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Trend

Hoping for Compliments

Komplimente hört jeder gern – das zeigt nicht nur der heutige Tag der Komplimente. Auch der Technologie-Konzern Facebook hat das erkannt und die amerikanische App tbh aufgekauft. tbh steht für "to be honest" und ist eine App, mit der man Freunden Nettigkeiten zukommen lassen kann. Diese und ähnliche Apps erleben momentan einen regelrechten Hype.

Komplimente-Apps klingen gut und schön, jedoch sollte man vorsichtig sein.

Komplimente-Apps klingen gut und schön, jedoch sollte man vorsichtig sein.

In den Sozialen Netzwerken gibt es einen neuen Trend: Komplimente verteilen. Besonders bei jungen Menschen zwischen 13 und 24 Jahren sind Apps beliebt, durch die einem Freunde anonym Nettigkeiten mitteilen können. In der App tbh, die bisher nur in Amerika erhältlich ist, sollen rund 2,5 Millionen Nutzer täglich aktiv sein. Mit ihr können Nutzer an anonymen Abstimmungen im Freundeskreis teilnehmen und Freunden sagen, was sie von ihnen halten - die Antworten sind dabei vorgefertigt, um negative Äußerungen zu vermeiden. Was macht den Reiz an solchen Apps aus? "Es ist doch für jeden schön, Streicheleinheiten zu bekommen. Und solche Apps geben einen persönlichen Touch in der distanzierten Onlinewelt", erklärt Dr. Oliver Zöllner, Professor im Studiengang Medienwirtschaft der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. "Außerdem ziehen wir aus solchen Online-Bewertungen ja mittlerweile unseren Wert. Viele Komplimente bedeuten dann vielleicht, dass ich einen guten Tag gehabt habe."

"Man darf den Kontakt zu seinen Mitmenschen nicht verlieren"

Dass es dabei auch mal weniger freundlich zugehen kann, zeigt die App Tellonym. Diese ist auch in Deutschland erhältlich und verzeichnet mittlerweile nach eigenen Angaben zwei Millionen Nutzer. Nachrichten, die die meisten jungen Nutzer beleidigen oder sexuell belästigen sind hier jedoch keine Seltenheit. Denn bei Tellonym können einem nicht nur Freunde, sondern auch Unbekannte anonyme Nachrichten zuschicken - wenn Tellonym beispielsweise über Social Media-Profile wie Instagram verlinkt ist. Hier gilt es vorsichtig zu sein, denn "auch wenn es schrecklich ist, aber Beleidigungen sind leider Teil des Internets", sagt Zöllner. Man sollte sich dabei aber vor Augen halten, dass "Social Media eine große Distanzierungsstrategie ist." Das zeige sich auch an Beleidigungen im Netz: "Es ist eben einfacher, im Internet jemanden zu beleidigen als ihm im realen Leben einen Knüppel über den Kopf zu ziehen", so Zöllner. Wichtig ist auf alle Fälle, dass "man den Kontakt zu seinen Mitmenschen nicht verlieren darf." Denn egal ob Beleidigung oder Kompliment: es ist kein realer Kontakt mit Menschen.

 

Anläßlich des Tages der Komplimente haben wir getestet, wie Komplimente-Apps bei unseren Studenten ankommen. Die Reaktionen haben wir in einem Video festgehalten.

 

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

24. Januar 2018

KONTAKT

Prof. Dr. Oliver Zöllner

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2281

E-Mail: zoellner@hdm-stuttgart.de

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