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Digitalisierungsbericht Video

Handy ist wichtiger als TV-Gerät

Das TV-Gerät ist nicht mehr der wichtigste Bildschirm der Deutschen: Das Smartphone hat dem Fernseher 2018 erstmals den ersten Rang als wichtigstes Bildschirmgerät abgelaufen, heißt es im "Digitalisierungsbericht Video" der Medienanstalten, der am 4. September 2018 in Berlin vorgestellt wurde. Dies sei nicht nur bei der jungen Generation so, sondern gelte auch für den Bevölkerungsdurchschnitt.

Das Smartphone ist das wichtigste Bildschirmgerät der Deutschen, Foto: Unsplash

Das Smartphone ist das wichtigste Bildschirmgerät der Deutschen, Foto: Unsplash

Das Fernsehgerät muss in diesem Jahr erstmalig seine Spitzenposition als wichtigstes Bildschirmgerät räumen. Gefragt nach dem wichtigsten verfügbaren Bildschirmgerät im Allgemeinen, nennen in diesem Jahr rund 37 Prozent der Personen ab 14 Jahren ihr Smartphone. Lag der Fernseher im letzten Jahr mit 33,3 Prozent noch knappe 0,8 Prozentpunkte vor dem Smartphone, kommt er in diesem Jahr auf noch 32,1 Prozent der Nennungen. Von deutlich geringerer Bedeutung und ebenfalls leicht rückläufig sind der Laptop (11 Prozent) und der Desktop-PC (10,5 Prozent).

Nichtsdestotrotz ist das "klassische Fernsehen" immer noch beliebt: Fast zwei Drittel (64,9 Prozent) ihrer Fernsehzeit widmen die Deutschen noch dem klassischen, sogenannten linearen TV. Aber Video on Demand-Angebote (VoD), zu denen auch Youtube und die Mediatheken von Fernsehsendern gehören, kommen mittlerweile auf einen Anteil von knapp 30 Prozent.

Die aktuellen Zahlen des Digitalisierungsberichts Video verdeutlichen den Trend zur zunehmenden VoD-Nutzung: Gut 29 Millionen Menschen ab 14 Jahren nutzen in Deutschland mindestens einmal im Monat Video-on-Demand-Angebote, das entspricht 42 Prozent der Bevölkerung. Dabei dominieren die Angebote der US-amerikanischen Unternehmen wie Netflix, Amazon oder YouTube. Zwar werden die Mediatheken der Fernsehsender ebenfalls von einem knappen Drittel der Bevölkerung regelmäßig genutzt, die VoD-Seiten der privaten Fernsehsender bleiben mit einem Nutzeranteil von 16,5 Prozent jedoch weit dahinter.

"Programmmacher müssen herausfinden, wie lineare und non-lineare Inhalte am besten kombiniert werden können. Das bedeutet viel Mut und Experimentierfreude, wenn man nicht in Kürze anderen den Markt überlassen will", sagte Cornelia Holsten, die Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, in ihrem Grußwort bei der Präsentation in Berlin.

TV-Empfang auf dem Weg zur Volldigitalisierung

Darüber hinaus zeigt der Digitalisierungsbericht, dass die Volldigitalisierung des TV-Empfangs so gut wie abgeschlossen ist. 37,5 Millionen Haushalte in Deutschland empfangen digitale Fernsehsignale, das entspricht 97 Prozent der TV-Haushalte. Den letzten Schritt wird das Kabelfernsehen als einziger noch nicht voll digitalisierter Übertragungsweg Anfang 2019 vollziehen.

Der "Digitalisierungsbericht Video" ist eine bevölkerungsrepräsentative Studie und wird seit 14 Jahren von den Landesmedienanstalten veröffentlicht. In dem Bericht werden der aktuelle Stand der Digitalisierung der TV-Übertragungswege abgebildet und Informationen zur Nutzung digitaler Bewegtbildangebote erhoben. Die Daten werden im Rahmen einer Telefonbefragung durch Kantar TNS gewonnen; neben den federführenden Medienanstalten beteiligten sich zahlreiche Partner aus der Medienbranche an der Studie. Aktuell sind dies Media Broadcast, SES, Sky, Unitymedia und Vodafone.

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