael Fassbinder ihre schauspielerische Klasse aufblitzen lassen, aber nie überschreiten, beeindrucken vor allem die Bilder der eingeschneiten norwegischen Städte und Berge.

Regisseur Thomas Alfredson ("Dame, König, As, Spion"), der von Martin Scorsese unterstützt wurde, verzichtet jedoch bewusst auf jegliche Assoziationen zu Norwegen. So sollte die britische Produktion wohl einem breiten internationalen Publikum zugänglich gemacht werden. Dabei verspielt der Thriller allerdings einiges an Potenzial, das dem Film einen gewissen Eigenwert verschafft hätte.

"Schneemann" ist seit dem 16. Oktober in den deutschen Kinos zu sehen.

Maximilian Wolf

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