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Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

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Studie zum Verpackungsdruck

Nachhaltigeres Drucken spart Ressourcen

Mit dem Austausch von Ethanol/Ethylacetat, den derzeit verwendeten Lösemitteln im Druck von flexiblen Verpackungen, sogenannten Ethyls, durch n-Propylacetat oder eine Mischung aus n-Propylacetet und n-Propanol, sogenannten Propyls, kann der Verbrauch von Druckfarbe und Lösemittel bei gleicher oder sogar besserer Qualität verringert werden. Dies zeigt eine Studie des Tiefdruckzentrums der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart.

Prof. Armin Weichmann (ganz rechts) mit Studenten vor der Tiefdruckmaschine der HdM

Prof. Armin Weichmann (ganz rechts) mit Studenten vor der Tiefdruckmaschine der HdM

Die Studie, die an der HdM im Auftrag des Chemieunternehmens Oxea durchgeführt wurde, bestätigt diese in der Industrie bisher punktuell gemachten Erfahrungen. "Bei der Untersuchung an der HdM konnte gezeigt werden, dass eine Einsparung von durchschnittlich 30 Prozent Lösemittel möglich ist und dass auch im Farbverbrauch durchschnittlich mehr als 10 Prozent gespart werden können", sagt dazu Prof. Armin Weichmann, der an der HdM im Studiengang Druck- und Medientechnologie im Bereich Tiefdruck lehrt und forscht. "Wir haben dazu mehrere Druckversuche unter möglichst gleichbleibenden Bedingungen - wie etwa Temperatur, Zeitdauer, Druckgeschwindigkeit und Material - für beide Stoffe durchgeführt, um wissenschaftlich sauber einen Vergleich liefern zu können. Das ist auf Grund der üblichen Produktionsbedingungen in der Industrie praktisch unmöglich", so Weichmann weiter. 

Propyls ersetzen Ethyls

Propyls als Lösemittel verdunsten langsamer als Ethyls, gewährleisten aber, dass die Druckfarbe im Prozess trotzdem sicher trocknet. Dadurch muss im Druckprozess weniger nachdosiert werden, was zu einer allgemein geringeren Emission von schädlichen Substanzen, sogenannten VOCs (volatile organic compounds) führt. In einem Propyls-Lösungsmittelsystem können sich die Farbpigmente der Druckfarbe beim Auftrag auf die Folie durch die leicht verlangsamte Trocknung gleichmäßiger verteilen. Das führt bei der gleichen Pigmentmenge zu einer höheren Farbstärke. So kann mit Propyls die gleiche Druckqualität mit weniger Pigment erzielt werden, was teure Stammfarbe spart. Durch die gleichmäßigere Pigmentverteilung ist auch die Druckqualität eher gesteigert. Diese Vorteile sollten in der doch eher konservativen Druckbranche genügend Aufmerksamkeit erlangen, um einen Umstieg ernsthaft zu diskutieren.

Tiefdruck gehört zu den führenden Verpackungsdruckverfahren

Der Tiefdruck ist neben dem Offset- und dem Flexodruck das produktivste Druckverfahren überhaupt. Hochwertige Verpackungen, viele Zeitschriften und auch Kataloge werden im Tiefdruck erstellt. Auch beim Sicherheitsdruck oder bei gedruckter Elektronik spielt das Tiefdruckverfahren eine wichtige Rolle. Die HdM verfügt als einzige Hochschule in Europa über eine komplette Tiefdrucklinie - von der Formherstellung bis zu der Rollenrotations-Tiefdruckmaschine. So können an der Hochschule sowohl die Druckformen erstellt, als auch mit den im Hause erstellten Druckformzylindern im Tiefdrucklabor gedruckt werden. Neben der Verknüpfung von Theorie und Praxis, die sich so den Studenten bietet, wird mit der Rollenrotationstiefdruckmaschine Rotomec MW 60 auch geforscht.

VERÖFFENTLICHT AM

13. April 2018

KONTAKT

Prof. Armin Weichmann

Druck- und Medientechnologie / Digital Publishing

Telefon: 0711 8923-2197

E-Mail: weichmann@hdm-stuttgart.de

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