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Hochschule der Medien

Datenjournalismus

Konrad-Adenauer-Preis für HdM-Studentin

Julia Falk aus dem Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) wurde im Rahmen ihres letztjährigen Praxissemesters mit dem Konrad-Adenauer-Preis ausgezeichnet. Ihre Datenjournalismus-Reihe "Verschwiegene Verbrechen" legte die Straftaten offen, über welche die Polizei die Presse im Jahr 2016 nicht unterrichtet hatte. Die Serie schaffte es unter rund 400 eingereichten Beiträgen auf den zweiten Platz.

Julia Falk und Simon Walter wurden mit dem Lokaljournalisten-Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. (Bild: Thomas Meyer/Pforzheimer Zeitung)

Julia Falk und Simon Walter wurden mit dem Lokaljournalisten-Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. (Bild: Thomas Meyer/Pforzheimer Zeitung)

3,7. So viele Prozent der Straftaten, die 2016 im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe (Pforzheim, Enzkreis, Landkreis Calw, Stadt- und Landkreis Karlsruhe) begangen wurden, hatte die Polizei in Pressemitteilungen vermeldet. Verborgen blieben dagegen unter anderem Gewaltdelikte, Volksverhetzungen, Diebstähle oder Betrugsfälle. Herausgefunden hatte das die "Pforzheimer Zeitung" (PZ) durch eine wochenlange Datenanalyse. Mittendrin: HdM-Studentin Julia Falk, die im vergangen Jahr ihr Praxissemester bei der PZ absolvierte und für die Serie "Verschwiegene Verbrechen" zusammen mit ihrem Kollegen Simon Walter insgesamt über 4000 Polizei-Pressemitteilungen analysierte und kategorisierte.

Empörter Leser liefert Idee zur Recherche

Ausgangspunkt für die Recherche war der Anruf eines Lesers, der sich darüber gewundert hatte, dass von den Einbrüchen in seiner Straße nichts in der PZ zu lesen war. Er sei davon ausgegangen, dass Medien über jedes Delikt von der Polizei unterrichtet würden, erzählt Julia Falk. "Dass Verbrechen nicht an die Presse weitergeleitet werden, hat zum Teil gute Gründe. Die Polizei hat 2016 im Schnitt fast 200 Delikte pro Tag gezählt. Darunter auch viele kleine, kaum erwähnenswerte Straftaten wie beispielsweise Schwarzfahren. Aber auch manche Sexualdelikte im privaten Umfeld behält die Polizei zurecht für sich, wenn es dem Schutz des Opfers dient", erklärt die HdM-Studentin, die momentan ihre Bachelorarbeit schreibt. "Mit unserer Recherche konnten wir zum Beispiel aufdecken, dass Straftaten wie Fahrraddiebstähle in ländlichen Gegenden sehr oft oder sogar immer vermeldet werden. In der Stadt dagegen kaum, da die Empfindlichkeit und Neugierde der Menschen im kleineren dörflichen Rahmen viel größer ist. Außerdem konnten wir aufzeigen, wie sich die gefühlte Kriminalität von der realen unterscheidet."

Kenntnisse aus dem Studium

Grundkenntnisse für ihre intensive Datenrecherche, die am Ende eine Excel-Tabelle mit über 70.000 begangenen Straftaten umfasste, konnte sich Julia Falk bereits während ihres Studiums an der HdM aneignen. "Nach der Vorlesung 'Datenjournalismus' von Sebastian Mondial hatte ich eine Ahnung, wie man mit solch riesigen Datenmengen umgehen kann und sollte. Die Veranstaltung hat mir außerdem gezeigt, wie spannend Datenjournalismus sein kann", sagt Falk. Mit ihren Rechercheergebnissen überzeugte sie schließlich auch die Jury des renommierten Lokaljournalisten-Preises der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Preisverleihung findet voraussichtlich im Herbst statt.

 

David Groß

VERÖFFENTLICHT AM

15. Juni 2018

KONTAKT

Prof. Dr. Lars Rinsdorf

Crossmedia-Redaktion/Public Relations

Telefon: 0711 8923-2257

E-Mail: rinsdorf@hdm-stuttgart.de

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