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Hochschule der Medien

Promovieren an der HdM, Teil 3

Spagat zwischen Vollzeitjob und Promotion

Viele Masterabsolventen haben den Traum von einem Doktortitel, denn eine Promotion bietet die besten Voraussetzungen für eine Karriere in der Wissenschaft oder für Spitzenpositionen in Unternehmen. Eine Promotion ist das akademische Verfahren, das zur Verleihung des Doktortitels führt. Auch die Hochschule der Medien (HdM) ermöglicht ihren Absolventen und externen Interessenten die Promotion.

Dr. Nadine Adam promovierte in Kooperation mit der UWS und arbeitet als Führungskraft in einem internationalen Automobilkonzern, Foto: privat

Die Dissertation (wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung der Doktorwürde) erfolgt in Kooperation mit Hochschulen im In- und Ausland. Derzeit betreuen an der HdM rund 35 Professoren Promotionen. Unter den verleihenden Institutionen sind unter anderem die University of the West of Scotland (UWS), die Universitäten Tübingen und Stuttgart, die gemeinsam mit der HdM das Promotionskolleg Digital Media anbieten, sowie beispielsweise die Universität Passau, die Universität Swansea (Wales), die Universität Linköping/Norrköping (Schweden) oder die Staatliche Universität für das Druckwesen (Moskau) und die Technische Universität Xi'an in China, die kooperative Promotionen mit der HdM anbieten.

Herausforderung und Bereicherung zugleich

Vor rund sieben Jahren hat sich Dr. Nadine Adam für eine nebenberufliche Promotion in Kooperation mit der UWS in Schottland entschieden. Die Disseration zum Thema "Analysis of New Luxury, Societal Changes and Implications for the Marketing of Automotive Premium Brands at the Beginning of the 21st Century" hat sie jetzt erfolgreich abgeschlossen. Sie hat sich darin mit Fragen zum Wandel von Luxus auseinandergesetzt. Dabei wird die Entwicklung in reifen, westlichen Märkten mit der in den sogenannten Emerging Markets verglichen. Darüber hinaus hat sie sich mit dem Auto als Statussymbol und Fragen zukünftiger Mobilität befasst. "Da ich in der Automobilbranche tätig bin, interessiert mich dieses Thema auch über meine wissenschaftliche Arbeit hinaus", erzählt Nadine Adam. Betreut wurde ihre Doktorarbeit von Dr. Declan Bannon und Dr. Graeme McLean von der University of the West of Scotland sowie Prof. Dr. Franco P. Rota, Prorektor Hochschulmarketing an der HdM.

Sprechstunde mit Dr. Nadine Adam ...

HdM: Wie lange haben Sie insgesamt gebraucht?
Nadine Adam: Ich habe die Promotion unabhängig von meinem Arbeitgeber neben einem intensiven Vollzeitjob in meiner Freizeit verfasst. Vom Start der Promotion bis zur Verleihung des Titels habe ich rund sieben Jahre benötigt. Dabei waren die Neugier auf das Untersuchungsthema und die Lust mich nochmals weiterzubilden meine Hauptbeweggründe.

HdM: Was haben Sie aus der Promotion gelernt?
Nadine Adam: Die Promotion hat mich gelehrt, mich tiefgehend, kritisch und unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren mit einer Fragestellung zu beschäftigen. Dabei musste ich das Untersuchungsthema nicht nur logisch-strukturiert, sondern teilweise auch philosophisch diskutieren. Inhaltlich habe ich mich mit genau den Fragestellungen beschäftigt, die für mich bei meiner Tätigkeit in der Automobilindustrie zukünftig von Interesse sein werden. Eine Promotion lehrt einen in jedem Fall eines: durchzuhalten!

HdM: Was ist während dieser Zeit besonders gut gelaufen?
Nadine Adam: Besonders positiv war die Unterstützung meiner Doktorväter über all die Jahre. Dafür bin ich sehr dankbar.

HdM: Gab es schwierige Phasen?
Nadine Adam: Eine Promotion in einem internationalen Umfeld bedeutet auch immer ein Stück Ungewissheit. Es dauerte seine Zeit, bis ich meine Betreuer gefunden und mein Thema definiert hatte. Die wissenschaftliche Kultur und das Promotionsverfahren in Großbritannien und Deutschland unterscheiden sich. Während des Promotionsverfahrens wechselte zudem mein schottischer Betreuer. Zum Glück haben dies sein Nachfolger sowie mein deutscher Betreuer sehr gut abgefangen. Darüber hinaus gibt es für jeden Promovenden Momente, in denen er eine eingeschlagene Richtung wieder verwerfen muss oder glaubt, es gibt kein Weiterkommen. Trotzdem erreicht man irgendwann dann doch sein Ziel.

HdM: Wie unterscheidet sich der Ablauf einer Promotion und die mündliche Prüfung in Großbritannien im Vergleich zu Deutschland?
Nadine Adam: Jede Universität hat ihre eigene Prüfungsordnung. Zu Beginn meiner Promotion gab es ein sogenanntes Transfer Event. Dieser Meilenstein und der dortige Austausch mit meinen Prüfern, Doktorvätern und den Zuhörern hat die Richtung meiner Forschungsarbeit nochmals entscheidend beeinflusst. Während des Promotionsprogramms waren diverse Veröffentlichungen und die Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen gefordert. Meine mündlichen Prüfer in der Abschlussprüfung stammten zur einen Hälfte von meiner betreuenden Universität und zur anderen Hälfte von einer weiteren Universität in Schottland. Im Gegensatz zum hiesigen Promotionssystem gibt es bis zur mündlichen Prüfung keinerlei Kontakt zu den Prüfern, die die Arbeit bewerten. Dies stellt eine unabhängige Evaluation der Arbeit sicher.

HdM: War es schwierig, dass die Promotion und der Kontakt auf Englisch erfolgte?
Nadine Adam: Wer sich entschließt, an einer englischsprachigen Universität zu promovieren, verfasst die Arbeit sowie Veröffentlichungen selbstverständlich auf Englisch. Gleiches gilt für die mündlichen Prüfungen. Das stellt für Nicht-Muttersprachler eine gewisse Herausforderung dar, ist mit guten Englischkenntnissen jedoch machbar.

HdM: Wie war die Promotion in den Arbeitsalltag eingegliedert?
Nadine Adam: Da ich schon voll im Berufsleben stand, als ich die Promotion begann, war eine Reduktion meiner Verantwortung oder Arbeitszeit keine Option für mich. Das bedeutete aber auch, dass mich die Promotion während vieler Jahre in jeder freien Minute begleitete. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.

HdM: Wie sieht ihr abschließendes Fazit aus?
Nadine Adam: Die Promotion war eine Herausforderung - die sich aber am Ende auch als umso größere Bereicherung herausgestellt hat.

HdM-Absolventen und Externe, die Interesse an einer Promotion haben, wenden sich mit Fragen an Prof. Dr. Nils Högsdal, Prorektor für Innovationsmanagement an der HdM.

Jennifer Mareen Kögel

VERÖFFENTLICHT AM

01. März 2018

KONTAKT

Prof. Dr. Franco Rota

Werbung und Marktkommunikation

Telefon: 0711 8923-2001

E-Mail: rota@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Nils Högsdal

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2003
0711 8923-2725

E-Mail: hoegsdal@hdm-stuttgart.de

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