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Hochschule der Medien

Conmedia 2019

Liebeserklärung an Stuttgart

Wirtschaftsmetropole und Innovationszentrum: So beschreibt sich die Stadt Stuttgart im Internet. Aber dass 1912 in Bad Cannstatt der BH erfunden wurde und dass Stuttgart eine der grünsten Großstädte Deutschlands ist – damit haben sich Studierende der Hochschule der Medien (HdM) bei der Conmedia im Sommersemester 2019 auseinandergesetzt.

Conmedia des Sommersemesters 2019
(Fotos: Florian Müller)

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Die Studierenden stellten eine Demo nach

Die Studierenden stellten eine Demo nach

Aus dem Feinstaubgefängnis gings nur mit der richtigen Antwort

Aus dem Feinstaubgefängnis gings nur mit der richtigen Antwort

Der Moderator band die Besucher ein

Der Moderator band die Besucher ein

Hinter der Conmedia stand ein 20-köpfiges Team

Hinter der Conmedia stand ein 20-köpfiges Team

Mitten im Herzen Stuttgarts, nah am Schlossplatz, hoch zur Weinsteige hat es sich das Conmedia-Team im Stuttgarter Stadtpalais zur Aufgabe gemacht, einen Blick abseits der bekannten Klischees auf den vielfältigen Kessel zu eröffnen - und der Stadt eine Liebeserklärung gemacht. Rund 180 Jahre Geschichte durchziehen die Mauern des Palais. Ein Ort, der, wie die Stadt selbst, ohne das kulturelle Angebot kaum auskommen würde.

Statt eines chronologischen Ablaufs bestimmte am 26. Juni 2019 das Spielbrett den Verlauf des Abends. Ob Stadtpalais, Neckar, Tübinger Straße oder Westbahnhof - der Name "Stuttopoly" wurde wörtlich genommen. Mit einer Stuttgart-Version des Spieleklassikers Monopoly trat das Publikum - unterteilt in die Teams Grün, Blau und Rot - gegeneinander an. Malte Surmeier vom Institut für Moderation der HdM führte durch die Veranstaltung.

30 Tage, 30 Veranstaltungen

Um zu beweisen, dass Stuttgart kulturell eine Menge zu bieten hat, berichteten die Studierenden per Social Media einen Monat lang tagtäglich von den vielen Facetten der Stadt. Der kurze Zusammenschnitt der Erlebnisse aus insgesamt 30 Tagen machte klar, langweilig wurde es in der Stadt nie. Der Cannstatter Wasen, das Kulturzentrum Merlin oder der Flohmarkt auf dem Karlsplatz - im Gegensatz zum Bild von der verschlafenen Großstadt, habe Stuttgart jeden Tag etwas zu bieten. Man müsse nur über den eigenen Tellerrand schauen.
 Dass es die insgesamt rund 20 Studierenden der HdM mit ihrem Projekt ernst meinten, bewiesen sie wie folgt: In einem Videobeitrag mit dem Künstler Daniel Geiger setzte das Team mit einem Graffiti in der "Hall of Fame" in Bad Cannstatt ein Zeichen. Die Dramaturgie des Abends war den Studierenden ein besonderes Anliegen. "Wir haben darauf geachtet, dass wir einen Spannungsbogen aufbauen und bis zum Ende der Veranstaltung immer emotionaler werden", erklärte Yara Meyer aus dem Conmedia-Team.

Die Mutterstadt des Hip-Hop

Angefangen bei einem Thema, das Stuttgart schon seit längerem bewegt. Zwar fließt durch Stuttgart ein Fluss, doch zentral in das Leben der Stuttgarter eingebunden wurde dieser nie. Der Verein Neckarwelle möchte dies ändern und in Stuttgart eine künstliche Welle zum Surfen errichten. Doch ein Gutachten der Stadt brachte Ernüchterung: Die Wasserqualität des Neckar sei zu schlecht. Der Vorsitzende des Vereins, Volker Sellmeier, verriet bei der Conmedia, dass seine Aufgabe noch lange nicht vorbei sei. Man müsse eben das Problem an den Wurzeln packen: das Wasser im Neckar müsse sauberer werden.
Auch als Geburtsort des deutschen Rap und als Startrampe für viele neue Hip-Hop Künstler nimmt der Kessel eine zentrale Rolle ein. Beim "Hip-Hop-Bingo" konnten die Teams wichtigen Monopoly-Karten und auf dem Brett nach vorn kkommen. Der Stuttgarter Rapper GVN rappte über die Geschichte des Genres und die Rolle, die Stuttgart bis heute noch für die Szene spielt. Cro habe das "Rap-Game" geändert und ein RIN präge die Stilkultur.

