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Printmedien

Magazin-Rettung durch neue Ideen?

Jeder redet vom Sterben der Zeitungsbranche. Während viele Verlage die Auflagenzahlen senken, erscheinen andererseits neue, aber auch frühere, längst vergessene Magazine wieder. Doch die Halbwertszeit der zahlreichen Versuche ist begrenzt. Eine Auswahl stellen wir vor.

Zur Detailansicht Das neue "Yps"-Heft war schnell ausverkauft, Foto: Cover

Das neue "Yps"-Heft war schnell ausverkauft, Foto: Cover

Zur Detailansicht In dem neuen Jugendmagazin "Tonic" soll es nicht um glückliche Menschen gehen, Foto: Cover

In dem neuen Jugendmagazin "Tonic" soll es nicht um glückliche Menschen gehen, Foto: Cover

Zur Detailansicht "Couch" ist ein neues Wohn- und Fashion-Magazin, Foto: Cover

"Couch" ist ein neues Wohn- und Fashion-Magazin, Foto: Cover

Zur Detailansicht Zum 50. Jubiläum erschien eine neue Ausgabe der Satire-Zeitschrift "Pardon", Foto: Cover der ersten Ausgabe von 1962 (links) und der neuen Ausgabe von 2012 (rechts)

Zum 50. Jubiläum erschien eine neue Ausgabe der Satire-Zeitschrift "Pardon", Foto: Cover der ersten Ausgabe von 1962 (links) und der neuen Ausgabe von 2012 (rechts)

Dass es in der Print-Branche kriselt, ist nichts Neues. Bereits die "Financial Times Deutschland" vom Gruner+Jahr-Verlag musste Ende November 2012 ihr Erscheinen einstellen. Auch die überregionale Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" steht kurz vor dem Aus. Mitte November 2012 stellte sie einen Insolvenzantrag. Doch mit neuen Projekten und Ideen versuchen viele Verlage zugleich, stattdessen im Magazinbereich die Leser wieder für sich zu gewinnen.

Kult-Magazine kehren zurück

Im Oktober 2012 wurde das Comeback des ehemaligen Jugendcomic-Magazins "Yps" gefeiert. Das Kult-Heft wurde erstmals 1975 vom Gruner+Jahr-Verlag veröffentlicht. In den 1970er und 1980er Jahren gehörte es zu den erfolgreichsten und auflagenstärksten Comicmagazinen. Genauso beliebt waren die Gimmicks: In etwa 20 Ausgaben gab es Urzeitkrebse dazu. 1999 wurde das Heft vom Konkurrenzverlag Egmont Ehapa gekauft, das auch das Micky-Maus-Heft produziert. Das Format von "Yps" wurde geändert und damit gingen die Verkaufszahlen in den Keller. Am 10. Oktober 2000 erschien die letzte Ausgabe. Ende 2005 bis Mitte 2006 wurde kurzzeitig ein neuer erfolgloser Verkaufsversuch gestartet. Mit einer neuen Idee kehrte das Magazin jetzt zurück: Als Männermagazin berichtet es den mittlerweile erwachsen gewordenen Lesern über Mode, Automobil und Technik. Das erste Heft verkaufte sich so gut, dass es ab 2013 regelmäßig erscheinen soll.

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) setzt auf die Bekanntheit ihres ehemaligen Beilagenheftes, dem "FAZ-Magazin". In den 1008 Ausgaben, die zwischen 1980 und 1999 erschienen sind, wurde vor allem über kulturelle und biographische Themen geschrieben. In Zusammenarbeit mit dem Mode- und Lifestylemagazin "Z" der Neuen Züricher Zeitung soll das neue "FAZ-Magazin" entstehen, das es ab dem 23. Februar 2013 zu kaufen gibt. Es berichtet über Mode, Design, Reisen, Beauty, Kunst und Kulinarisches.

Neue Magazine erobern den Markt

Doch nicht alles Alte ist gut, findet der 21-jährige Chefredakteur Fabian Stark des Jugendmagazins "Tonic". Herkömmliche Jugendzeitschriften hält er für langweilig und realitätsfern. "Bei denen geht es ständig um glückliche junge Menschen." Ein Jahr lang erarbeitete er mit seiner Hamburger Redaktion das neue Magazin, das sich an 15- bis 25-Jährige richtet. Anfang Dezember 2012 erschien die erste Ausgabe, darin geht es zum Beispiel um einen jungen Flüchtling aus Ghana. Im Blatt könnte aber genauso eine Story über Burschenschaftler stehen, meint der junge Chef.

Neu ist auch das "Couch"-Magazin vom Gruner+Jahr-Verlag. Das "erste Wohn- und Fashion-Magazin" ging Anfang 2012 an den Start. Konkurrenz bekam es Mitte 2012 durch das "Flair"-Magazin vom Klambt-Verlag, bei dem es um Mode und Wohnliches für die eigenen vier Wände geht. Fraglich ist bei den Neuerscheinungen stets, wie lange sie am Markt bleiben werden: Zum Beispiel hielt sich das Frauenmagazin "Season", das im Februar 2012 erstmals veröffentlicht wurde, nur bis August 2012.

Sonderausgaben schaffen Abwechslung

Die Lösung: Sonderausgaben, die sich gut für Jubiläen eignen und mehr Abwechslung in den Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt bringen. Rund um das 50. Jubiläum von James Bond und der Präsentation des neuen Kinofilms "Skyfall" im Oktober 2012 beschäftigten sich zahlreiche Medien mit dem Agenten. Das stern-Magazin veröffentlichte am 1. Oktober 2012 die Edition "50 Jahre James Bond" und informierte auf 146 über die insgesamt 23 Filme, Schauspieler, Tricks und Mythen des Kinobestsellers, wie auch der Playboy eine Sonderausgabe zum Thema publizierte.

Ähnlich ist es mit der Satirezeitschrift "Pardon", die 1962 bis 1982 mit ihrem Markenzeichen, dem Teufelchen, die alten Verhältnisse aus der Adenauer-Ära aufbrechen wollte. Zum 50. Jubiläum erschien am 6. Dezember 2012 eine einmalige Sonderausgabe. Herausgeber war der ehemalige Focus-Chefredakteur Wolfram Weimer. Auf dem Cover heißt es, dass keine Urzeitkrebse beigelegt sind. Wahrscheinlich ist das eine Anspielung auf den erfolgreichen Verkauf des neuen "Yps"-Magazins. Doch auch das einmalige "Pardon"-Heft wird unter Sammlern begehrt sein.

Quellen:
http:/www.spiegel.de
http:/www.sueddeutsche.de
http:/www.zeit.de
http://www.presseportal.de

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

28. Dezember 2012

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