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TV-Formate

Fernsehen in der Corona-Krise

Die anhaltende Corona-Pandemie hat auch die Medienlandschaft im Griff: TV-Shows verzichten seit Wochen auf Publikum, Gäste in Talk-Shows sitzen entweder weit auseinander oder werden nur noch live ins Studio geschaltet. Verschiedene neue Formate wurden ausprobiert - leider wenig erfolgreich. Dabei erlebt das lineare Fernsehen während der Corona-Krise ein Quotenanstieg.

Durch die Corona-Pandamie sehen die Menschen wieder mehr fern, Foto: Pixabay

Durch die Corona-Pandamie sehen die Menschen wieder mehr fern, Foto: Pixabay

Mit der "Quarantäne-WG" (RTL), "Live aus der Forster Straße" (Vox) oder der Show "Baywatch Berlin" (ProSieben) haben unterschiedliche Sender neue TV-Formate als Reaktion auf die Corona-Pandemie ausprobiert. Allerdings wurden diese nicht zu Quotenhits: Die "Quarantäne-WG", für die RTL immerhin Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Oliver Pocher zum Plausch über die Ausnahmesituation verpflichten konnte, wurde nach ganzen drei Folgen abgesetzt. Auch das Format "Live aus der Foster Straße", in dem Sänger Mark Forster mit Kollegen aus dem Musik- und Showgeschäft darüber sprach, wie es ihnen in der Isolation geht, wurde nach nur zwei Folgen eingestellt. Ein bisschen besser erging es immerhin Klaas Heufer-Umlaufs "Baywatch Berlin" - ProSieben versuchte Heufer-Umlaufs Podcast zu einem Fernsehformat zu machen. Nach zwei Folgen wurde die Show jedoch ins Nachtprogramm verbannt, die sieben geplanten Sendungen sollen ausgestrahlt werden, aber nicht zur Primetime.

Shows ohne Zuschauer 

Die meisten Unterhaltungssendungen und auch Talkshows werden ohne Studiopublikum aufgezeichnet oder ausgestrahlt. Was anfangs eine Umstellung für den Zuschauer bedeutet hat, ist nach vier Wochen schon fast neue Normalität. Trotzdem macht die Pandemie bestehenden Shows zu schaffen: "The Masked Singer" etwa musste aufgrund von Corona-Erkrankungen 14 Tage pausieren, "Let's Dance" und RTL müssen viel Kritik einstecken, da sich eine Paartanzshow nicht an vorgeschriebene Abstandsregelungen von anderthalb Metern halten kann. Trotzdem wird bislang weiter getanzt.

Die Reaktionen auf die schwereren Bedingungen für Unterhaltungsshows während der Corona Pandemie zeigen, dass es neue Formate gerade schwer haben. Auch können bestehende Formate oder Serien in vielen Fällen nicht weiter gedreht werden und müssen eine Zwangspause einlegen. Trotzdem versichern die meisten Sender einvernehmlich, dass sie für ihr Programm  genügend Material auf Vorlauf zur Verfügung haben oder Engpässe durch Wiederholungen ausgleichen können.

Bedürfnis nach seriösen Informationen bei den Zuschauern

Eine Krux, denn die Ausgangsbeschränkungen bescheren nicht nur dem linearen Fernsehprogramm, sondern auch den Mediatheken von ARD, ZDF sowie Joyn (Pro Sieben Sat 1 / Discovery) und TV Now (RTL) einen Boom. Das hat die AGF Videoforschung in einer aktuellen Analyse "TV-Nutzung in der Corona-Krise" herausgefunden. Laut aktueller Analyse stieg die Nutzung der Mediatheken im März 2020 um circa zehn Prozent. Dabei entdecken gerade die Jüngeren die digitalen Angebote der TV-Sender für sich. Dieselbe Zielgruppe (14-49 Jahre) schaut auch verstärkt wieder Fernsehen, um sich zum aktuellen Tagesgeschehen zu informieren: Waren es im März 2019 noch 439 Minuten, in denen Nachrichten geschaut wurden, waren es im März 2020 bereits 760 Minuten - eine Steigerung um fast drei Viertel. Bei den 14-49-Jährigen hat sich die Sehdauer von 162 Minuten im März 2019 auf 381 Minuten im März 2020 mehr als verdoppelt. Ebenfalls starke Zuwächse verzeichnen die Genres Magazine, Talk und Reportage. Nachrichten werden folglich nicht nur länger gesehen, sondern auch von mehr Menschen. Das Bedürdnis sich bei vertrauensvollen Medienformaten zu informieren ist gestiegen. 

 

Quellen:
www.dwdl.de
www.agf.de
www.quotenmeter.de
www.horizont.net
www.watson.de

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

01. Mai 2020

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