Auf dem direktesten Weg ins Feinstaubgefängnis

Mit 69,9 Prozent Grünflächen gehört Stuttgart zu den grünsten Großstädten Deutschlands. Nicht zu verachten sei hierbei der Aspekt des Urban Gardening, etwa auf dem Dach des Züblin-Parkhaus inmitten des Großstadtjungles. Das Conmedia-Team zeigte in einem Videobeitrag das Besondere an diesem Projekt. Keine Selbstverständlichkeit, da Stuttgart in den letzten Jahren vor allem als Feinstaubhauptstadt Deutschlands in den Medien präsent ist. Wie beim klassischen Monopoly gehörte auch bei "Stuttopoly" der Gang ins Gefängnis zum Spiel. Das "Feinstaubgefängnis" durfte Team Blau erst verlassen, nachdem alle Teilnehmer Fragen wie zum Beispiel die durchschnittliche Stundenzahl, die ein Stuttgarter im Jahr im Stau verbringt, richtig beantwortet hatten.

Hausbesetzer - plötzlich ist die eigene Wohnung weg

Ebenso dürfe sich Stuttgart im Bereich Gründungen vor Städten wie Hamburg oder Berlin nicht verstecken. Start-ups wie Smart oder GinStr prägen bereits heute das Leben in der Stadt. Probleme gibt es an anderer Stelle: beim Wohnen. "Es fehlt der Mut, alternative Wohnkonzepte umzusetzen", mahnte Paul Vogt von der Gemeinschaft Adapter, die sich hauptsächlich mit der Zwischennutzung leerstehender Wohnflächen beschäftigt. Zusammen mit Leerstand=Stillstand plädierten sie für Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt. In der Diskussion mit HdM-Professor Dr. Tobias Keber machte die ehemalige Hausbesetzerin Rosevita Thomas die umstrittene Maßnahme nachvollziehbar. Knappheit an Wohnfläche und zu hohe Mieten scheitern am geltenden Recht, die für manche in der Gesellschaft existenzgefährdend werde. Eine inszenierte Demonstration der Medienwirtschaftler gegen die Wohnungsnot unterstrich die Botschaft des Conmedia-Teams: Sie setzten ein Zeichen gegen die Ungerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt.

Die meisten Punkte konnte Team Blau im Laufe des Spiels einsammeln. Doch Bonuspunkte machten Team Grün letztendlich zum Sieger des Abends. Als Preis gab es für alle Team-Mitglieder Tickets für kulturelle Veranstaltungen rund um Stuttgart.

Die Conmedia

Die Conmedia ("content in media") ist eine Eventreihe, die jedes Semester von Studierenden der HdM im Rahmen eines interdisziplinären, journalistischen Transferprojektes organisiert wird. Zur Seite standen ihnen die Betreuer Prof. Eckhard Wendling und Markus Wendling aus dem Studiengang Medienwirtschaft. Ziel der Veranstaltung ist die Aufbereitung und Präsentation eines gesellschaftspolitisch relevanten Themas, das zum Nachdenken anregen soll. Sponsoren der Veranstaltung waren dieses Mal die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg sowie der Förderverein der Hochschule der Medien.

Christopher Müller

VERÖFFENTLICHT AM

28. Juni 2019

KONTAKT

Prof. Eckhard Wendling

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2274

E-Mail: wendling@hdm-stuttgart.de

Markus Wendling

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2692

E-Mail: markus.wendling@hdm-stuttgart.de

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