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Hochschule der Medien

Familie

Studieren mit Kind

Neben einem Vollzeitstudium bleibt Studierenden oft nur wenig freie Zeit, um einem Nebenjob oder den eigenen Hobbies nachzugehen. Was aber, wenn man zusätzlich zum Studium ein Kind großziehen muss? Junge Eltern, die an der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) studieren oder studiert haben, erzählen vom Glück, der Herausforderung und den Schwierigkeiten vom Studium mit Kind.

Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, treffen die Deutschen im Durchschnitt mit 30 Jahren. Also oft erst dann, wenn beide Elternteile bereits im Berufsleben angekommen sind, genügend Zeit haben und zusammenwohnen. Manchmal fällt die Entscheidung aber auch schon deutlich früher. Dann muss das Elternsein in einigen Fällen mit einem Studium oder einer Ausbildung kombiniert werden und bringt einige Herausforderungen mit sich.

Sven Schimmel und Laura Adam mit Sohn Noah (Foto: privat)
Frühes Elternglück

Sven Schimmel und Laura Adam, die beide Medienwirtschaft an der HdM studieren, sind gerade 26 und 21 Jahre alt, als ihr Sohn Noah vor zwei Jahren auf die Welt kommt. Um genug Zeit für Noah zu haben, nimmt sich Laura ein Urlaubssemester, während Sven sein Praxissemester bei Daimler in Stuttgart beginnt. Trotzdem wird ihr Alltag auf den Kopf gestellt. "Das Elternsein schränkt natürlich schon ziemlich ein. Allerdings verzichtet man gerne für den Kleinen, weil er unser Leben wirklich bereichert, abwechslungsreich und spannend macht", sagt Sven. Unterstützung bekommen die beiden von ihren Eltern und Geschwistern, die regelmäßig auf Noah aufpassen, um den Studenten den Rücken freizuhalten.

Mit Kind in die Vorlesung

Auch die 29-jährige Jana Hahn, die im letzten Semester ihren Bachelorabschluss im Studiengang Mediapublishing gemacht hat, wurde vor zwei Jahren Mama. Viel Zeit zum Durchatmen blieb ihr aber nicht. "Ich habe nach der Geburt weiterstudiert. Ursprünglich war geplant, kurz darauf mit der Bachelorarbeit zu starten. Weil ich aber noch eine Wiederholungsprüfung offen hatte, musste diese erst einmal bestanden werden, um die Bachelorarbeit anmelden zu können. Ich habe in dieser Zeit noch zwei weitere Vorlesungen besucht. Bei einer habe ich meinen Sohn Leonardo mitgenommen", erzählt sie. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellte. "Ich hatte eine Krabbeldecke dabei und habe ihn spielen lassen. Das ging aber nicht lange gut. Eigentlich war mein Plan, dass er während der Vorlesung schläft - seiner leider nicht."

Jana Hahn und Sohn Leonardo (Foto: privat)
Schlaflose Nächste

Trotzdem besteht Jana ihre Prüfungen und wird zur Bachelorarbeit zugelassen. Um ein Semester später ausreichend Zeit dafür zu haben, zieht sie zu ihrer Verwandtschaft nach Karlsruhe, die ihr bei der Betreuung von Leonardo unter die Arme greift. Sie arbeitet vormittags auf Teilzeit und schreibt abends, sobald Leonardo im Bett ist, an ihrer Abschlussarbeit "Die Geburt hat alles verändert. Weil ich jetzt alleinerziehend bin, wahrscheinlich noch mehr. Das soll nicht heißen, dass alles schlecht wird. Es wird anders: spannend, lustig, schlaflos", erklärt Jana. Trotzdem macht sie im letzten Semester erfolgreich ihren Bachelor und beeindruckt damit vor allem ihren betreuenden Professor Okke Schlüter. "Jana Hahns Bachelorthesis mit Job und Kind in der regulären Bearbeitungsdauer verdient großen Respekt. Die Thesis selbst und die positive Einstellung von Jana Hahn kann allen Studierenden mit Kind als Vorbild und Ermutigung dienen. Ich freue mich, dass sie bei uns studiert hat", meint Schlüter. "Das Anstrengendste sind die Nächte. Ich denke das geringe Schlafpensum ist einer der negativen Punkte am Elternwerden", findet auch Sven Schimmel, für den die Bachelorarbeit in diesem Semester auf dem Programm steht.   

Wickelräume und Fristverlängerungen

Hilfe bekommen die jungen Eltern außerdem von der HdM: Neben Beratungsgesprächen, Fristverlängerungen für Klausuren und Bachelorarbeiten, Zugang zu Wickelräumen und Spielzimmern und der Unterstützung bei der Suche nach einem Kita-Platz, gibt es auch eine Facebook-Gruppe, in der sich studierende Eltern miteinander austauschen und sich gegenseitig Tipps geben können. "Wir haben zwar einen Zugang zu diesen Zimmern, waren bisher aber noch nie dort. Sonst haben wir eigentlich auch noch keine Angebote der HdM genutzt. Trotzdem haben wir immer das Gefühl, dass die Hochschule hinter uns steht", sagt Sven Schimmel. Ähnlich geht es auch Jana Hahn: "Von einem Wickel- und Kinderzimmer wusste ich leider nichts. Die HdM, Prof. Okke Schlüter, Regina Bähring und noch viele mehr standen aber immer bereit, um mir alle Fragen zu beantworten und mich zu ermutigen. Bei der Anmeldung der Bachelorarbeit wurde mir außerdem kein Druck gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar. Mit genügend Unterstützung ist also auch ein Studium mit Kind zu bewältigen."

David Groß

VERÖFFENTLICHT AM

29. März 2018

KONTAKT

Alexandra Rambacher

Rektorat

Telefon: 0711 8923-2005

E-Mail: alexandra.rambacher@hdm-stuttgart.de

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Fanny Gleichert

am 13.04.2018 um 10:58 Uhr

Ich habe selber mein erstes Kind nach allen Vorlesungen und Prüfungen des Masters bekommen, sodass nur noch die Thesis ausstand. Zu der Zeit als ich mit der Thesis beginnen wollte, war ich ein zweites mal schwanger. Somit haben die Kinder und meine Selbständigkeit einen Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen. Nach mehreren Urlaubssemstern und viel Unterstützung durch die HdM, habe ich meine Masterthesis nun erfolgreich abgeliefert und meinen Abschluss nach Jahren der Abwesenheit noch machen können. Ein großes Danke an Frau Prof. Kille, Herrn Prof. Dr. Hinkelmann und das ganze Studienteam, welches seeehr viel Verständnis aufgebracht hat!

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