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Corona-Krise

Hackerangriffe aufs Homeoffice

In Zeiten der Corona-Krise schließen immer mehr Unternehmen ihre Büros und schicken ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Dabei müssen in der IT einige Umbaumaßnahmen erfolgen, die kleinere oder größere Sicherheitslücken mit sich bringen können. Das machen sich jetzt Hacker zur Nutze, um in die Unternehmensnetzwerke einzudringen.

Hacker nutzen die Unsicherheit der Menschen in der Corona-Krise aus, um an sensible Daten zu gelangen.

Hacker nutzen die Unsicherheit der Menschen in der Corona-Krise aus, um an sensible Daten zu gelangen.

Häufig nutzen Cyberkriminelle aktuelle Themen, die viel Aufsehen erregen, als Möglichkeit, an sensible Daten zu kommen. Gerade in der Corona-Krise herrscht Unsicherheit und Angst, da es noch keine vollständig wirksamen Schutzmaßnahmen und Medikamente gegen das Virus gibt. Zur weiteren Verunsicherung tragen zudem noch die Hamsterkäufe bei, wodurch unter anderem Schutzkleidung und Desinfektionsmittel zur Mangelware werden. Gerade diese Unsicherheiten kommen den Hackern zur Hilfe. Durch professionell erscheinende Phishing-Mails mit Angeboten zu Schutzmasken oder Desinfektionsmittel versuchen sie, in Systeme und damit auch in Unternehmensnetzwerke einzudringen. So warnt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf seiner Website, besonders jetzt, E-Mails mit dubiosen Angeboten noch kritischer gegenüberzustehen: "Es können vermehrt Phishing E-Mails auftreten, die die aktuelle Situation ausnutzen und versuchen werden, Ihre sensiblen Daten mit Hinweis auf Remote Zugänge, das Zurücksetzen von Passwörtern etc. abzugreifen".

Gefälschte Internetseiten

Aber auch bei dem Suchen nach Informationen zu Corona im Netz sollte man mit Bedacht Seiten öffnen. Denn neben den Phishing-Mails gibt es zudem Webseiten, die mit nur einem Klick den eigenen Rechner mit einem Virus versehen können. Ein Beispiel ist dafür die gefälschte Echtzeitkarte der Johns-Hopkins-Universität, die die weltweite Ausbreitung des Coronavirus zeigt. Diese Karte bietet die Universität in Baltimore tatsächlich an. Cyberkriminelle haben sie detailgetreu nachgebaut. Wird die gefälschte Karte heruntergeladen, wird zudem die Malware "AZURult" auf dem Rechner installiert. Sie ist darauf ausgelegt, aus dem Browser gespeicherte Informationen  - wie den Verlauf, Nutzernamen, Passwörter, Kreditkarten-Informationen und andere sensible Daten -  abzugreifen. Mit einer neuen Variante der Malware ist es den Hackern sogar möglich, per Fernzugriff auf den heimischen Rechner zuzugreifen.

Polizei warnt vor Enkeltrick

Aber nicht nur online wird die derzeitige Krise von Betrügern ausgenutzt. Deutschlandweit warnt die Polizei von einer neuen Masche des Enkeltricks. Dabei rufen Betrüger bei älteren Mitmenschen an und geben sich als Familienmitglied aus. Dabei behaupten sie, mit dem Corona-Virus infiziert zu sein und finanzielle Mittel zu benötigen. Sie würden dann einen guten Freund vorbeischicken, der das Geld abholen würde. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg rät dazu, bei Geldforderungen von Angehörigen am Telefon, besonders misstrauisch zu reagieren. Maßnahmen wie: nach dem Namen des Angehörigen zu fragen, auf der bekannten Nummer des Verwandten anzurufen oder nach einer Begebenheit zu fragen, die nur in der Familie bekannt ist, könnten die Betrüger enttarnen. "Die Betrüger machen sich die Sorgen der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Corona-Virus schamlos zunutze. Das ist eine besonders abstoßende und niederträchtige Vorgehensweise skrupelloser Krimineller", sagt Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg.

 

Quellen:

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Wirtschafts Woche

n-tv

 

VERÖFFENTLICHT AM

13. April 2020

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