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Hochschule der Medien

Neuer Schwerpunkt Print & IT

Studiengang baut Angebot im Bereich Informatik aus

In der Druckbranche werden immer stärker Fachkenntnisse aus dem IT-Bereich gefordert. Medieninhalte werden schon lange nicht mehr nur gedruckt. Der Studiengang Druck- und Medientechnologie weiß um diese Entwicklung und trägt ihr ab dem Wintersemester 2010/2011 mit einem neuen Schwerpunkt Rechnung.

Prof. Dr. Marko Hedler

Prof. Dr. Marko Hedler

Die Hochschulkommunikation sprach mit Prof. Dr. Marko Hedler über den neuen Studienschwerpunkt, über die Inhalte des Studiengangs Druck- und Medientechnologie und die Berufsperspektiven der Absolventen.

Herr Hedler, Sie sind seit April letzten Jahres als Professor im Studiengang Druck- und Medientechnologie tätig und haben hier im Hause Medieninformatik studiert, sind also Profi auf dem Gebiet Print & IT. Warum braucht der Studiengang diesen neuen Schwerpunkt?

Hedler: Schon heute kann man beobachten, dass viele Arbeitsschritte, von der Medienvorstufe bis hin zur Druckproduktion, stark IT-lastig sind. Das zeigt sich in zwei Bereichen:

Zum einem werden viele Medienprodukte heute nicht mehr nur im klassischen Sinne gedruckt. Kunden fragen häufig nicht mehr nur ein reines Print-Produkt an. Vielmehr möchten sie ein Medienprodukt, bestehend aus einem gedruckten Werk mit zusätzlichen Ausspielungen, wie zum Beispiel in Form eines Internetauftritts oder eines E-Books. Um am Markt konkurrieren zu können, müssen Medienunternehmen deshalb heute die dazugehörigen Technologien beherrschen.

Zum anderen sind mittlerweile viele Herstellungsprozesse in der Druckindustrie automatisiert, wir sprechen in diesem Zusammenhang von der sogenannten Workflow-Automatisierung. Auch dafür ist Informatik-Wissen unabdingbar.

Könnten Sie hier ein Beispiel nennen?

Hedler: Bei der Auftragsannahme in einer Druckerei liegen eigentlich alle Informationen vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt digital vor: Der Auftrag enthält alle wichtigen Angaben zum Format, der Farbigkeit, der Papierart und der Auflage des bestellten Produktes. Mithilfe eines automatisierten Workflows lassen sich die zur Produktion notwendigen Maschinen, also z.B. die Druck- oder Falzmaschine, automatisch für den spezifischen Auftrag einrichten.

Aber mit den IT-Themen Workflow und auch JDF (Job Definition Format) beschäftigt sich die HdM doch schon länger. Welche Vorteile bringt den Studierenden denn dann der neue Schwerpunkt Print & IT?

Hedler: Das ist richtig. Die Hochschule hat auf diesem Gebiet eine hohe Kompetenz. Wir möchten mit dem Schwerpunkt Print & IT den Studierenden zusätzliche Werkzeuge an die Hand geben, um solche Technologien auch aus Sicht der Informatik zu begleiten und weiterzuentwickeln.

Wie wird das Studium Druck- und Medientechnologie ab dem kommenden Wintersemester aufgebaut sein?

Hedler: In Zukunft können alle unsere Studierenden aus zwei Schwerpunkten wählen. Dies ist zum einen der neue Schwerpunkt Print & IT und zum anderen der Schwerpunkt Technology, der den Inhalten des bisherigen Druck- und Medientechnologie-Studiums entspricht.

Das erste Semester des Studiums dient der Orientierung. Ab dem zweiten Semester wird dann einer der beiden Schwerpunkte gewählt und die entsprechenden Vorlesungen belegt. Am Ende des Studiums müssen die Studierenden eine bestimmte Anzahl an Vorlesungen und Übungen aus dem jeweiligen Schwerpunkt vorweisen; die Spezialisierung wird im Abschlusszeugnis vermerkt.

