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Hochschule der Medien

Institut für Moderation

"Gymnasiasten spielen kein Fußball"

16 Jahre lang ist Shary Reeves das Gesicht der ARD-Kindersendung "Wissen macht Ah!" gewesen. Sie begleitete das Heranwachsen vieler Kinder mit einer Fülle an Wissen, das so manch' ein Ah(a)-Erlebnis auslösen konnte. Auf Einladung des Instituts für Moderation (imo) stand sie in einem Werkstattgespräch an der Hochschule der Medien (HdM) den Nachwuchsmoderatoren Anika Keil und Tim Kirschsieper Rede und Antwort.

imo-Teilnehmerin Anika Keil stellt Fragen an Shary Reeves (rechts)

imo-Teilnehmerin Anika Keil stellt Fragen an Shary Reeves (rechts)

Vielen Studierenden der HdM war nicht entgangen, dass die Moderatorin und Kindheitsheldin Shary Reeves am 15. Februar 2019 im Hörsaal 011 über ihren ungewöhnlichen Karriereweg und das Moderatoren-Handwerk berichtete.

Eine rheinländische Jugend

Wenn sie die Chance dazu hätte, würde sie gerne Nelson Mandela treffen. Sie mag es, nicht pünktlich zu sein, und dass sie Autodidaktin ist, spielt eine große Rolle in ihrem Leben. Die Lebensgeschichte von Shary Reeves versprach nach Meinung der Moderatoren, nicht uninteressant zu werden. Die gebürtige Kölnerin verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in New York, einen mit ihrer leiblichen Familie und den anderen in einer rheinländischen Pflegefamilie. Der Vater war Professor und die Mutter Krankenschwester, die irgendwann zu überfordert gewesen seien, um sich um Reeves und ihre Geschwister zu kümmern. So wuchs sie in einem größenteils weißen Deutschland auf. 
Shary Reeves Lebensphilosophie beruht darauf, "all das zu machen, worauf man Lust hat". Dazu zählt ihre Schauspielausbildung, ihre Musikkarriere mit "4 Reeves" in den 90ern, die Ausbildung als Fotoassistentin und später ihr Engagement als Moderatorin. 
Dennoch liegt die einzige Konstante ihres Lebens im Fußball, den sie erfolgreich in der Ersten Bundesliga der Frauen spielte. Sie trotzte dem Einwand ihrer Mutter: "Gymnasiasten spielen kein Fußball", und starte dort ebenfalls eine Karriere.

Multitalent

Zur Moderation der beliebten Kindersendung kam sie über viele Umwege und ein Casting beim Westdeutschen Rundfunk. Schließlich sei sie nicht 1,85 Meter groß, weiß, männlich mit einem Einser-Schnitt in der Schule.  Mit ihrem Co-Moderator Ralph Caspers moderierte sie zunächst den "Maus Club" und dann "Wissen macht Ah!". Im Gegensatz zur Meinung des Publikums war die Wissenschaftssendung jedoch nicht die "große Party", die sich tagtäglich vor den Augen der Kinder abspielte. Vor jeder Moderation schließt sich Reeves auf der Toilette ein und setzt sich auf den geschlossenen Deckel, um dort ein letztes Mal zur Ruhe zu kommen. Sie sei kein Mensch für das Chaos vor jeder Sendung. "Man muss sich auf die Zeit danach freuen", lautet der Tipp, den sie den Nachwuchsmoderatoren mit auf den Weg gibt. Die Zusammenarbeit mit Caspers sei für Reeves einzigartig gewesen, weil sie extrem unterschiedliche Menschen seien. In den 16 Jahren Co-Moderation hätten sie sich kein einziges Mal gestritten.

"Das machst du doch schön, Shary"

Für Reeves war im Jahr 2017 Schluss bei "Wissen macht Ah!". Grund dafür seien die fehlenden Perspektiven gewesen. Schließlich habe sie es aufgrund ihrer Hautfarbe nie leicht, neue Moderations-Aufträge zu finden. Reeves erzählt wie ihr stets ein "Das machst du doch schön, Shary", entgegnet wurde, sobald sie selber die Initiative ergriff und sich nach neuen Möglichkeiten erkundigte. Nichtsdestotrotz sieht Reeves Verbesserungen in der Medienbranche. Letztendlich solle "die bunte Welt mit all ihren Facetten in der Medienwelt wiedergeben werden können". Reeves könnte sich vorstellen auf neuen Medienkanälen zu moderieren, zum Beispiel auf YouTube oder beim öffentlich-rechtlichen Online-Angebot Funk.

 

Christopher Müller

VERÖFFENTLICHT AM

18. February 2019

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Christiane Delong

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Telefon: 0711 8923-2269

E-Mail: delong@hdm-stuttgart.de

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