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Hochschule der Medien

EU-INTERREG-Projekt CINEMA

Internationale Partner forschen zur Wiederbelebung von Leerständen

Die Revitalisierung von Leerständen in urbanen Umgebungen durch Projekte in Zusammenarbeit mit der Kultur- und Kreativwirtschaft steht im Fokus des EU-INTERREG-Projekts "CINEMA" (Creative Industries for New Urban Economies in the Danube Region). Insgesamt 22 internationale Partner aus acht Ländern in der Donauregion arbeiten im Zeitraum von zweieinhalb Jahren gemeinsam an der Wiederbelebung von Innenstädten.

Das Logo zum Projekt

Das Logo zum Projekt

Das "Mikser House" in Belgrad (Serbien) ist ein Beispiel für die Umgestaltung vorhandener Flächen (Foto: Tricia Mitchell)

Das "Mikser House" in Belgrad (Serbien) ist ein Beispiel für die Umgestaltung vorhandener Flächen (Foto: Tricia Mitchell)

Für das Projekt, das Anfang Juli 2020 begann und bis Ende 2022 läuft stehen insgesamt 2.215.349 Euro zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem INTERREG - Danube Transnational Programme der Europäischen Union.

Grundlegend ist hierfür die cross-sektorale Kooperation mit Akteuren der ortsansässigen Kultur- und Kreativwirtschaft, Vertretern der regionalen Industrie, der Stadt und ihren Bürgern. An der Hochschule der Medien (HdM) wird das Projekt vom Team des Forschungsleuchtturms Creative Industries and Media Society (CREAM) und dem Start-up-Center unterstützt. Die Teams der HdM stehen als Know-how-Partner für innovative Raum- und Arbeitsformate zur Verfügung und entwickeln Instrumente sowie Konzepte zur Förderung der Zusammenarbeit mit Kreativakteuren.

In den letzten Jahren ist das Interesse an der Erforschung der Interaktion und Transformation von Leerständen beziehungsweise wenig genutzten oder unterentwickelten Flächen in urbanen Umgebungen durch Projekte in Zusammenarbeit mit Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft gestiegen. Hierzu gehören insbesondere Untersuchungen des Entwicklungsprozesses dieser progressiven kreativen Räume und Quartiere. Die Etablierung der von Richard Florida (2012) und Charles Landry (2000) unterstützten These der "kreativen Städte von morgen" zog eine Welle an politischen Initiativen mit sich, die aufgrund sehr differierender und zum Teil nicht erprobter Anwendungen und Implikationen oftmals auch an die Grenzen solcher Politiken stießen. Aus den bisherigen Stadtforschungen geht das Gefühl hervor, dass kreative Aktivitäten und die Kollaboration mit Kreativakteuren und -unternehmen ein verräumlichtes Phänomen darstellen, das zumindest wichtige materielle Veränderungen im städtischen Gefüge bewirkt.

Digitalisierung des alltäglichen Lebens

Im Rahmen des CINEMA-Projekts setzt sich die HdM mit Kooperationspartnern aus Ländern der Donauregion mit den Herausforderungen und Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung des Alltagslebens auseinander. Diese birgt die Gefahr eines kaum reversiblen Verlusts wichtiger Versorgungs- und Dienstleistungsinfrastruktur durch den stationären Handel auf regionaler und lokaler Ebene. Mit einer solchen Entwicklung verbunden wäre ebenso ein Verlust an Lebensqualität mit Auswirkungen auf die regionale Wirtschaftskraft (Broken-Windows-Theorie) und Standortattraktivität. Und natürlich bedrohen die Implikationen der Digitalisierung auch Arbeitsplätze.

Kollaboration als Lösungsweg

Ein Weg zur Lösung dieser Problematik wird in der Kollaboration des stationären Handels mit der Kultur- und Kreativwirtschaft gesehen. Die Entwicklung und Umsetzung kooperativer Strategien auf physischer Ebene (Raumperspektive) sowie digitaler Ebene (digitale Instrumente) soll neue Formen eines lebendigen, stationären Handels sowie einer lebendigen Innenstadt fördern. Hierbei wird aufgrund der aktuellen Krisensituation, ausgelöst durch die Pandemie, neben der interdisziplinären Zusammenarbeit im physischen Raum auch ein Fokus auf die Erforschung und Ausarbeitung von Konzepten und Strukturen virtueller Kooperationsarbeit gelegt. Die Anwendung neuer kooperativer Arbeitsprozesse im Leerstand (etwa Coworking Space, Makerspace, Reallabor) sowie die Integration digitaler Komponenten in die Geschäftsprozesse werden bestehende Arbeitsmodelle im stationären Handel weiterentwickeln und aufwerten.

Regionales Pilotprojekt

Die HdM und die Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart (WRS) arbeiten zudem an einem eigenen regionalen Pilotprojekt, bei dem sie mit einer kleinen Gruppe innovationsfreudiger Einzelhändler und Kreativakteure kooperieren und gemeinsam Pilotanwendungen für kollaborative Arbeits- und Begegnungsflächen (etwa Pop-up-Stores mit Coworking-Flächen) entwickeln und testen werden.

Die Erkenntnisse aus allen neun Pilotregionen des EU-Projekts werden so aufbereitet, dass sie in anderen Wirtschaftsräumen mit vergleichbaren Herausforderung adaptiert werden können. Darüber hinaus werden die Ergebnisse an Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft kontinuierlich kommuniziert.

VERÖFFENTLICHT AM

28. Juli 2020

KONTAKT

Prof. Dr. Martin Engstler

Telefon: 0711 8923-3172

E-Mail: engstler@hdm-stuttgart.de

Viktoria Heinzel

Wirtschaftsinformatik

Telefon: 0711 8923-3268

E-Mail: heinzel@hdm-stuttgart.de

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