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Hochschule der Medien

Jubiläum

550 Jahre nach Gutenberg

Im 15. Jahrhundert revolutionierte Johannes Gutenberg die Welt mit der Erfindung eines Handgießinstrumentes und einer verbesserten Druckerpresse. Der Buchdruck, die Wiege der modernen Medien, war geboren. 2018 - 550 Jahre nach Gutenbergs Tod - werden dem Medienrevolutionär zahlreiche Veranstaltungen gewidmet. Auch an der Hochschule der Medien (HdM), zu deren traditionellem Kern die Druckstudiengänge zählen, findet die eine oder andere Vorlesung statt, ein neuer Studiengang ging an den Start.

Johannes Gutenberg, geboren 1468, revolutionierte die Medienwelt (Foto: www.pixabay)
Um circa 1404 wurde Johannes Gutenberg als Henne zur Laden in Mainz geboren. Sein Geburtstag fiel wahrscheinlich auf den Johannestag. So wurde der spätere Vorname mit seinem Wohnort, dem Hof Gutenberg, aktenkundig. Mit der Erfindung des Handgießinstrumentes und den damit fast industriell zu produzierenden beweglichen, exakt gegossenen Metalllettern revolutionierte er ab 1450 die herkömmliche Methode der Buchproduktion - die Anfertigung von Manuskripten. Damit löste er in Europa und später in der ganzen Welt die wichtigste Medienrevolution der modernen Geschichte aus. Zwischen 1452 und 1500, zu Lebzeiten Gutenbergs, wurden etwa zehn Millionen Bücher gedruckt. Dabei handelte es sich um etwa 27.000 bis 40.000 Neuveröffentlichungen. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden mehr Bücher als je zuvor hergestellt. "Wir vermuten heute, dass diese Medienrevolution das Zeitalter der Renaissance einläutete. Die Wissenschaften entwickelten sich und der europaweite Austausch von gleichen Informationen setzte ein", so Prof. Volker Jansen, Studiendekan des Studiengangs Print Media Technologies der HdM. Gutenbergs Erfindung brachte neue Berufsstände wie zum Beispiel den Setzer, den Drucker, den Papiermacher, den Buchhändler, den modernen Autor und den Verleger hervor.

Eine Stadt feiert ihren „größten Sohn"

Gutenbergs Geburts- und Sterbeort, die Stadt Mainz, widmet ihrem „größten Sohn" vom 20. September 2018 bis zum 24. Februar 2019 eine Sonderausstellung im Gutenberg-Museum. Die Ausstellung trägt den Titel „Ohne Zweifel Gutenberg? Die Erfindung des Buchdrucks in Europa". Darin sollen die Eigenarten der Parallelerfindung von beweglichen Lettern in Asien und Europa zu unterschiedlichen Zeiten klar benannt werden. Denn schon 800 Jahre vor Gutenberg wurden in China Texte mit Holzschnitt reproduziert, der im 13. Jahrhundert in Korea mit Metalllettern weiterentwickelt wurde. Dass Gutenberg die asiatische Druckmethode kannte, ist allerdings unwahrscheinlich.

Medien 550 Jahre danach

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2018 wird 550 Jahre Johannes Gutenberg gefeiert (Photo by Amador Loureiro on Unsplash)
Darüber hinaus initiiert der Fachausschuss für Druckindustrie Rhein-Neckar in diesem Jahr insgesamt 24 Veranstaltungen zu Druck- und Medienthemen, die im Raum Mannheim/Heidelberg stattfinden. Sie drehen sich um die Entwicklung der Medien in den letzten 550 Jahren, für die Gutenberg den Grundstein legte. Der Startschuss für die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Gutenberg 4.0 - Medien 550 Jahre danach" fiel bereits am 22. März 2018, unter anderem mit einem Poetry-Slam-Workshop.

