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Hochschule der Medien

Promovieren an der HdM, Teil 1

Der Weg zum Doktortitel

Viele Masterabsolventen haben den Traum von einem Doktortitel, denn eine Promotion bietet die besten Voraussetzungen für eine Karriere in der Wissenschaft oder für Spitzenpositionen in Unternehmen. Eine Promotion ist das akademische Verfahren, das zur Verleihung des Doktortitels führt. Auch die Hochschule der Medien (HdM) ermöglicht ihren Absolventen und externen Interessenten die Promotion.

Zur Detailansicht Dr. Andrea Bräuning in Robe und mit der Bestätigung ihres PhD, Foto: privat

Dr. Andrea Bräuning in Robe und mit der Bestätigung ihres PhD, Foto: privat

Die Dissertation (wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung der Doktorwürde) erfolgt in Kooperation mit Hochschulen im In- und Ausland. Derzeit betreuen an der HdM rund 35 Professoren Promotionen. Unter den verleihenden Institutionen sind unter anderem die University of the West of Scotland (UWS), die Universitäten Tübingen und Stuttgart, die gemeinsam mit der HdM das Promotionskolleg Digital Media anbieten, sowie beispielsweise die Universität Passau, die Universität Swansea (Wales), die Universität Linköping/Norrköping (Schweden) oder die Staatliche Universität für das Druckwesen (Moskau) und die Technische Universität Xi'an in China, die kooperative Promotionen mit der HdM anbieten. 

Auf Unterstützung kann gezählt werden

Unterstützt werden die Doktoranden jeweils von zwei Betreuern - einer von der HdM und einer von der kooperierenden Institution. Einige der Doktoranden entschließen sich auch, während ihrer beruflichen Tätigkeit nochmals einen weiteren akademischen Abluss anzustreben. Eine von ihnen ist Dr. Andrea Bräuning, die nach fast 20 Jahren Berufstätigkeit noch einmal etwas Anderes machen wollte. "Ich wollte lernen, neu zu denken und nochmals wissenschaftlich arbeiten. Mir war es wichtig, mich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, das unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird - und mich persönlich interessiert", erklärt sie. Der Titel ihrer Dokotrarbeit, die komplett auf Englisch in Kooperation mit der UWS enstanden ist, lautet "Smart City as a Customer? Scenarios and Strategic Implications for Municipalities and the Industry". Darin hat sich Andrea Bräuning mit der Frage auseinandergesetzt, wie städtische Szenraios der Zukunft aussehen und vor allem auch geplant und implementiert werden können. Betreut wurde sie von Prof. Dr. Alexander W. Roos, dem Rektor der HdM, sowie Prof. David McGillivray und ihrem Doktorvater Graham Jeffery, beide von der UWS.

Sprechstunde mit Dr. Andrea Bräuning ...

HdM:
Wie lange haben Sie insgesamt gebraucht?
Andrea Bräuning:
Viereinhalb Jahre. Im Februar 2012 habe ich erste Überlegungen zum Thema angestellt und Kontakt mit der HdM aufgenommen, im Oktober 2012 habe ich mich an der UWS eingeschrieben, drei Jahre später, im Oktober 2015 meine Arbeit abgegeben. Im Januar 2016 war mein Viva (Verteidigung der Doktorarbeit, Anmerkung der Redaktion), danach habe ich eine Verlängerung wegen der anstehenden Korrekturen erhalten. Im Januar 2017 habe ich meine Arbeit erneut abgegeben, im März kam die Info, dass die Arbeit angenommen und es endlich geschafft ist! Im Juli 2017 war ich zur "Graduation Ceremony" in Schottland.

HdM: Was haben Sie aus der Promotion gelernt?
Andrea Bräuning: Disziplin, Disziplin, Disziplin und Verzicht! Da ich die Dissertation berufsbegleitend erstellt habe, musste ich meine Wochenenden und den gesamten Urlaub für diese Arbeit verwenden. Mein Privatleben hat sich dem Ziel, meinen Lebenstraum zu verwirklichen und eine Dissertation zu erstellen, völlig untergeordnet. Das klingt jetzt vermutlich negativ, aber es war eben auch nicht immer gut. Ich habe einige Male überlegt, das Vorhaben aufzugeben - vor allem nach Rückschlägen im Promotionsprozess und privaten Herausforderungen. Das Thema fasziniert(e) mich - und je mehr ich mich einarbeitete, um so komplexer wurde es! Ich habe gelernt, die Vielschichtigkeit zu erkennen, zu akzeptieren und mich dann auf meinen Blickwinkel zu fokussieren. Ich arbeite in einem Großkonzern - natürlich betrachte ich auch in diesem Umfeld ein Thema in seinem Zusammenhang, aber eben immer aus der wirtschaftlichen Perspektive. Bei uns gilt: Probleme schnell erkennen, Lösung entwickeln, umsetzen! Dieses "Tempo" ist bei der Disseration nicht angebracht. Das wurde mir im Transfer Event (ernüchternd) klar gemacht. Ich solle mein Thema "industrie-philosophischer" betrachten - und Dinge, die vermeintlich klar sind, durchaus in Frage stellen.

HdM: Was ist während dieser Zeit besonders gut gelaufen?
Andrea Bräuning: Die Suche von Doktorvater und Betreuern, auch als ein Wechsel des Doktorvaters erforderlich war, da mein erster Doktorvater die Uni wechselte, hat alles sehr gut geklappt. Ich erhielt weiterhin sehr ausführliche Rückmeldungen von meinem Doktorvater und meinen Betreuern zu meinen Kapiteln.

HdM: Gab es schwierige Phasen?
Andrea Bräuning: Die Rückmeldungen kamen nicht immer zu den vereinbarten Terminen. Da ich für die Korrekturläufe aber Urlaub nehmen musste, war diese Unzuverlässigkeit etwas "mühsam".

HdM: Wie war die Promotion in den Arbeitsalltag eingegliedert?
Andrea Bräuning: Ich arbeite seit 2005 bei Bosch und wollte das Thema im Konzern platzieren und die Dissertation mit dem Unternehmen schreiben. Ich war bereit, von meinem Status als Manager in die Rolle eines Doktoranden zu gehen. Das hat damals nicht geklappt. Also begann ich die Dissertation unabhängig von meinem Arbeitgeber - als mein neues "Hobby". Über die Zeit gab es dann doch Ansätze, "Hobby" und Beruf zu verbinden.

HdM: Was ist Ihr abschließendes Fazit?
Andrea Bräuning: Gib eine Sache, von der Du überzeugt bist, nicht auf. Lebe Deinen Traum und bleib Dir treu!

 

HdM-Absolventen und Externe, die Interesse an einer Promotion haben, wenden sich mit Fragen an Prof. Dr. Nils Högsdal, Prorektor für Innovationsmanagement an der HdM.

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

19. Dezember 2017

KONTAKT

Prof. Dr. Alexander W. Roos

Rektorat

Telefon: 0711 8923-2004

E-Mail: roos@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Nils Högsdal

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2003
0711 8923-2725

E-Mail: hoegsdal@hdm-stuttgart.de

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