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Hochschule der Medien

Kinobilanz 2018

Entwarnung für Fans

Im Februar 2019 veröffentlichte die Filmförderungsanstalt (FFA) die Kinobilanz des vergangenen Jahres. Rund 105 Millionen Kinobesucher wurden gezählt, die schlechteste Zahl seit 1992. Dennoch konnte sich der Marktanteil deutscher Produktionen halten. Zudem kamen weitere Kinostandorte hinzu und die Preise der Tickets sind gesunken.

Die Ticketpreise sanken 2018 um einen Prozent, Foto: Unsplash

Die Ticketpreise sanken 2018 um einen Prozent, Foto: Unsplash

"Das Kinojahr 2018 war schlecht, da gibt es nichts zu beschönigen", sagt FFA-Vorstand Peter Dinges über die Jahresbilanz. "Wir hatten ein gutes Mittelfeld, aber die Blockbuster fehlten. Zum Schluss hat das letzte Jahr aber gezeigt, dass Kino nach wie vor erfolgreich sein kann, wenn Qualität und Rahmenbedingungen stimmen. Im vierten Quartal gestartete Filme wie 'Bohemian Rhapsody' und 'Phantastische Tierwesen 2' laufen gut. Der an Weihnachten gestartete Film 'Der Junge muss an die frische Luft' startete mit guten Quoten und liegt jetzt schon bei knapp 2,8 Millionen Besuchern", resümiert Dinges. Mit 105,4 Millionen Besuchern wurden 2018 in Deutschland 13,9 Prozent weniger Tickets als im Vorjahr verkauft, der Umsatz sank um 14,8 Prozent auf 899,3 Millionen Euro.

Erfolgreichste Filme

Die Filme "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen", "Avengers: Infinity War" und "Fifty Shades of Grey - Befreite Lust" waren mit 3 Millionen verkauften Tickets und mehr die erfolgreichsten Filme 2018. Auch wenn keine deutsche Produktion unter den Top Ten zu finden ist, hat sich der Marktanteil von 23,5 Prozent wenig verändert. Hier sind die erfolgreichsten Filme "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer" mit 1,8 Millionen verkauften Tickets, "Die kleine Hexe" mit 1,6 Millionen verkauften Tickets sowie "Dieses bescheuerte Herz" mit 1,4 Millionen verkauften Tickets. Jörn Precht, Professor an der Stuttgarter Hochschule der Medien für Transmediales Storytelling findet: "Durch Serien wie 'Dark', 'Babylon Berlin', 'Das Boot' und '4 Blocks' kommt es dazu, dass deutsche Inhalte als 'cool' gelten - auch international steigt das Interesse daran."

Auf weniger Interesse trafen 3D-Filme. Sie machten 2018 einen Marktanteil von 16,3 Prozent aus - der niedrigste Wert seit ihrer Einführung 2009. Etwas Gutes bringt es jedoch mit sich: Durch das geringere Interesse käme es laut FFA zum Stillstand bei der Steigerung der Ticketpreise. Sie hielt die letzten 14 Jahre an, doch 2018 ging der Durchschnittspreis um ein Prozent zurück und liegt bei 8,54 Euro.

Mehr Kinostandorte

Trotz sinkender Zahlen möchte Jörn Precht dennoch Entwarnung geben: "Derzeit leidet das Kino als Ort, an dem man zusammen als Gemeinschaftserlebnis Storytelling rezipiert, unter der Kombination 'Streamingdienste und Social Media'. Quality Serien bieten schon aufgrund der längeren Spielzeit die Möglichkeit, Figuren komplexer zu erzählen. Dies wird inzwischen praktiziert und weckt das Interesse an gut erzählten Einzelfilmen jenseits der Blockbuster. Auch diese Neuerung wird das Kino überleben."

Diese Einschätzung untermauern zudem die steigende Anzahlen der Kinostandorte: 2018 gab es wieder über 900 Kinostandorte, was zuletzt 2012 der Fall war. Es ist das vierte Jahr in Folge, in dem die Anzahl der Kinos gestiegen ist. Inwischen gibt es 46 Leinwände und 6.407 Sitzplätze mehr als 2017.

Der Blick auf die Kinostarts 2019 lässt auf ein deutlich besseres Kinojahr hoffen: Große US-Blockbuster, Animationsfilme, französischen Filme, deutsche Bestseller-Verfilmungen und Filme, die auf wahren Begebenheiten basieren, feiern dieses Jahr ihre Premiere.

 

VERÖFFENTLICHT AM

09. April 2019

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