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Hochschule der Medien

Audiovisuelle Medien

Film über Abschiebung auf Festival-Tournee

Jonathan Behr hat Audiovisuelle Medien an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart studiert. Im Wintersemester 2015/2016 hat er sich mit dem Thema Abschiebung befasst. In seiner Abschlussarbeit setzte er sich noch intensiver damit auseinander. Daraus entstand der Kurzfilm "Fremde", der im In- und Ausland auf Festivals läuft, von Österreich über Estland und Russland bis nach Nepal. "Fremde" wurde Ende November 2017 auch für den "Deutschen Nachwuchsfilmpreis" nominiert.

Das Team von "Fremde" (Foto: Projektteam)

Das Team von "Fremde" (Foto: Projektteam)

Auf dem "Inn Kurzfilmfestival Braunau" gab es eine Auszeichnung für die "Beste Kameraarbeit" und beim "International Short Film Festival Ingolstadt" den Publikumspreis.

Zwei Schwestern

Der Film handelt von zwei Schwestern, die in Deutschland leben und dort zur Schule gehen. Sie sprechen perfekt Deutsch und scheinen sich schon integriert zu haben. Sie haben ein Zuhause, ein soziales Umfeld und fühlen sich in Deutschland wohl. Allerdings haben die beiden Angst davor, nachts abgeholt und in ein völlig fremdes Land gebracht zu werden. Vor allem die jüngere Schwester Farah ist geplagt von schlimmen Alpträumen und Angstzuständen. Der Alptraum wird schreckliche Realität: Es klingelt an der Haustür. Männer brechen die Türe auf. Die Mädchen verstecken sich - doch vergeblich. Sie werden schnell von den Männern gefunden, die sich später als Polizisten herausstellen. Am Ende des Kurzfilmes sieht man die Geschwister im Auto sitzend in Richtung Flughafen fahren. Erst jetzt wird klar: Sie werden abgeschoben. Wohin weiß niemand.

Bittere Realität

Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Jeden Tag werden in Europa etwa 600 Menschen dazu gezwungen, ihre neue Heimat zu verlassen. Genau deswegen beschäftigte sich Jonathan Behr mit diesem aktuellen Thema. Er drehte den Film mit 17 weiteren Studenten der HdM und zahlreichen Helfern. Sie waren berührt von den Schicksalen der Menschen und wollten das Thema beleuchten.

Bewegende Geschichte

Umgesetzt wurde der Film im Rahmen eines großen Filmprojektes an der HdM. Finanziert wurde es vor allem durch private Spenden und Spenden der Stadt Stuttgart. Die Idee zu dem Film kam durch eine Freundin Jonathan Behrs zustande, die als Sozialarbeiterin in einem Asylbewerberheim arbeitet und ihm einen direkten Einblick verschaffen konnte. Sie erzählte ihm von einem jungen Mädchen, das an Weihnachten ohne ihre Familie abgeschoben und alleine nach Polen gebracht wurde. Diese Geschichte bewegte Behr, der inzwischen in Ludwigsburg Spielfilmregie studiert, so sehr, dass er begann, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Daraufhin besuchte der junge Mann Flüchtlingsheime und sprach dort mit Helfern und Geflüchteten.

Drama, Psychothriller und Horror

Der Kurzfilm enthält Elemente aus den Genres Horror, Thriller und Drama, um die Verzweiflung und die ungewisse Angst der Mädchen zu verstärken. Dem Zuschauer ist zunächst nicht klar, von wem die Schwestern bedroht werden. "Die Idee dahinter ist, dass der Zuschauer unvoreingenommen an das Thema rangeht und sich nicht sofort eine Meinung zum Thema Abschiebung oder Geflüchtete bildet", so Jonathan Behr.

 

Nora Hackenberg

VERÖFFENTLICHT AM

20. Dezember 2017

KONTAKT

Jonathan Behr
Projektteam

E-Mailjonathan.b.behr@googlemail.com

Prof. Stefan Grandinetti

Audiovisuelle Medien

Telefon: 0711 8923-2263

E-Mail: grandinetti@hdm-stuttgart.de

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