Wie sehen die Informatikinhalte im Studium genau aus?

Hedler: Die Studierenden erhalten eine Informatik-Grundausbildung, zugeschnitten auf die Anforderungen der Druck- und Medienindustrie. Sie erlernen eine Programmiersprache und beschäftigen sich mit Datenbanktechnologien. In weiterführenden Veranstaltungen wird zudem Know-how über Cross-Media-Produktionen, die Integration von Produktionsprozessen und Color-Management-Systeme vermittelt. Darüber hinaus gibt es Schnittstellen zu den Studiengängen Medieninformatik und Mobile Medien.

Es ist für unsere Branche heutzutage ein Muss, die Technologien der eingesetzten IT-Systeme zu verstehen und Anpassungen daran vornehmen zu können. Unsere Studierenden brauchen keine Softwareentwickler sein, aber die Inhalte unseres Studiums sollen sie in die Lage versetzen, im späteren Berufsalltag IT-Projekte leiten, mit Softwarefirmen kommunizieren oder Spezifikationen schreiben und lesen zu können. Und genau das ist Teil der neuen Ausbildungsinhalte.

Wer kann diese Angebote nutzen?

Hedler: Die Vorlesungen können von allen Druck- und Medientechnologie-Studierenden belegt werden. Den Schwerpunkt Print & IT gibt es für alle, die sich ab dem Wintersemester 2010/2011 für den Studiengang bewerben.

Eine wichtige Frage, die sich die Studierenden stellen, ist, wo sie nach ihrem Abschluss tätig sein werden und wie ihre Berufsperspektiven aussehen.

Hedler: Schon jetzt sind IT-Inhalte Teil des Druck- und Medientechnologie-Studiums an der HdM, da schon heute die Nachfrage nach Know-how in diesem Bereich groß ist. Der Markt für unsere zukünftigen Absolventen ist also bereits vorhanden und die Nachfrage wird weiter steigen. Unsere Absolventen können in vielen IT-affinen Bereichen tätig werden: in Verlagen, in Druckunternehmen mit integrierter Vorstufe oder im Bereich der Workflowsteuerung, aber auch in der Automatisierung im Digitaldruck oder im Bereich Web-to-Print. Mögliche Arbeitgeber sind außerdem Softwarehäuser wie beispielsweise Hersteller von Content-Management- oder Katalogproduktionssystemen, Werbeagenturen oder Mediendienstleister an der Schnittstelle zwischen der Medienproduktion und der IT. Im Grunde überall dort, wo Inhalte für Medienprodukte erstellt werden.

Herr Prof. Dr. Hedler, vielen Dank für das Gespräch.

 

Mirjam Müller

Fakten zum Studiengang Druck- und Medientechnologie:

Bewerbungsschluss: 15. Juli zum Wintersemester und 15. Januar zum Sommersemester

Bewerbung unter: www.hdm-stuttgart.de/onlinebewerbung

Studienplätze: 65 im Wintersemester und 45 im Sommersemester

Studiendauer: 6 Semester, inklusive Praxissemester und Bachelor-Thesis

Hauptinhalte des Schwerpunktes Print & IT: Cross-mediale Produktion von Print- und Online-Medien, Vernetzung von Planungssystemen, Datenbanken, Software-Entwicklung, XML-Technologien

Ausstattung: Zahlreiche Medien-Labore und umfassender Maschinenpark, mit dem alle Druckverfahren von der Druckvorstufe bis zur Druckweiterverarbeitung genutzt werden können,

Studienabschluss: Bachelor of Engineering

Weitere Informationen unter: www.hdm-stuttgart.de/drucktechnik

VERÖFFENTLICHT AM

18. Juni 2010

KONTAKT

Prof. Dr.-Ing. Gunter Hübner

Print Media Technologies

Telefon: 0711 8923-2144

E-Mail: huebner@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr.-Ing. Marko Hedler

Wirtschaftsingenieurwesen Medien

Telefon: 0711 8923-2141

E-Mail: hedler@hdm-stuttgart.de

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