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Jubiläum

30 Jahre World Wide Web

Am 12. März 1989 schlug der Physiker Tim Berners-Lee dem Kernforschungsinstitut CERN eine Vernetzung von Computern vor. Damit legte der damals 34-Jährige den Grundstein für das World Wide Web. Heute sieht er seine Erfindung mit einer gewissen Skepsis, legt aber auch Verbesserungsvorschläge für die Probleme bei der Internetnutzung dar.

Zur Detailansicht Mit diesem Screen erklärt das CERN, was das World Wide Web ist, Foto: Screenshot via CERN

Mit diesem Screen erklärt das CERN, was das World Wide Web ist, Foto: Screenshot via CERN

Bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf wird heute gefeiert: Vor 30 Jahren schlug der britische Physiker Tim Berners-Lee vor, Informationen in einem globalen Netzwerk aus Computern frei zugänglich zu machen und zu vernetzen. Sein Thesenpapier trug den Titel "Informationsmanagement: Ein Vorschlag." Es gilt heute als die "Geburtsurkunde" des World Wide Web (WWW).

Aus der Not geboren

Sein Paper entstand, weil Berners-Lee die Zusammenarbeit mit den vielen Wissenschaftlern als sehr schwierig empfand: Viele Texte, Dokumente und Aufzeichnungen waren zwar auf den Computern gespeichert, doch nicht jeder konnte auf seinem PC dieselben Dokumente öffnen. Die Wissenschaftler kamen aus verschiedenen Ländern, arbeiteten für verschiedene Einrichtungen und nutzten unterschiedliche Software auf verschiedenen Rechnern. Auch im CERN selbst herrschten keine einheitlichen Strukturen, da sich ein Teil der Laboratorien auf französischem, ein anderer auf schweizerischem Gebiet befand. In den beiden Ländern herrschten unterschiedliche Netzwerk-Infrastrukturen, die den Austausch von Informationen erschwerten. Also schlug Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte.

Erfinder von HTML und Begründer des World Wide Web

1990 veröffentlichte er mit Robert Cailliau ein Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt und entwickelte die "Hypertext Markup Language" (HTML), die beschreibt, wie Seiten mit Hypertextverknüpfungen ("Links") auf unterschiedlichsten Rechnerplattformen formatiert werden. Mit dem "Hypertext Transfer Protocol" (HTTP) definierte er den technischen Kanal, den Computer nutzen würden, um über das Internet zu kommunizieren. Der "Universal Resource Identifier" (URI), heute ist die Unterform "Uniform Resource Locator" (URL) geläufiger, bezeichnet die Webadresse, mit der Inhalte im Netz gefunden werden. Außerdem war er für die Entwicklung des ersten Browsers "WorldWideWeb" und des ersten Webservers "CERN httpd" unter dem Betriebssystem "NeXTStep" verantwortlich. Dies sollte den Ursprung des World Wide Web darstellen.

Berners-Lee erstellte auch die erste Webpräsenz, info.cern.ch. Diese Website gibt es bis heute. Allerdings existiert von dem ursprünglichen Inhalt nur noch eine Kopie aus dem Jahr 1992. Sie erläuterte unter anderem, was das World Wide Web sein sollte, wie man an einen Webbrowser kommt und wie man einen Webserver aufsetzt. An der Verbreitung seiner Entwicklungen war das CERN beteiligt: Am 30. April 1993 stellte das CERN seine Software öffentlich zur Verfügung - und die Entwicklung von Webseiten, wie wir sie heute kennen, begann. Entscheidend dabei: Das Institut verzichtete auf Lizenzzahlungen und Patentierung. Damit trugen die Forscher maßgeblich zur Bedeutung des Webs in seiner heutigen Form bei.

Kritische Auseinandersetzung mit dem Netz

In einem Gastbeitrag bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11.3.2019 warnt Berners-Lee in einem offenen Brief allerdings auch vor der Kehrseite der Medaille, die uns das World Wide Web und das Internet beschert haben: Vor Datenmissbrauch, Desinformationen, Hassreden und Zensur. Absichtlich verbreiteten böswilligen Inhalten könne mit Gesetzen und Computercode entgegengewirkt werden. Geschäftsmodelle, die die Weiterverbreitung von Falschinformationen fördern, könnten unterbunden werden. "Unternehmen müssen mehr tun, um sicherzustellen, dass ihr Gewinnstreben nicht auf Kosten von Menschenrechten, Demokratie, wissenschaftlichen Fakten und öffentlicher Sicherheit geht", schreibt Berners-Lee. Er wirbt mit seiner Stiftung (Web Foundation) dafür, dass Firmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft einen Vertrag für ein besseres Web ausarbeiten.

Quellen:
www.tagesschau.de
www.faz.net
wikipedia.org
www.zeit.de

 

Foto: http://line-mode.cern.ch/www/hypertext/WWW/TheProject.html

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