Digitales Beratungsangebot

Mission Ermutigung

Bereits seit mehreren Jahrzehnten arbeitet Jutta Gentsch als akademische Berufsberaterin für die Bundesagentur für Arbeit. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Didaktikzentrum der Hochschule der Medien (HdM) unterstützt sie insbesondere Studierende der HdM. Auch seit Beginn der Corona-Pandemie können Studierende auf ihre Unterstützung zählen.

Jutta Gentsch (Foto: privat)

Jutta Gentsch (Foto: privat)

Rund 20 Jahre arbeitete die Philologin Jutta Gentsch bereits für die Bundesagentur für Arbeit, als sie Anfang der 2000er die Kooperation mit der HdM in Stuttgart übernahm. "Ich habe damals mit vielen Workshops angefangen", erklärt sie. "Dann kam die Vorbereitung des Praxissemesters dazu und seit etwa fünf Jahren die Sprechstunden in der Beratung." Sehr stolz ist sie auf die schnelle Reaktion von Seiten der HdM, als zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 der akute Wechsel ins Homeoffice feststand: "Während viele Kolleginnen und Kollegen noch mitten in der Planung neuer Kommunikationswege mit ihren Schulen und Hochschulen waren, hatte das Didaktikzentrum für mich bereits diesen virtuellen Beratungsraum eingerichtet." Das Terminangebot sei nun viel größer, denn auch die Nachfrage sei mit Beginn des digitalen Beratungsangebotes gewachsen.

Beratung als digitales Wunderwerk

Mittlerweile bietet Jutta Gentsch HdM-Studierenden ihre Sprechstunden wöchentlich an. "Ich kenne die Studiengänge, die unterschiedlichen Märkte, viele Geschichten, Biografien und Entwicklungen. Eben nicht nur die Einzelsituationen zu kennen, sondern auch die Strukturen drumherum, ist natürlich hilfreich, wenn man Studierende berät", so Gentsch. Am Anfang habe sie gedacht, dass ihr die analogen Beratungstreffen fehlen würden. Doch die Begegnungen können auch digital sehr intensiv sein: "Es ist eine andere Qualität, weil ich die Menschen sozusagen 'zuhause' besuche, und sie besuchen mich. Das ist schon etwas Witziges, denn man sieht mehr als sonst." Viele Studierende seien auch wieder zurück in die Elternhäuser gegangen und saßen wieder in ihren Kinderzimmern. „Ab und zu kam der Arm der Mutter, die einen Saft hinstellte", lacht sie.

Gentsch betont, dass das Beratungsangebot durch die Digitalisierung merklich niedrigschwelliger sei: „Es ist das digitale Wunderwerk, dass wir uns mit Menschen verbinden und austauschen können, ohne Grenzen. Ich bin mittlerweile ein Fan der digitalen Beratung und finde das ausgesprochen gut." Neben dem Kommunikationsweg haben sich auch teilweise die Inhalte in den Beratungsgesprächen geändert. Natürlich käme der größte Teil der Ratsuchenden, weil sie kurz vor Studienende stünden und sich fragen, wo es für sie hingehen könnte und ob es das Richtige sei. "Da finden viele Selbstfindungsprozesse statt", erklärt sie. Doch das beträfe eben nicht nur den weiteren beruflichen Lebensweg. Das Sprechen über die Online-Studiensituation sei als neues Element in der Beratung dazugekommen: "Einfach, weil da vielen der Kittel brennt. Zu studieren ist ein neuer Lebens- und Entwicklungsschritt, und das ist für manche so ganz schwer."  

Auf Ermutigungs- und Selbstreflexionsmission

In der individuellen Beratung versteht Gentsch es  als ihre Aufgabe, die Menschen wirklich abzuholen, wo immer sie auch stehen. Durch die Pandemie habe sich die Situation verschärft: Viele seien isoliert und ihnen fehle der Austausch, den sie sonst in einer Gruppe erleben würden. In Gentschs Augen zähle es vor allem, einen Gesprächspartner zu haben. Dabei ginge es nie nach Schema F, betont sie: "Jede Begegnung ist eine besondere Begegnung. Da ist es wichtig, offen zu sein." Sie sieht sich als Zuhörerin, die Fragen stellt, um ihr Gegenüber dazu zu bringen, über sich selbst zu reflektieren. Das lässt sich insbesondere auf ihren methodischen Ansatz zurückführen: "Ich arbeite nach einer systemischen Methode. Das sind Haltungen, in denen es darum geht, neugierig und wertschätzend zu sein." Viele seien so geplagt von ihrem inneren Kritiker, dass sie sich viel zu wenig für ihre Anstrengungen und Bemühungen wertschätzen und vor allem ihre Defizite und Mankos in den Mittelpunkt stellen würden. Jutta Gentsch ist es wichtig, dass die Studierenden einen freundlich-wohlwollenden Blick auf sich selbst bekommen: "Gerade in einer Welt, in der viel Unsicherheit herrscht und wir mit der Digitalisierung so viele Veränderungen haben, brauchen wir eine gute Beziehung zu uns selbst, um das turbulente Außen mit einem sicheren Inneren auszugleichen. Diese Ermutigung ist das Zentrale in meiner Arbeit, sozusagen meine persönliche Mission. Und das ist sehr erfüllend."

Gute Erfahrung mit HdM-Studierenden

Mit Studierenden an der HdM habe sie in der Beratung bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Das läge in ihren Augen vor allem daran, dass viele bereits als Freiberufler aktiv sind oder waren. Dadurch haben sie sich auch besonders gut orientiert und gelernt, mit den Widrigkeiten des Marktes umzugehen. Dazu sagt Gentsch: "Das ist sehr hilfreich, um seinen Weg selbstbewusst zu gestalten. Viele nutzen es, sich vorher auszuprobieren. Mit dem Gefühl von ‚das kann ich, das gelingt mir' steht man anders im Leben." Was die HdM der gebürtigen Hamburgerin zufolge darüber hinaus noch auszeichne, sind die vielen Projekte: "In unterschiedliche Rollen reinzugehen und verschiedene Perspektiven auf ein Projekt einzunehmen und dann immer wieder ins Umsetzen, Nachdenken und Weiterentwickeln zu gehen macht den Übergang in die berufliche Welt oftmals einfacher. Der Weg ist nicht so weit, weil er schon gegangen wurde."

Da der Ansturm auf das digitale Beratungsangebot groß ist, wurde das Angebot erweitert. Über das Didaktikzentrum der HdM sind Termine einsehbar. Sollte sich kein Termin finden oder ein Anliegen besonders dringend sein, so empfiehlt es sich für HdM-Studierende, Jutta Gentsch gerne per Mail anzuschreiben.

Giuseppa Maria Spatola

VERÖFFENTLICHT AM

11. November 2021

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Jutta Gentsch

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