Auch die Ursprünge der Stuttgarter Hochschule der Medien - ehemals Fachhochschule für Druck - lassen sich auf Johannes Gutenberg zurückführen. Die heutige Medienhochschule begann 1903 mit der Ausbildung der ersten Druckfachleute. Pünktlich zum 550. Jahrestag hat die Hochschule den englischsprachigen Bachelorstudiengang Print Media Technologies ins Leben gerufen, der sich vor allem an interessierte Studierende aus der ganzen Welt wendet. Mitte März, zum Sommersemester 2018, haben die ersten Studierenden aus Europa und aus dem außereuropäischen Ausland ihr Studium aufgenommen.

"Ein Ding, das man besitzen kann"

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In den Laboren der HdM können 3D Drucker genutzt werden
Die Professoren des Studiengangs Print Media Technologies führen somit die lange globale Tradition Gutenbergs im 21. Jahrhundert fort. Studiendekan Prof. Volker Jansen stellt vor allem den variablen Datendruck, die additiven Fertigungstechnologien (3D Druck), den Verpackungsdruck und neue Workflows als die modernen Varianten der Gutenberggalaxie heraus. „Wir sind aber auch überzeugt, dass das älteste aller industriellen Medienprodukte, nämlich das gedruckte Buch, fortbestehen wird", so Jansen. Eine ganzheitliche Aufbereitung aller Teile eines Buches enthielten mehr als das bloße Zusammenwirken von Papier, Druck und Weiterverarbeitung. "Es ist die erfolgreiche Inhaltsvermittlung im Zusammenhang mit materieller Ausstattung und deren Wirken auf die sinnlich ästhetische Erscheinung", erklärt Jansen. "Das wird heute gepaart mit der Kombination aus digitalen Information im Internet, die zum Inhalt passen. Das kommerzielle klassische Druckprodukt wird neben der Verpackung und den wachsenden industriellen Druckanwendungen weiterhin Bestand haben, schon allein nur deshalb, weil es ein Ding ist, das man besitzen kann, und zwar für immer, ohne Upgrade und Datenmigration, ganz netzfrei und entschleunigt. Wir sprechen heute sogar schon von Slow Media und Slow Journalism."

Zielgruppenorientierung und Rückverfolgbarkeit

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"Variable Data Printing": Individuelle Inhalte stehen auf Reisverpackungen, die Studenten entwickelt haben
Prof. Dr. Stefan Güttler, der ebenfalls im Studiengang Print Media Technologies lehrt und sich mit "Variable Data Printing (VDP)" beschäftigt - dem Druck individueller Inhalte und deren Vernetzung mit elektronischen Medien über Quick Response Codes oder Bilderkennungs-Apps - ergänzt: "Die Entwicklung der digitalen Drucktechnologien ermöglicht es, jedem Adressaten die Information zu übermitteln, die für ihn zum gegeben Zeitpunkt sinnvoll sind." Verpackungen werden immer stärker zielgruppenorientiert und ziehen durch häufiger wechselnde Aktionen die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich, so Güttler. Im Pharmaziemarkt sei die Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Packung durch individuelle Kennzeichnung möglich. "Mit VDP und den Möglichkeiten des Digitaldrucks bleibt Print ein unverzichtbarer Kommunikationskanal im Konzert mit den elektronischen Medien. Auch Internetunternehmen sehen das so", sagt Güttler.

VERÖFFENTLICHT AM

02. Mai 2018

KONTAKT

Prof. Dipl.-Ing. Volker Jansen

Print Media Technologies (Bachelor, 7 Semester, Zulassung ab SS 2018)

Druck- und Medientechnologie / Digital Publishing

Telefon: 0711 8923-2150

E-Mail: jansen@hdm-stuttgart.de





Prof. Dr. Stefan Güttler

Druck- und Medientechnologie / Digital Publishing

Telefon: 0711 8923-2161

E-Mail: guettler@hdm-stuttgart.de

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