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Das Potenzial von TikTok

Facebook will die eigenen Dienste noch enger an sich binden, Snapchat ist plötzlich wieder auf dem Vormarsch und alle Welt spricht über die Kurzvideo-Plattform TikTok. Nutzer und Unternehmen haben mittlerweile die Qual der Wahl, auf welchen Kanälen sie aktiv sein wollen, nur als stiller Beobachter teilnehmen oder worauf sie vollständig verzichten. Das Potenzial von TikTok ist dabei für beide Seiten noch nicht vollkommen ausgeschöpft.

In Bezug auf die Social-Video-App TikTok halten momentan noch viele Unternehmen die Luft an. Foto: unsplash.com

In Bezug auf die Social-Video-App TikTok halten momentan noch viele Unternehmen die Luft an. Foto: unsplash.com

Die Social-Video-App TikTok erhitzt die Gemüter: Während das soziale Netzwerk vor allem in der Generation Z (Anfang der 2000er Jahre) großen Anklang findet, belächeln schon Millennials die aktive Teilnahme am TikTok-Geschehen. Dabei ist der Kanal insbesondere im westlichen Raum sehr nah bei der jungen Zielgruppe verortet. Das liegt vor allem an den Funktionen der App: Die Plattform lebt nämlich von kurzen, humorvollen Videos, in denen die User häufig zu bekannten Liedern tanzen.

Von Musical.ly zu TikTok

Ursprünglich war TikTok in der westlichen Welt bekannt als Musical.ly, was sich bereits 2015 großer Beliebtheit erfreute. Das asiatische Pendant "Douyin" gehört zum chinesischen Technologiekonzern Bytedance. Ende 2017 hat das Unternehmen die Lip-Sync-Plattform Musical.ly aufgekauft. Durch die Fusion gelang es Bytedance, weltweit bereits bestehende Fans zu übernehmen und in den westlichen Markt einzutreten - aus Musical.ly wurde kurzerhand TikTok. Mittlerweile zählt TikTok (Stand: November 2019) 5,5 Millionen monatliche aktive Nutzer in Deutschland. Zum Vergleich: Auf Instagram tummeln sich 17 Millionen aktive Nutzer im Monat. Tatsächlich bedient TikTok damit in Deutschland den größten Markt in Europa.

Neue Social Media Aufgaben für Unternehmen

Inzwischen tasten sich immer mehr Unternehmen und Marketingabteilungen an den Kanal heran. Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen treffen beispielsweise die ARD mit einem TikTok-Auftritt der Tagesschau, der Handelskonzern Otto oder Mercedes-Benz bereits heute, indem sie die Plattform mit Content bespielen und Hashtag-Challenges veröffentlichen, um ihre Zielgruppe zum Mitmachen zu animieren. Bisher können deutsche Unternehmen die Social-Video-App aber nur bedingt als Werbeplattform nutzen: Die Werbemöglichkeiten können lediglich über das Account-Team von TikTok umgesetzt und veröffentlicht werden. Das soll sich laut Bytedance allerdings noch in diesem Jahr in Form eines Self-Service-Tools für Werbekunden ändern.

TikTok als Impulsgeber

Der Aufstieg TikToks erinnert viele Social-Media-Kenner an den Erfolg Snapchats und die schnelle Übernahme der Story-Funktion auf Instagram. Die Facebook-Tochter testet auch diesmal ähnliche Features des Wettbewerbers in Brasilien, da TikTok in Südamerika nicht allzu weit verbreitet ist und Instagram sich großer Beliebtheit erfreut. Wie der Versuch verläuft, werden die Instagram-Nutzer wohl auch hierzulande in irgendeiner Weise erfahren. Das etablierte Netzwerk übernimmt nämlich nur Funktionen, die auf anderen Kanälen getestet und als erfolgreich angesehen werden.

TikTok als Impulsgeber hat nicht nur Einfluss auf seine Wettbewerber: Auch die Nutzer können nachhaltig von der Lip-Sync-App profitieren. Was vor einigen Jahren noch die Vlogger auf YouTube waren, sind heute die TikToker, sie nutzen die Plattform als Sprungbett zum Influencer-Dasein. Die bekanntesten Tennie-Stars, die mit Musical.ly berühmt geworden sind, sind wohl die Stuttgarter Zwillinge Lisa und Lena.

Quellen:

  • Basicthinking.de
  • Horizont.net
  • Pressesprecher.com
  • Sueddeutsche.de

Margarita Fangrat

VERÖFFENTLICHT AM

17. Februar 2020

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