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Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Online-Universität

Studieren wie die Elite – aber kostenlos

Amerikanische Elite-Universitäten bieten zunehmend kostenlose interaktive Online-Massenkurse an: MOOCs (Massive Open Online Courses). Der Trend begeistert auch Studenten an der Hochschule der Medien (HdM).

Videovorlesung, Foto: www.coursera.org

Videovorlesung, Foto: www.coursera.org

Dominik Hübner, der an der HdM im 3. Semester den Master-Studiengang Computer Science and Media studiert, hat im vergangenen Wintersemesters MOOCs genutzt. Für ihn nichts Ungewöhnliches: „In unseren Fachbereichen, wie Medieninformatik und Computer Science and Media, ist es üblich, dass man sein Wissen in den jeweils gewünschten Schwerpunkten eigenständig vertieft“, sagt der 24-Jährige. An der US-Universität Stanford hat er im Fachbereich „Computer Science“ die Vorlesung „Natural Language Processing“ bei Dan Jurafsky und Christopher Manning, Professoren für Linguistik und Informatik, besucht. Mittlerweile gibt es eine solche Vorlesung auch an der HdM.

Medizin, Mathe oder Biologie virtuell studieren

Die US-Universität Stanford war eine der ersten, die Online-Massenkurse zum Nulltarif angeboten hat. Zusammen mit den kalifornischen Universitäten Penn State und Princeton haben sie die Plattform Coursera gegründet. Mittlerweile beteiligen sich auch die Universität in Berkeley und die in Michigan. Rund 40 virtuelle Seminare können über Coursera ab September besucht werden. Dazu gehören Kurse aus der Informatik, Mathematik, Medizin, Biologie sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften. Allesamt kostenlos und für jeden auf der Welt zugänglich, sofern ein Internetanschluss vorhanden ist. „Bildung für jedermann“, so lautet auch der Slogan der Seite. Die Plattform bietet zudem eine attraktive und günstige Alternative zu einem herkömmlichen Studium an einer US-Elite-Universität, deren Jahresgebühr bei mehreren zehntausend US-Dollar liegt. Eine andere Plattform ist edX, die von der Harvard Universität und dem Massachusetts Institut für Technologie in Boston im Mai erstellt wurde. Ab Herbst starten dort fünf Online-Massenkurse.

Rasche Vortragsgeschwindigkeit – Zertifikat gegen Gebühr

Aufnahmeprüfungen gibt es nicht. Allerdings sind ausreichende Englischkenntnisse Grundvoraussetzung für einen Besuch eines Online-Kurses, um den Dozenten überhaupt zu verstehen. „Gewisse Vorkenntnisse auf dem jeweiligen Gebiet sind auch nützlich, da die Vortragsgeschwindigkeit relativ hoch ist und man sonst wahrscheinlich nur schwer folgen kann“, so Dominik Hübner von der HdM. Coursera ermuntert die Studenten aber Untertitel oder Übersetzungen anzufertigen und für Kommilitonen zugänglich zu machen. Die MOOCs sind unterteilt in Vorlesungen in Form von Videos und Folien sowie Prüfungen, die zum einen praktisch sind und andererseits welche in Form von Multiple Choice-Tests. „Es gab mehrere Videos pro Woche mit jeweils einer Länge von 5 bis 15 Minuten, also ähnlich wie bei einer normalen Vorlesung, nur eben ohne Zwischenfragen“, so der HdM-Student. „Die beiden Prüfungen mussten zu jeder Vorlesungswoche bearbeitet werden und hatten unterschiedliche lange Abgabefristen.“ Rund zehn Stunden pro Woche musste er für das Bearbeiten der Übungen einplanen. Ein Zertifikat für die Übungen bekam er nicht. An sich können MOOCs aber mit einem Abschlusszertifikat beendet werden. Dafür erheben die Universitäten eine Gebühr.

Einen Online-Kurs würde er jederzeit wieder besuchen. „Es werden immer wieder Aspekte aufgezeigt, die man durch sonst gezieltes Nachlesen kaum erhält“, so Hübner. Dafür fehlt allerdings die reale Betreuung durch die Dozenten.

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

04. Juli 2012

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