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Studie

Fernsehen ist nicht tot

Die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) brachte 2017 wieder neue Grundlagendaten unter anderem zur Fernsehnutzung, Social Media und dem Themeninteresse von Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren.

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Die Fernsehnutzung unter Jugendlichen findet noch immer zum Großteil über den stationären Fernseher statt. Foto: mpfs
Die JIM-Studie fand heraus, dass die Fernsehnutzung noch immer zum Großteil über den stationären Fernseher stattfindet (55 Prozent). Zehn Prozent der befragten Jugendlichen nutzen regelmäßig den Livestream im Netz, 19 Prozent die Mediatheken der Sender. Das onlinebasierte Schauen von Sendungen, Serien und Filmen (zum Beispiel via Netflix) haben 69 Prozent der Jugendlichen schon einmal gemacht. Aktuell ist dabei YouTube am beliebtesten. Dort sehen knapp die Hälfte der Jugendlichen mindestens mehrmals pro Woche Sendungen, Serien oder Filme. Bei Netflix schaut nur ein Viertel der Jugendlichen und bei Amazon Prime nur jeder Siebte.

Facebook kaum noch angesagt

Bei der Social Media-Nutzung zeigt sich, dass WhatsApp mit 94 Prozent am häufigsten zum Austausch genutzt wird. Auf Instagram (57 Prozent) und Snapchat (49 Prozent) sind die Jugendlichen ebenfalls aktiv. Facebook hingegen wird nur noch von einem Viertel der Jugendlichen regelmäßig genutzt und hat damit beinahe 20 Prozent zum Vorjahr eingebüßt. Instagram (2016: 51 Prozent) und Snapchat (2016: 45 Prozent) konnten ihre Beliebtheit im Vergleich zum Vorjahr leicht ausbauen. Interessant ist dabei, dass Instagram mehr passiv genutzt wird. Nur jeder Fünfte postet hier selbst Inhalte. Auf Snapchat sind zwei Drittel der Nutzer selbst aktiv. Auf beiden Plattformen folgen die Jugendlichen am häufigsten Freunden, doch bei Snapchat ist dieser persönliche Aspekt besonders wichtig. Auf Instagram spielen auch Accounts zu einem bestimmten Thema oder Accounts von Stars eine Rolle.

Interesse am aktuellen Weltgeschehen gestiegen

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Jugendliche wollen am schnellsten über Probleme informiert werden, die momentan für sie selbst als bedeutend eingestuft werden. Foto: mpfs
Die Studie untersuchte ebenfalls das Interesse von Jugendlichen an der schnellen Informationslieferung zu bestimmten Themen. So wollen Jugendliche am schnellsten über Probleme informiert werden, die momentan für sie selbst als bedeutend eingestuft werden (62 Prozent). Für mehr als jeden Zweiten ist es sehr wichtig, schnell über das aktuelle Weltgeschehen (56 Prozent) informiert zu werden. Knapp die Hälfte möchte Neuigkeiten und Veränderungen zu Ausbildung und Berufen (46 Prozent) sowie zu Musikthemen (45 Prozent) erhalten. Und rund vier Fünftel wollen schnell über neue Entwicklungen zu Umweltthemen (40 Prozent) und welt- beziehungsweise bundespolitischen Themen (39 Prozent) informiert werden. Interessant ist, dass das Interesse an der Bundes- und Weltpolitik (+12 Prozentpunkte) sowie am aktuellen Weltgeschehen (+8 Prozentpunkte) im Vergleich zur letzten Themenabfrage im Jahr 2015 deutlich gestiegen ist. Ihre Informationen zu diesen Themen beziehen die Jugendlichen zu einem Großteil aus Fernsehnachrichten oder generell aus Berichten im Fernsehen (53 Prozent). 50 Prozent erhalten Informationen aus dem Radio oder aus Gesprächen mit Freunden und Familienmitgliedern. 41 Prozent nutzen häufig das Internet, um über Aktuelles aus der Welt informiert zu sein, nur 19 Prozent die Tageszeitung. Mit zunehmendem Alter wird das Internet als Informationsquelle immer wichtiger. Und auch Facebook spielt bei den volljährigen Jugendlichen eine größere Rolle. Nachrichten werden bei volljährigen Jugendlichen hauptsächlich aus dem Radio bezogen.

Die JIM-Studie ist eine Studienreihe des mpfs. Sie erhebt seit 1998 Grundlagendaten zur Mediennutzung von Jugendlichen in Deutschland. Für die diesjährige Ausgabe wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Zeitraum vom 6. Juni bis 19. Juli 2017 telefonisch befragt.

 

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

14. Dezember 2017

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