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Verzicht auf Social Media?

Im März bei Facebook, jetzt bei GooglePlus: Datenpannen sind ein Problem, mit dem sich soziale Netzwerke 2018 scheinbar vermehrt auseinandersetzen müssen. Sollte man seine personenbezogenen Daten zukünftig besser nicht mehr preisgeben? Steht der nächste große Social Media-Datenskandal schon vor der Tür?

Social Media gehören zum Alltag

Social Media gehören zum Alltag

Nach dem Datenskandal um Facebook und die Beratungsfirma Cambridge Analytica im März 2018, als Daten mehrerer Millionen Facebook-Nutzer an die Mikrotargeting-Firma weitergegeben wurden, zieht GooglePlus nun nach. Das Online-Netzwerk soll seit 2015 ein Datenleck gehabt haben, das App-Entwicklern die Möglichkeit gab, auf private Nutzerdaten von potenziell 500.000 Konten zuzugreifen. Außerdem sollen bis zu 438 Anwendungen auf die Schnittstelle mit der Datenlücke Zugriff gehabt haben. Allerdings gibt Google an, dass weder Beweise für den tatsächlichen Missbrauch von Nutzerdaten vorliegen, noch dass App-Entwickler überhaupt von dem Fehler wussten.

Nachdem das soziale Netzwerk GooglePlus am 28. Juni 2011 als Produkt von Google gestartet wurde, hat es großen Zulauf bekommen. Mittlerweile sind die Nutzungszahlen allerdings extrem zurückgegangen; 90 Prozent der Interaktionen dauern weniger als fünf Sekunden. Die Konsequenz, die das Unternehmen nun nach dem Bekanntwerden des Datenlecks zieht, ist im Vergleich zu Facebooks entschuldigender Werbeaktion wesentlich gravierender: GooglePlus geht Mitte 2019 für private Nutzer offline.

Späte Aufklärung

Google hat das Problem bereits im März dieses Jahr entdeckt und nach eigenen Angaben auch direkt gelöst. Das Vertrauen der Nutzer in Google und das Netzwerk GooglePlus wurde durch die zeitverzögerte Informationsweiterleitung dennoch massiv gestört. Die positive Folge des Datenskandals ist allerdings, dass GooglePlay nun reagiert und weniger Apps Zugriff auf Anruflisten und SMS-Daten ermöglicht. Das soll das Vertrauen der Nutzer wieder stärken.

Instant Messaging nicht mehr ungefährlich

Zwei Tage nach Bekanntwerden des GooglePlus Datenlecks macht auch der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp öffentlich, dass eine Sicherheitslücke Milliarden Nutzer gefährdet. Über Videoanrufe können Angreifer die Smartphones von Nutzern einer älteren Version manipulieren. Nach einer Aktualisierung auf die neueste Version sollte die Gefahr aber umgangen werden können.

Quellen:
- https://www.blog.google/technology/safety-security/project-strobe/
- https://www.deutschlandfunk.de/nach-datenpanne-aus-fuer-google-plus.1939.de.html?drn:news_id=933204
- https://t3n.de/news/google-schwieg-mehr-als-ein-halbes-jahr-ueber-eine-datenpanne-bei-google-plus-1116389/
- https://www.focus.de/digital/internet/angreifer-koennen-handy-kapern-sofort-updaten-milliarden-whatsapp-nutzer-weltweit-von-sicherheitsluecke-betroffen_id_9734643.html
- https://www.googlewatchblog.de/2018/02/kurze-bestandsaufnahme-googleplus-google/

 

 

Olivia Mayer

VERÖFFENTLICHT AM

12. Oktober 2018

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