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Hochschule der Medien

Innovation Day

Von Chiffriermaschinen aus dem 3D-Drucker und intelligenten Mikrofonen

Welche Innovationen treiben die Medienbranche um? Um diese Frage ging es am 27. November 2018 beim "Innovation Day" an der Hochschule der Medien (HdM). In acht parallelen Tracks, darunter ein komplett englischsprachiger mit Beiträgen von HdM-Partnerhochschulen, sprachen rund 50 Referenten über Themen wie die Mobilität der Zukunft, Künstliche Intelligenz oder Trends im digitalen Journalismus.

Innovation Day 2018
(Fotos: Jan Böttinger, Wolfgang Gruel (Nr. 7))

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Der Innovation Day fand zum dritten Mal statt

Der Innovation Day fand zum dritten Mal statt

Die Mobilität der Zukunft war eines von vielen Themen (Foto: Wolfgang Gruel)

Die Mobilität der Zukunft war eines von vielen Themen (Foto: Wolfgang Gruel)

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Alexander W. Roos, dem Rektor der Hochschule der Medien. "Mit dem Innovation Day wollen wir 'Research and Business Access' verbinden", so Roos. Mit "creating happiness" fasste er den Kern der Veranstaltung zusammen. Teil der Begrüßung war die Verleihung des Etzold-Preises, den die HdM-Studierenden Sinan Sevinc, Stefan Seibert und Franziska Schulz für ihre herausragenden Abschlussarbeiten erhalten hatten.

Digitalisierung und Mobilität

Direkt im Anschluss an die Begrüßung präsentierte das "Institute for Mobility and Digital Innovation", das sich mit Entwicklungen der Digitalisierung im Bereich der Mobilität beschäftigt, aktuelle Forschungsergebnisse. Im Fokus lag hier die mobile Konnektivität der Autos der Zukunft. Miriam Trometer von der Daimler AG berichtete von mobiler Connectivity im Bereich der Flottenoptimierung. Fahrer der neuesten Generation von Kleintransportern sollen alle Funktionen ihres Wagens per Smartphone einsehen können. Dasselbe will Frank Pommereinke, Geschäftsführer des Unternehmens "Hydra" erreichen. Für ihn standen in den letzten Jahren autonome Carsharing-Konzepte auf dem Plan. Statt sich in der Stadt ein Auto zu mieten, soll man per App von A nach B ganz ohne Fahrer chauffiert werden. Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Mit dieser Frage hat sich Maximilian Hardt der Forschungsgruppe "Arena 2036" der Universität Stuttgart auseinandergesetzt. Sein Team erstellt Konzepte zu Zukunftsautos, die im Jahr 2036 zum 150. Geburtstag des Automobils Realität werden könnten. Die Rede ist von fahrtüchtigen Fahrplattformen, auf denen die benötigten Karosserien aufgesetzt werden könnten. Ob Postauto, Lieferwagen oder Familienauto - Basis der Fahrzeuge soll derselbe sein.

Störgeräusche ausblenden

Einen Einblick in "Hörversuche zur Entwicklung eines neuartigen Mehrkapsel-Mikrofons" bot Hendrik Paukert, Doktorand im Promotionskolleg Digital Media an der HdM. Gemeinsam mit Jonathan Ziegler und Bernfried Runow forscht Paukert an einem Mikrofon, das Schallwellen hören kann. So soll es möglich werden, durch ein neuartiges Mikrofon automatisch Stimmen zu erkennen und zu erfassen und Störgeräusche, wie etwa sich öffnende Türen oder Geschirrgeklapper, schon während der Aufnahme - beispielsweise bei Konferenzen oder bei der Live-Übertragung von Events - bestmöglich auszublenden. Paukert ging in seinem Vortrag auf die Untersuchung von Hör- und Störschwellen von Störgeräuschen ein, während Ziegler im Anschluss erklärte, wie Mithilfe von "Convolutional Neural Networks", also künstlicher neuronaler Netze, Sprache klassifiziert, erkannt und getrackt werden kann. Dabei handelt es sich um ein von biologischen Prozessen inspiriertes Konzept im Bereich des maschinellen Lernens.

Innovative Ideen stellte auch der Studiengang Verpackungstechnik vor. Den Anfang machte Patrick Rassek zum Thema: "Innovativer Prozess zur Herstellung von Verbundfolien". Er stellte vor, wie sortenfremde Polymerfolien unter Einfluss der Plasmavorbehandlung zu Verbundfolien verbunden werden, um beispielsweise auf Klebstoff und somit potenzielle gesundheitsgefährdende Stoffe in der Verpackung verzichten zu können. Prof. Dr. Michael Herrenbauer sprach über neuartige Migrationsbarrieren für Faserstoffpackmittel, die vermeiden sollen, dass Schadstoffe von Verpackungen aus Recycling-Papier in die Lebensmittel gelangen. Prof. Dr. Martin Dreher verriet, wie Marken und Produkte mithilfe von Verpackungstechniken vor Produktfälschung geschützt werden.

Die Chiffriermaschine aus dem 3D-Drucker 

In einem weiteren Track wurde das Projekt Enigma R.D.E. ("ready") aus dem Studiengang Audiovisuelle Medien vorgestellt. Studierende aus dem dritten Semester wollen unter Anleitung von Prof. Dr. Simon Wiest die berühmteste Chiffriermaschine der Welt, die Enigma, originalgetreu und vollständig kompatibel zu anderen Geräten durch ein 3D-Druckverfahren nachbauen. Im Sommersemester 2019 soll der Druckdatensatz für 300 Euro verfügbar sein. Wiest erläuterte, wie sich die Geheimkommunikation von verhältnismäßig einfach Codebüchern bis hin zur Enigma entwickelte und wie genau die Verschlüsselung funktioniert. Über die Einstellung von Steckbrett, Walzen und Rotoren werden 159 Trillionen Möglichkeiten für die Verschlüsselung einer Nachricht erzielt.

Immer mehr Verpackungen, Textilien und Produkte sind bedruckt. In seinem Vortrag "The Future of Print Media and the impact of Digital Media on Communication" erklärte Prof. Volker Jansen, Studiendekan des Bachelorstudiengang Print Media Technologies,  diese Entwicklung durch die immer stärker nachgefragte Personalisierung, Individualisierung und das gesteigerte Aufkommen von To-go-Produkten. Er sprach auch die Wichtigkeit der Ressourcenschonung und des Recyclings an, denn mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts und der Vergrößerung der Weltbevölkerung wachse der Ressourcenverbrauch und der anfallende Müll. "Ein Vortrag, der zum Nachdenken einlud", fand Teilnehmerin Olivia Mayer.

Der "Innovation Day" fand zum dritten Mal zu Beginn der "International Week" an der Hochschule statt. Initiator ist Prof. Dr. Nils Hoegsdal, Prorektor für Innovation der HdM.

Olivia Mayer, Christopher Müller, Eva Niesen, Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

05. Dezember 2018

KONTAKT

Prof. Dr. Nils Högsdal

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2003
0711 8923-2725

E-Mail: hoegsdal@hdm-stuttgart.de

Martin Langlinderer

Institut für angewandte Forschung (IAF)

E-Mail: langlinderer@hdm-stuttgart.de

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