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Hochschule der Medien

Bibliotheks- und Informationsmanagement

Von der Liebe zu Büchern

Jedes Semester beginnen an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart rund 50 neue Studenten ihr Studium im Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement. In Zeiten der Digitalisierung dreht sich der Beruf, der hinter dem Abschluss steht, schon lange nicht mehr nur um Bücher. Beate Meinck und Eike Kleiner haben vor einigen Jahren an der HdM studiert und wissen, was sich tatsächlich hinter dem Begriff "Bibliothekar" verbirgt.

An einem Tisch verfolgen Kinder gespannt die Partie der Senioren-Schachgruppe. Am nächsten lernen Schüler mit ihren Laptops. Direkt daneben trifft ein Ehrenamtlicher einen Flüchtling, um mit ihm Deutsch zu üben. Alle Tablets in der Kinderabteilung sind belegt. Bibliotheken sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. In Zeiten der Digitalisierung hat sich der ruhige Ausleih-Ort zu einem Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt, an dem man viel mehr als Lesen kann. Denn die Ansprüche der Bibliotheksbesucher haben sich verändert. Und so auch die Bibliotheken.

Vom Studium in die Arbeitswelt

Beate Meinck leitet seit 2016 die Reutlinger Stadtbibliothek. Foto: Privat
Zu den Menschen, die diesen Wandel Tag für Tag miterleben können, gehören auch die beiden ehemaligen HdM-Studenten Beate Meinck und Eike Kleiner. Beate Meinck war von 1997 bis 2001 an der HdM eingeschrieben, die zu ihrem Studienbeginn noch "Hochschule für Bibliotheks- und Informationsmanagement" hieß. Mittlerweile leitet sie als Diplom-Bibliothekarin die Reutlinger Stadtbibliothek. Für Eike Kleiner führte der Weg nach dem Bachelorabschluss 2007 zurück an eine Hochschule. Als IT-Experte arbeitet er seit 2013 als Entwicklungs- und Projektmanager in der Bibliothek der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Das Bibliothekskind

"Ich muss gestehen, dass mir schon sehr früh klar war, dass ich einmal in einer Bibliothek arbeiten möchte. Ich war ein Bibliothekskind und habe es geliebt, in 'meine Stadtbibliothek' zu gehen. Ohne sie wäre ich nicht bis zum Abitur gekommen", erzählt Beate Meinck, die 1997 nach einer zweijährigen Ausbildung zur Bibliotheksassistentin den Weg an die HdM fand. "Ich bin zu einem Schnuppertag nach Stuttgart gefahren. Danach war alles klar." Mit dem Bachelorabschluss in der Tasche führte sie ihr erster beruflicher Zwischenstopp nach Denkendorf bei Esslingen. Dort übernahm sie nach einem halben Jahr die Büchereileitung. "Die größte Herausforderung war das Personalmanagement. Das hatte ich bisher nur in der Theorie erlebt oder auf der anderen Seite", erklärt Meinck. Seit 2016 leitet sie mittlerweile die Stadtbibliothek in Reutlingen.

Der Mann hinter den Kulissen

Eike Kleiner ist IT-Experte in der ZHAW. Foto: Privat
"Im Studium habe ich mich recht schnell auf die verschiedenen Aspekte des wissenschaftlichen Bibliothekswesens, Publizierens und IT-basierte Dienstleistungen fokussiert", erinnert sich Eike Kleiner zurück an seine Studienzeit. An der ZHAW ist er als Entwicklungs- und Projektmanager für eben diese Aufgaben zuständig. Dazu gehören unter anderem das zur Verfügung stellen von IT-basierten Diensten oder die Integration von Software im Bibliothekssystem. "Es ist oft schwer, jemandem zu erklären, was ich jeden Tag so mache. Beim Begriff 'Bibliothekar' denkt fast jeder gleich an Bücher", meint Eike Kleiner, der vor allem die Vielfalt seines Berufsfeldes schätzt. "Den einen Typ Bibliothekar gibt es aber nicht. So unterschiedlich die Tätigkeitsfelder sein können, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die man darin trifft."

Die Bibliotheken im Wandel 

Bücher gibt es heutzutage digital für das Tablet, Musik- und Filmstreaming-Angebote sind gefragter als jemals zuvor. Die Digitalisierung hat unübersehbar ihre Spuren in den öffentlichen Einrichtungen hinterlassen. "Der Beruf und die Einrichtung 'Bibliothek' verändern sich gerade sehr stark. Vor 20 Jahren haben wir Kindern in Sachbüchern den Unterschied zwischen Register und Inhaltsverzeichnis erklärt. Heute geht es um Fake News, Filterblasen und darum, der 82-jährigen Nutzerin den E-Reader einzurichten. Diesen Wandel haben die Bibliotheken aber erkannt und sich mitverändert", sagt Beate Meinck. Angst um die Zukunft von angehenden Bibliothekaren müsse man deshalb nicht haben, findet Eike Kleiner: "Gerade in Zeiten, in denen die Digitalisierung aus keinem Bereich mehr wegzudenken ist, sind Informationsexperten verschiedenster Art gefragt, die das Wissen nutzbar machen, vermitteln und managen." Und das auch, wenn Bibliothekare irgendwann nicht mehr als Bibliothekare bezeichnet würden. 

David Groß

VERÖFFENTLICHT AM

10. Januar 2018

KONTAKT

Eike Kleiner

Telefon+41 58 934 4959
E-Maileike.kleiner@zhaw.ch
Eike Kleiner

Telefon+41 58 934 4959
E-Maileike.kleiner@zhaw.ch

Prof. Cornelia Vonhof

Bibliotheks- und Informationsmanagement

Telefon: 0711 8923-3165

E-Mail: vonhof@hdm-stuttgart.de

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