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Hochschule der Medien

KI-Studie

Künstliche Intelligenz im Spotlight

Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Science-Fiction mehr, sondern längst beim Konsumenten angekommen: Das zeigt die im Frühjahr 2019 veröffentlichte Auswertung der Umfrage "Spotlight: Künstliche Intelligenz". Sie wurde von [m]Science als zentrale Forschungsunit der GroupM im Oktober 2018 in Deutschland durchgeführt. Ob im Auto, beim Shoppen oder in den eigenen vier Wänden - KI nimmt immer mehr von unserem Alltag ein.

Zur Detailansicht Die Befragten sehen das größte Wachstumspotenzial von Künstlicher Intelligenz im Auto. (Grafik © [m]Science / GroupM)

Die Befragten sehen das größte Wachstumspotenzial von Künstlicher Intelligenz im Auto. (Grafik © [m]Science / GroupM)

Seinen neusten Clou kündigte Amazon im Juni 2019 auf der re:MARS 2019 conference in Las Vegas an. Mit StyleSnap wollen sie ihren Kunden das Shoppen von neuer Kleidung vereinfachen. Schnell ein Foto oder einen Screenshot von einem Lieblingsteil machen und in der Amazon-App hochladen. Das KI-basierte System durchsucht daraufhin alle Artikel auf Amazon auf ähnliche Kleidungsstücke oder sogar das Original und es kann direkt bestellt werden. Wann das Feature veröffentlich wird, ist bisher noch nicht bekannt. Damit bringt der Konzern ein weiteres KI-System dem Konsumenten näher.

Das KI vielen ein Begriff ist, bestätigen auch die Zahlen der Umfrage "Spotlight: Künstliche Intelligenz": 97 Prozent der 2.000 befragten Teilnehmer wissen was KI ist oder haben den Begriff zumindest schon einmal gehört. Lediglich 3 Prozent können mit dem Begriff überhaupt nichts anfangen. KI ist bereits in der Automobilbranche (67 Prozent), der Unterhaltungselektronik (63 Prozent), Telekommunikation (59 Prozent) und der Medizin (56 Prozent) angekommen.

KI in fünf Jahren

In fünf Jahren werden laut Studie insbesondere intelligente Putzroboter (46 Prozent), Smart Home Anwendungen (42 Prozent) und selbstfahrende Autos (28 Prozent) gefragt sein. Jeder zweite Deutsche (52 Prozent) erhofft sich durch KI Unterstützung bei unbeliebten und zeitaufwändigen Aufgaben wie zum Beispiel bei der Steuererklärung oder sogar bei Arztbesuchen: Medizinische Beratung oder Psychotherapie wäre für einige der Befragten denkbar, genauso wie sie sich vorstellen könnten KI zum Freund zu haben. Aber Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsbranche ist schon heute keine Neuheit mehr: circa jeder Fünfte (18 Prozent) nutzt sie im Bereich der Fitness und des Gesundheitstrackings.

Neben der Gesundheit sehen die Befragten im Beruf ebenfalls großes Potenzial für KI. Bei jedem Fünften (21 Prozent) spielt sie bereits eine Rolle bei der Arbeit. Durch Künstliche Intelligenz können körperlich belastende Tätigkeiten (81 Prozent) oder Routineaufgaben (76 Prozent) übernommen werden. Allerdings befürchten rund Dreiviertel der Befragten, dass durch die KI zu viele Arbeitsplätze wegfallen werden. Doch neben dem Beruf ist den Deutschen ihre Freizeit wichtig - Insgesamt 43 Prozent sind überzeugt, dass sie durch die digitale Unterstützung mehr Freizeit haben.

KI - der Beifahrer von Morgen?

Mehr als die Hälfte der Befragten sehen das größte Wachstumspotenzial von Künstlicher Intelligenz im Auto. Zwar werden bislang nur sechs Prozent an KI-gesteuerten Fahrassistenzsystemen genutzt, doch bei der Navigation und bei der Steuerung von Multimedia-Anwendungen schwören schon jetzt fast 50 Prozent auf intelligente Sprachassistenten. Zudem sind 61 Prozent der Überzeugung, dass KI zunehmend Staus im Straßenverkehr reduzieren kann und jeder Vierte (28 Prozent) ist sich sicher, dass sich selbstfahrende Autos in den nächsten fünf Jahren durchsetzen werden.

Prof. Dr. Wolfgang Gruel forscht am Institute for Mobility and Digital Innovation an der Hochschule der Medien und gibt folgende Einschätzung zur KI in der Automobilbranche: "Wir haben vor einigen Jahren bereits gezeigt, dass nach allem, was wir jetzt über Verkehrssysteme wissen, autonomes Fahren zwar zu einer Effizienzsteigerung führt - diese jedoch durch die steigende Verkehrsnachfrage mehr als kompensiert wird." Ebenso wenig sieht er autonome Fahrzeuge in fünf Jahren mehrheitlich auf den Straßen: "Schon rein aufgrund der durchschnittlichen Nutzungsdauer von neun Jahren ist es sehr unwahrscheinlich [...] - weder sind Modelle aktuell serienreif, noch sind die Produktionskapazitäten dafür ausgelegt", sagt Wolfgang Gruel. Für möglich hält er hingegen, dass autonome Fahrzeuge für bestimmte Einsatzszenarien genutzt werden könnten. So wird derzeit ein Shuttle-Service von der Deutschen Bahn in dem bayerischen Ort Bad Birnbach erprobt.

VERÖFFENTLICHT AM

04. Juli 2019

KONTAKT

Prof. Dr. Wolfgang Gruel

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2633

E-Mail: gruel@hdm-stuttgart.de

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