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Hochschule der Medien

Digitalisierung

Analoge Digitaldiskussion zum Leben mit Daten

Das Institut für Digitale Ethik (IDE) und der Förderverein der Hochschule der Medien (HdM) hatten am 26. März 2019 zur Podiumsdiskussion "Unser digitales Leben – alternativlos?!" eingeladen. Im Hörsaal der HdM diskutierten Bundesjustizministerin Katarina Barley und Digital-Experten, ob Gefahren oder Chancen unser zukünftiges Leben prägen werden. Tenor: Die Werteorientierung ist entscheidend.

Ringvorlesung "Unser digitales Leben - alternativlos?!"
(Fotos: Florian Müller)

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Jonas Wagner, Dr. Stefan Brink, Katarina Barley, Prof. Dr. Petra Grimm und Prof. Dr. Tobias Keber sprachen über das Leben mit Daten

Jonas Wagner, Dr. Stefan Brink, Katarina Barley, Prof. Dr. Petra Grimm und Prof. Dr. Tobias Keber sprachen über das Leben mit Daten

Die Digitalisierung ist in vollem Gange, wird sich noch beschleunigen und damit die Welt der User und der digitalen Angebote, aber vor allem unser aller Leben radikal ändern. Zentrale Fragestellungen dabei sind die Sicherheit und Verfügbarkeit von Daten für den einzelnen und die Abwägung zwischen Persönlichkeitsschutz und wirtschaftlichen Interessen. Moderator Tobias Keber, Professor für Medienrecht und Medienpolitik an der HdM, fühlte seinen Gästen auf den Zahn. Vor über 300 Zuhörern waren neben der Bundesjustizministerin (zugleich auch Ministerin für Verbraucherschutz) HdM-Professorin Dr. Petra Grimm, Dr. Stefan Brink (Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit in Baden-Württemberg) und der Student Jonas Wagner die Teilnehmer der Diskussion.

Daten als Ausdruck von Freiheit, Individualität und Intimität

Nach den Grußworten von HdM-Rektor Professor Dr. Alexander W. Roos und einer thematischen Einführung von HdM-Professor Dr. Oliver Zöllner, der auf die hohe Frequenz von Datenskandalen in den letzten Jahren hinwies, belegte Moderator Keber die Problematik durch das Aufzählen privater Daten, die er vollkommen legal aus dem digitalen Umfeld von Jonas Wagner aufzählte. Ministerin Barley betonte in der damit angelaufenen Podiumsdiskussion: "Daten, die wir in die digitale Welt setzen, sind ein Ausdruck von Freiheit, Individualität und Intimität. Jeder sollte selbst entscheiden, was mit seinen Daten passiert." Auch wurde erörtert, dass es wohl in der digitalen Welt, ebenso wie in der analogen, künftig etwas koste, Datensicherheit, zu erhalten. Datenschutz sei eine Geldfrage. Ministerin Barley erklärte hierauf: "Ein guter Motorradhelm kostet im echten Leben auch mehr als ein schlechter."

Förderung digitaler Kompetenz als Aufgabe von Schulen

In der Podiumsdiskussion wies Professorin Dr. Petra Grimm darauf hin, dass die Förderung von Digitalkompetenz, also des Umgangs mit digitalen Medien und Daten, auch Aufgabe der Schulen sei. Dies würde bislang jedoch nur bedingt umgesetzt werden. Student Jonas Wagner bestätigt: „Als Digital Native habe ich mir meine Digitalkompetenz selbst beigebracht. Natürlich auch, indem meine Eltern mir den Zugang zu Medien ermöglicht haben." Dr. Stefan Brink sieht hier Aufarbeitungspotenzial. Er findet: "Digitalkompetenz und auch Datenschutz müssen zur Schule gehen." Es sei wichtig, ein Programm zu entwickeln, das die Gesellschaft und auch Unternehmen für Datenschutz sensibilisieren soll. Ministerin Barley fügte hinzu, dass dies mit Projekten wie "Annas Leben" bereits in Angriff genommen wurde. Dass Unternehmen den ethischen Hintergrund hinter dem Datenschutz dann aber nicht als Verkaufsschlager, sondern für den Verbraucherschutz nutzen dürften, verdeutlichte Professorin Petra Grimm noch einmal. Ministerin Barley pflichtete ihr bei, verwies aber darauf, dass es beim Thema Datenschutz wichtig sei, eine europäische Lösung zu finden, an der man gemeinsam arbeiten und nicht länderspezifisch agieren sollte. Dennoch sollte in ihren Augen die Freiheit im Internet so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Auf die Publikumsfrage, ob Digitalkompetenz nicht eher ein Luxusthema sei, reagierte die Ministerin: „Ich hoffe auch, dass es genauso gesehen wird."

Datenschutz-Musikvideo

Zum Abschluss der Veranstaltung sorgte Daniela Flickentanz, Künstlerin, Sängerin und Songwriterin, für frischen Wind, als sie gemeinsam mit Moderator Keber das Musikvideo zu "Daten Oh Yeah" vorstellte. Es ist in Zusammenarbeit mit dem IDE, dem Studentenfernsehen Stufe und dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Baden-Württemberg entstanden und fasst auf eine ironisierende und verspielte Weise die angerissenen Digitalthemen aus der Podiumsdiskussion zusammen.

Giuseppa Maria Spatola

VERÖFFENTLICHT AM

28. März 2019

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